Lungenentzündung erfordert rasche und wirkungsvolle Behandlung

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Eine Pneumonie erfordert eine schnelle und möglichst gezielte Therapie. Ziel der Lungenentzündung-Behandlung ist es, einerseits die Symptome zu lindern und den Gesamtzustand zu verbessern und andererseits den Erreger der Lungenentzündung direkt zu bekämpfen.

Erkrankte im jungen oder mittleren Erwachsenenalter, die keine Komplikationen oder Begleiterkrankungen zeigen, können während der Lungenentzündung-Behandlug in der Regel zu Hause bleiben. Dabei ist Schonung (gegebenenfalls Bettruhe) besonders wichtig. Kinder, ältere oder vorerkrankte Patienten sollten bei einer Pneumonie vorsichtshalber im Krankenhaus behandelt werden.

 

Antibiotika-Einsatz bei der Lungenentzündung-Behandlung

Fast immer sind bei der Entstehung einer Pneumonie Bakterien beteiligt. Die Therapie der Wahl sind daher Antibiotika – Medikamente, die bakterielle Erreger abtöten oder ihre Vermehrung eindämmen. Bei Lungenentzündungen sind die Wahl des richtigen Antibiotikums und seine Anwendungsweise besonders entscheidend: Das Medikament soll möglichst schnell und effektiv helfen, gelichzeitig muss aber verhindert werden, dass weitere Bakterienstämme resistent gegen Antibiotika werden.

Kranke Frau hält Bettruhe
Bei der ambulanten Lungenentzündung-Behandlung können Sie den Heilungsprozess durch verschiedene Maßnahmen unterstützen: Halten Sie Bettruhe und trinken Sie ausreichend© Fotolia

Für die Lungenentzündung-Behandlung „zu Hause“ (ambulant) verschreibt der Arzt beispielsweise Aminopenicilline, alternativ ein Makrolid oder Doxycyclin in Form von Tabletten.

 

Stationäre Lungenentzündung-Behandlung

Patienten im Krankenhaus bekommen meist eine Kombination aus mehreren Antibiotika, oft ein sogenanntes β-Lactam-Antibiotikum zusammen mit einem Makrolid oder Fluorchinolon. Im Gegensatz zur ambulanten Lungenentzündung-Behandlung werden sie zum Großteil per Spritze oder Infusion verabreicht. Welche Mittel am sinnvollsten kombiniert werden, hängt unter anderem von den Vorerkrankungen und vorausgegangenen Behandlungen ab. Bei Infektionen im Krankenhaus mit einem multiresistenten Keim (z. B. MRSA) werden Spezial-Antibiotika wie Vancomycin eingesetzt.

 

Weitere Maßnahmen zur Lungenentzündung-Behandlung

Unterstützend zur Antibiotika-Therapie setzt der Arzt manchmal fiebersenkende Wirkstoffe oder schleimlösende Medikamente zum Inhalieren ein. Patienten, die aus dem Bett nicht aufstehen können, bekommen zusätzlich oft gerinnungshemmende Medikamente, da durch langes Liegen die Wahrscheinlichkeit für Blutgerinnsel (Thrombosen) steigt. In seltenen Fällen, vor allem bei Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem, besiedeln auch Pilze oder andere Erreger die Lunge; nach einem genauen Nachweis der Erreger können die Ärzte mit entsprechenden Medikamenten gegen sie vorgehen.

Im Krankenhaus unterstützen außerdem Physiotherapeuten die Therapie, indem sie die Lunge „ausklopfen“ und mit dem Patienten verschiedene Atemübungen durchführen. Manche Erkrankte brauchen bei einer schweren Pneumonie auch Sauerstoff über eine Atemmaske.

Lungenentzündung-Behandlung
Im Krankenhaus unterstützen außerdem Physiotherapeuten die Therapie, indem sie die Lunge „ausklopfen“ © Fotolia
 

Ambulante Lungenentzündung-Behandlung

Wenn Sie eine Lungenentzündung zu Hause auskurieren, können Sie den Heilungsprozess durch verschiedene Maßnahmen unterstützen:

  • Schonen Sie sich. Wenn Sie Fieber haben, halten Sie am besten Bettruhe.
  • Bei einer Pneumonie ist es extrem wichtig, dass Sie genug trinken. Durch das Fieber verliert der Körper viel Flüssigkeit, und auch der Schleim in der Lunge löst sich nur dann, wenn Sie ausreichend Wasser zu sich nehmen. Mineralwasser, Tee und Fruchtsaftschorlen sind dafür am besten geeignet.
  • Um den Schleim zu lösen, können Sie über einem Kochtopf oder – noch besser – mit einem Vernebler aus der Apotheke eine Kochsalzlösung inhalieren.
  • Halten Sie sich auf jeden Fall an die Einnahmezeit, die Ihr Arzt für die Antibiotika angeordnet hat – auch wenn es Ihnen vorher schon wieder besser geht. Bei einer vorzeitig abgebrochenen Antibiotikatherapie bilden sich schneller Resistenzen, das heißt, der Erreger wird unempfindlich gegenüber den Medikamenten.
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