Lungeninfarkt – Eine Komplikation der Lungenembolie

Bei einem Lungeninfarkt ist die Durchblutung des Lungengewebes vermindert oder gänzlich aufgehoben
Bei einem Lungeninfarkt ist die Durchblutung des Lungengewebes vermindert oder gänzlich aufgehoben © iStock

Ein Lungeninfarkt ist eine der Komplikationen, zu denen es durch eine Lungenembolie kommen kann. PraxisVITA erklärt, wie er entsteht, woran man ihn erkennt und welche Folgen er haben kann.

Ärzte sprechen dann von einem Lungeninfarkt, wenn die Durchblutung des Lungengewebes vermindert oder gänzlich aufgehoben ist. Dazu kommt es, wenn ein peripherer (also eher außen liegender) Lungenarterienast vollständig verschlossen ist und ein erhöhter Druck in den Lungenarterien (pulmonalvenöser Druck) entsteht.

 

Wie entsteht ein Lungeninfarkt?

Ein Lungeninfarkt ist eine seltene Komplikation einer Lungenembolie, die entsteht, wenn das Lungengewebe nicht ausreichend mit Blut versorgt wird. In den betroffenen Gebieten führt diese Mangelversorgung dann zum Absterben des Lungengewebes. Normalerweise erfolgt die Blutversorgung auf zwei Wegen: Über die Lungenarterien, die das Blut von der rechten Herzkammer in das sogenannte Kapillarbett führen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Sowie über die Bronchialarterien, die das sauerstoffreiche Blut über die linke Herzkammer aus der Hauptschlagader zum Lungengewebe führen.
Bei einer Lungenembolie sind ein oder mehrere Lungenarterienäste teilweise oder komplett durch einen sogenannten Embolus verschlossen. Das führt dazu, dass die Sauerstoffversorgung durch abnimmt und der Gefäßwiderstand der Lungenarterien sich erhöht. Im Regelfall kann das Lungengewebe aber durch das zweite System der Bronchialarterien ausreichend mit Blut versorgt werden.
Ein Lungeninfarkt tritt nur dann auf, wenn bestimmte Umstände gegeben sind:

  • besonders kleine, periphere (außen liegende) Lungenarterienäste (Segmentarien) sind von dem Verschluss betroffen, da hier keine ausgleichende Versorgung durch die Bronchialarterien besteht gleichzeitig besteht ein sogenanntes Linksherzversagen und es
  • wird nicht mehr genügend sauerstoffreiches Blut über die Bronchialarterien in die Lunge gepumpt
Als Folge vom Lungeninfarkt kann Lungengewebe dauerhaft beschädigt werden
Als Folge vom Lungeninfarkt kann Lungengewebe dauerhaft beschädigt werden© iStock
 

Lungeninfarkt – Welche Symptome treten auf?

Da bei einem Lungeninfarkt meist eher kleine, periphere Lungenarterienäste verschlossen sind, haben Patienten häufig keine Beschwerden durch die Lungenembolie verspürt und bemerkt erst die Infarktsymptome. Üblicherweise setzen plötzliche Schmerzen in der Brust ein (Pleurodynie). Kam es bereits zu einer sogenannten sekundären Einblutung in das Lungengewebe (siehe nächsten Abschnitt), löst diese häufig die sogenannte Hämoptyse (Aushusten von blutigem Sekret) aus. Dyspnoe (Atemnot) kann ein weiteres Symptom sein.

 

Lungeninfarkt – Welche Folgen gibt es?

Tritt ein Lungeninfarkt auf, wird das Lungengewebe nicht mehr ausreichend durchblutet. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel (Hypoxie). Hält dieser länger an, führt das zum Absterben des betroffenen Gewebes (Nekrose).
Außerdem gelangt über die Bronchialarterien weiterhin zumindest eine geringe Menge Blut in die Lunge, so kommt es zu Einblutungen (Hämorrhagien) in das Gewebe.

Als weitere Komplikation vom Lungeninfarkt tritt bei etwa der Hälfte aller Patienten eine sogenannte Infarktpneumonie auf. Diese Form der Lungenentzündung äußert sich durch typische Symptome wie hohes Fieber (ab 39° C) eventuell mit Schüttelfrost, ein schweres Krankheitsgefühl, Husten (zunächst trocken und später mit rotbraunem Auswurf), Atemnot und teilweise einer Blauverfärbung der Schleimhäute (Zyanose) oder auch Brustschmerzen beim Atmen.

 

Lungeninfarkt– Wie sieht die Behandlung aus?

Eine schnelle Behandlung ist bei einem Lungeninfarkt sehr wichtig, um weitere Gewebeschäden zu vermeiden. Hierfür wird die Ursache der Durchblutungsstörung – also der Verschluss der Lungenarterienäste– bekämpft. Dafür werden Blutgerinnungs-hemmende Mittel (Antikoagulanzien) verabreicht. Je nach schwere der Embolie, werden weitere Maßnahmen ergriffen. Liegt außerdem eine Infarktpneumonie vor, wird diese mittels Antibiotika behandelt.
Lesen sie hier mehr zur Lungenembolie-Behandlung

 

Lungeninfarkt – Wie häufig kommt er vor?

Zu einem Lungeninfarkt kommt es bei etwa zehn Prozent aller Lungenembolien. Besonders häufig betroffen sind Patienten, die schon sogenannte kardiale Grunderkrankungen mitbringen. Dazu gehören unter anderem Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz oder Herzmuskelerkrankungen.

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