Lungenembolie-Ursachen und weitere Risikofaktoren

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Bei mehr als 80 Prozent der Fälle sind Blutgerinnsel aus von Thrombose betroffenen Becken- oder Beinvenen die Lungenembolie-Ursachen. Bestimmte Patienten zählen zu Risikogruppen und neigen häufiger zu Thrombosen und somit auch zu Lungenembolien.

 

Eine der häufigsten Lungenembolie-Ursachen

 

- Die Folge einer tiefen Becken- oder Beinvenenthrombose:

In den meisten Fällen sind Becken-Bein-Thrombosen die Lungenembolie-Ursachen. Im Blutkreislauf sind Venen die Bahnen, die das Blut aus unseren Organen und Extremitäten zurück zum Herzen leiten. Das sogenannte oberflächliche Venensystem leitet hierbei das Blut in das tiefe Venensystem und dieses befördert das Blut dann zum Herzen. Bei einer tiefen Becken- oder Beinvenenthrombose werden dort Venen des tiefen Systems teilweise oder komplett durch Blutgerinnsel verstopft. Ein Teil dieses Gerinnsels kann sich durch verschiedene Ursachen (etwa körperliche Anstrengung) ablösen und so über den Blutstrom durch die rechte Herzkammer in die Lungenarterien geraten.

Meistens sind Blutgerinnsel aus von Thrombose betroffenen Becken- oder Beinvenen die Lungenembolie-Ursachen
Meistens sind Blutgerinnsel aus von Thrombose betroffenen Becken- oder Beinvenen die Lungenembolie-Ursachen© Adobe Stock

Weitere Lungenembolie-Ursachen:

In sehr seltenen Fällen ist kein Blutgerinnsel für die Verstopfung der Arterien verantwortlich. Die Diagnostik von diesen Lungenembolien ist noch schwerer, da die sonst angewendeten Tests gerade Mikroembolien (also sehr kleine Verschlüsse) nicht nachweisen können.

Ursächlich dafür sind verschiedene Zelltypen und Partikel:

  • Fettzellen
  • Tumorzellen
  • Zellen des Amnions (eine Haut in der das ungeborene Kind umgebenden Fruchthöhle)
  • Zellen aus des Trophoblasten (Zellschicht, die für die Ernährung des ungeborenen Kindes verantwortlich ist)
  • Zellen aus dem Knochenmark
  • Fruchtwasser (während oder kurz nach der Geburt in den Blutkreislauf gelangt)
  • Luft

Auch Körperfremde Objekte können Lungenembolie-Ursachen sein:

  • Bakterien
  • Pilze
  • Parasiten
  • Fremdkörper (wie etwa Palacos, der Knochenzement der beim Einsetzen von Endoprothesen verwendet wird)
  • Gas
 

Risikofaktoren für Lungenembolie-Ursachen

Viele verschiedene Faktoren können das Risiko für eine sogenannte venöse Thromboembolie und so auch das für die häufigsten Lungenembolie-Ursachen steigern. Bei dem Großteil der Lungenembolie-Patienten finden sich solche Risikofaktoren. Hierbei handelt es sich dann um provozierte Lungenembolien. Bei bis zu 20 Prozent der Patienten im klinischen Alltag kommt es aber auch vor, dass keine erkennbaren Risikofaktoren bestanden, in diesem Fall sprechen Ärzte von „unprovozierter“ Lungenembolie.

Auch die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln kann Lungenembolie-Ursachen fördern
Auch die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln kann Lungenembolie-Ursachen fördern© iStock

Starke Risikofaktoren:

  • Knochenfrakturen (Hüfte, untere Extremitäten)
  • Krankenhausaufenthalt wegen einer Herzinsuffizienz oder Vorhofflimmern (in den letzten drei Monaten)
  • Hüft- und Kniegelenksersatz
  • Schweres Trauma
  • Herzinfarkt (in den vergangenen drei Monaten)
  • Frühere venöse Thromboembolie
  • Rückenmarksverletzung

Mittelstarke Risikofaktoren für Lungenembolie-Ursachen:

  • Arthroskopische Knieoperationen (eine spezielle Form des Endokops)
  • Autoimmunerkrankung
  • Bluttransfusion
  • Zentraler Venenkatheter (an großen herznahen Venen und dem rechten Vorhof)
  • Chemotherapie
  • Herz-  (Herzschwäche) oder  Lungeninsuffizienz (Atemversagen)
  • Erythropoese-stimulierende Substanzen (Bildung von roten Blutkörperchen)
  • Hormonersatztherapie (aber abhängig von der Zusammensetzung)
  • In vitro-Fertilisation (künstliche Befruchtung)
  • Infektion (besonders Lungen- und Harnwegsentzündungen sowie HIV-Infektion)
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Krebs (größtes Risiko bei Methastasierung)
  • Einnahme oraler Verhütungsmittel
  • Schlaganfall mit Lähmung
  • Wochenbett
  • Oberflächliche Venenthrombose
  • Thrombophilie (angeborene oder durch bestimmte Faktoren entstandene Neigung zur Thrombose)
Immobilität durch langes Sitzen bei Flugreisen gehört zu den Risikofaktoren für  Lungenembolie-Ursachen
Immobilität durch langes Sitzen bei Flugreisen gehört zu den Risikofaktoren für Lungenembolie-Ursachen© iStock

Schwache Risikofaktoren:

  • Bettlägerigkeit (mehr als drei Tage)
  • Diabetes mellitius
  • Bluthochdruck
  • Immobilität durch langes Sitzen (etwa bei langen Autofahrten oder Flugreisen)
  • Höheres Alter (je älter, desto höher)
  • Laparoskopische Operation (z.B. Cholezystektomie)
  • Adipositas
  • Schwangerschaft
  • Krampfadern
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