Lungenkrankheit: So geht Ihnen nicht mehr die Puste aus!

Lungenkrankheit: Husten und Atemnot gehören zu den häufigsten Symptomen bei COPD
Lungenkrankheit: Husten, zähflüssiger Auswurf (vor allem morgens) und Atemnot bei Belastung gehören zu den häufigsten Symptomen bei COPD © Fotolia

Lange war für Patienten mit einer Raucherlunge das Sauerstoffgerät der letzte Ausweg. Das hat sich jetzt geändert! Eine neue Behandlung - die sogenannte Ventil-Therapie - lässt angestaute Luft aus der Lunge entweichen und ermöglicht so, dass neuer Sauerstoff hineingelangen kann. Betroffene berichten von einer stark verbesserten Lebensqualität.

Das Atmen schmerzt, beim Treppensteigen geht schnell die Luft aus, der ständige Husten ist unerträglich – sechs Millionen Deutsche teilen mittlerweile das gleiche Schicksal: Sie leiden unter der unheilbaren chronischen Lungenkrankheit COPD! Aber im Gegensatz zu Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird diese Krankheit in der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen. Erst als Schlagerstar Roland Kaiser (61) im Jahr 2000 die Diagnose COPD erhielt, bekam die Krankheit allmählich ein Gesicht. Eine Lungen-Transplantation rettete dem Sänger 2010 das Leben.

 

Was ist die Lungenkrankheit COPD?

Es handelt sich um eine langfristige Schädigung der Lunge, die infolge einer dauerhaften Entzündung zur Verengung der Atemwege führt. In vielen Fällen kommt es im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit zu einem sogenannten Lungenemphysem: Die Lunge bläht sich auf und drückt auf das darunter liegende Zwerchfell. Atmung und Sauerstoffaufnahme werden dabei immer schwieriger. Es kommt schließlich zu Kurzatmigkeit und Luftnot. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist COPD weltweit die dritthäufigste Todesursache. Dabei kann die Krankheit zwar nicht geheilt, aber in ihrem Verlauf beeinflusst werden.

 

Wer ist gefährdet?

In bis zu 95 Prozent aller Fälle ist die Lungenkrankheit COPD eine Folge von starkem Tabakkonsum. Daher wird sie umgangssprachlich auch als Raucherlunge bezeichnet. Ernst wird es für die meisten Betroffenen ab 50 Jahren – wenn sie das fortgeschrittene Krankheitsstadium erreichen. Neben dem Rauchen können auch häufige Atemwegsinfekte im Kindesalter der Auslöser sein.

 

Wie äußert sich die Krankheit?

Zu den häufigsten Symptomen gehören Husten, zähflüssiger Auswurf (vor allem morgens) und Atemnot bei Belastung. Vor allem das Einatmen wird durch COPD erschwert. Die sichere Diagnose über eine mögliche Erkrankung liefert ein Lungenfunktionstest.

 

Wie wird behandelt?

Ist die Lungenkrankheit noch nicht weit fortgeschritten, kann sie mit Bronchien erweiternden Sprays und Kortison-Tabletten behandelt werden. Viele Patienten kommen mit diesen Medikamenten mehrere Jahre gut klar. Auch eine spezielle Atem-Therapie kann die Symptome lindern. Helfen diese Behandlungsmethoden irgendwann nicht mehr, müssen die Betroffenen meist dauerhaft mit einem Sauerstoffgerät leben, das über einen Schlauch in die Nase eingeführt wird.

Seit Kurzem gibt es jedoch eine neue Behandlungsform, die vielen Betroffenen die Sauerstoffflasche erspart: die Ventil-Therapie. Dabei werden über einen Katheter durch die Nase Ventile zwischen Bronchien und Lungenklappen gesetzt. Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und dauert nicht länger als eine Stunde. Die fingernagelgroßen Ventile sorgen dafür, dass Luft aus den überblähten Lungenbereichen entweicht und die Lunge wieder schrumpft. So drückt sie nicht mehr auf das Zwerchfell, die Atmung funktioniert besser, und es kann wieder mehr Sauerstoff in den gesamten Körper gelangen. Durch den Eingriff wird das Sauerstoffgerät für die Betroffenen verzichtbar, und die Lebenserwartung erhöht sich deutlich. Zusätzlich sollten die Patienten das Rauchen aufgeben und in einer COPD-Reha regelmäßig ihre Atemmuskulatur trainieren.

Deutschlandweit gibt es 80 Zentren, in denen die Ventil-Therapie angewandt wird. Spezialisten in Ihrer Nähe finden Sie im Internet unter www.pneumologenverband.de. Die Wirksamkeit der neuen Behandlungsmethode wurde in Studien nachgewiesen, die Kosten übernimmt die Krankenkasse. Geeignet ist die Ventil-Therapie vor allem für die COPD-Patienten, die an einem Lungenemphysem leiden. Für Betroffene mit einer Voroperation an der Lunge, einer Tumor-Erkrankung oder einer schweren Herzkrankheit kommt der Eingriff leider nicht infrage.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.