Lungenembolie Anzeichen – Wie der Arzt sie erkennt

Dr. Dierk Heimann erkennt die Lungenembolie Anzeichen
Dr. Dierk Heimann erkennt die Lungenembolie Anzeichen © Christof Mattes für TV Hören und Sehen

Die Lungenembolie Anzeichen rechtzeitig zu erkennen und richtig zu deuten, kann für einen Patienten über Leben und Tod entscheiden. Da die Symptome sehr vielseitig sind und auch auf andere Krankheitsbilder hinweisen können, ist die Diagnose meist nicht einfach. Dr. med. Dierk Heimann beschreibt einen typischen Fall.

Lungenembolie Anzeichen können je nach Patient und Schwere des Arterienverschlusses variieren. Anhand eines Fallbeispiels lässt sich die individuelle Diagnose am besten veranschaulichen.
Ein typischer Vormittag in der Praxis. Ein paar Erkältungen, einige Allergiker. Dann wird plötzlich ein etwa 45-Jähriger als „Notfall“ dazwischengeschoben. Ich kenne ihn nicht. Er drückt sich mit der rechten Hand auf die Brust, wirkt ängstlich, hat Schmerzen. Trotzdem macht er klar: „Ich gehe in keine Klinik!“ Sofort beginne ich über mögliche Ursachen nachzudenken: Herzinfarkt, zu enge Herzkranzgefäße, Lungenembolie, ein eingeklemmter Nerv oder eine entzündete Speiseröhre … Zugleich beginne ich mit meinem Notarzt-ABC: Atemwege, Atmung, Kreislauf – alles okay. Ich lasse ein Ruhe-EKG machen und die Herzenzyme bestimmen. Sie zeigen mir, ob die Herzmuskulatur in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Die Schmerzen werden bei jedem Atemzug schlimmer“, sagt mein Patient. Das klingt erst mal nicht nach Herzinfarkt – hier wären konstante Schmerzen zu erwarten.

Also Lungenembolie Anzeichen, eine Verstopfung der Lungenarterie durch ein Blutgerinnsel? Ich lasse einen weiteren Blutwert checken, die sogenannten D-Dimere. Sie zeigen an, ob ein Blutgerinnsel im Körper entstanden ist. Das EKG ist fertig. Ich finde einen Hinweis auf eine Belastung des rechten Herzens. Es pumpt das Blut durch die Lunge. Gibt es hier ein Hindernis durch ein Blutgerinnsel, steigt die Arbeitslast.

Krampfadern können ein weiteres Lungenembolie Anzeichen sein
Krampfadern können ein weiteres Lungenembolie Anzeichen sein© iStock
 

Bei Lungenembolie Anzeichen werden durch Tests andere Krankheitsbilder ausgeschlossen

Auch die D-Dimere sind positiv – damit liegt der Verdacht dafür, dass es sich um Lungenembolie Anzeichen handelt sehr nahe. Ich erkläre: „Ein Blutgerinnsel hat wahrscheinlich Ihre Gefäße zur Lunge verstopft – die Lage ist ernst.“ Ich nehme mir meinen Herzecho-Schallkopf und schaue gezielt auf seine rechte Herzkammer. Hier findet sich eine Undichtigkeit der beiden Herzklappen, eine erweiterte Kammer und eine verminderte Pumpleistung. Typisch für eine Lungenembolie. „Haben Sie Krampfadern? War ein Bein in den letzten Tagen geschwollen, oder haben Sie länger gelegen?“ Blutgerinnsel (Thromben) entstehen oft in den Beinen, gerade bei längerem Liegen oder nach Verletzungen, werden von dort durchs Herz in die Lunge gespült. „Ja, ich habe Krampfadern“, entgegnet mein Patient. „Und ich hatte mir den Fuß umgeknickt und musste vier Tage im Bett liegen.“

 

Bei Lungenembolie Anzeichen kann ein Lungen-CT weitere Hinweise liefern   

Deuten die Lungenembolie Anzeichen so stark auf das Vorliegen dieses Krankheitsbildes hin, sollte die Behandlung eingeleitet werden. Ich entschließe mich zu einer Akut-Therapie, einer Antikoagulation (Blutverdünnung) mit dem Wirkstoff Apixaban. Ich erkläre meinem Patienten die Situation: „Wir verdünnen jetzt vorsorglich Ihr Blut. Eigentlich müssen Sie in die Klinik. Ich weiß, Sie möchten das nicht, obwohl es lebensgefährlich werden kann. Ein Vorschlag zur Güte: Wir schicken Sie zu einer CT-Praxis, die Ihre Lungengefäße röntgt – wenn es schlimm aussieht, gehen Sie bitte in die Notaufnahme.“ Er stimmt zu. Tatsächlich zeigt das CT kurz darauf eine ausgedehnte Embolie, und mein Patient fährt trotz Unbehagen in die Klinik. Es geht nicht anders. Nach zwei Wochen sehe ich ihn wieder. Es geht ihm gut. Die Krampfadern möchte er behandeln lassen, damit „das“ nicht noch mal passiert. Denn Tausende Menschen sterben jährlich genau daran. Das hat er nun verstanden. Den Blutverdünner muss er noch einige Monate nehmen.

Der Experte:

Dr. med. Dierk Heimann
Er ist seit 20 Jahren Arzt und hat sich unter anderem auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Vorbeugungs-, Ernährungs- und Naturmedizin spezialisiert. www.ihr-hausarzt-in-mainz.de

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