Lunge trainieren: Mit welchen Atemübungen und Geräten?

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Die Lunge zu trainieren, ist sehr empfehlenswert: Mit diesen Atemübungen und Geräten verbessert man das Lungenvolumen und kann die Lunge langfristig stärken.

Frau atmet ruhig und konzentriert ein
Atemübungen helfen, die Lunge zu stärken Foto:  iStock / fizkes
Inhalt
  1. Welche Sportarten eignen sich, um die Lunge zu trainieren?
  2. Mit welchen Atemübungen gelingt es, die Lunge zu trainieren?
  3. Wie kann man mit einem Gerät die Lunge trainieren?

Wer an chronischen Lungenerkrankungen leidet, sollte nach Rücksprache mit dem Arzt die Lunge trainieren, und zwar mit Atemübungen oder mit Geräten. Ziel ist es, mehr Luft ein- und auszuatmen, sprich den Gasaustausch zu erhöhen. Dadurch verbessert sich die Lebensqualität. Das Training der Lunge ist jedoch auch bei gesunden Menschen vorbeugend sinnvoll.

Patienten mit Asthma bronchiale, mit der sogenannten chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder mit anderen chronischen Lungenerkrankungen erhalten nicht nur Medikamente zur Behandlung. Oft raten ihnen Ärzte, die Lunge zu trainieren. Das geht nicht von heute auf morgen. Wer langfristig sein Lungenvolumen trainiert, verringert die Atemnot und erhöht die körperliche Belastbarkeit. Es gelingt wieder besser, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Außerdem ist es sinnoll, die Lunge vorbeugend zu trainieren, um sie zu stärken.

 

Welche Sportarten eignen sich, um die Lunge zu trainieren?

Bevor ein Arzt Empfehlungen ausspricht, wird er Patienten gründlich untersuchen und die Lungenfunktion bestimmen. Anschließend kann er zu bestimmten Sportarten raten, um die Lunge zu trainieren.

Generell eignen sich Sportarten, die unsere Ausdauer verbessern, beispielsweise Gehen, Wandern, Walken, Laufen, Joggen, Schwimmen, Radfahren und Tanzen.

Menschen mit stärkeren Einschränkungen können an regionalen Lungensportgruppen teilnehmen. Sie erhalten individuelle Trainingsprogramme, wobei ihre Lungenfunktion regelmäßig mit dem Peak-Flow-Meter, einem leicht bedienbaren Messgerät, bestimmt wird. Wichtig ist, sich regelmäßig zu betätigen, aber nicht zu verausgaben. Generell vergrößert man durch Sport die ventilierbare Luftmenge, also das Volumen beim Ein- und Ausatmen.

Auch vorbeugendes Training ist sinnvoll – wer sein Leben lang Ausdauersport betreibt, hat in der Regel auch im Alter noch ein höheres Lungenvolumen.

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Mit welchen Atemübungen gelingt es, die Lunge zu trainieren?

Patienten mit Lungenerkrankungen sollten Atemübungen, mit denen die Lunge trainiert wird, nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt durchführen. Ziel ist auch hier, die ventilierbare Luftmenge zu vergrößern. Mit folgenden kleinen Übungen lässt sich das Lungenvolumen trainieren beziehungsweise erhöhen:

1. Aufrecht hinsetzen und langsam und tief ein- und ausatmen. Die Übung zehn bis 15 Mal wiederholen.

2. Im Sitzen oder Stehen beide Arme gestreckt auf Schulterhöhe halten. Die Handflächen zeigen nach unten. Beide Arme in kleinen, schnellen oder großen, langsamen Bewegungen auf und ab bewegen. Dabei ganz normal weiteratmen. Je nach Gesundheitszustand die Übung eine Minute bis fünf Minuten ausführen.

3. Ein Handtuch mit beiden Armen gestreckt auf Schulterhöhe halten. Beim Ausatmen auseinanderziehen; beim Einatmen wieder locker lassen. Auch diese Übung zehn bis 15 Mal wiederholen. 

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Wie kann man mit einem Gerät die Lunge trainieren?

Um die Lunge zu trainieren, kann man auch mit einem Gerät arbeiten. Hier gibt es zwei unterschiedliche Kategorien. Ein inspiratorischer Lungentrainer verbessert bei langfristiger Anwendung das Einatmen, ein expiratorischer Lungentrainer das Ausatmen. Solche Geräte eignen sich für die Anwendung zu Hause. Sie erzeugen beim Einatmen oder Ausatmen einen individuell veränderbaren Widerstand. Bei Erkrankungen sollte die Anwendung mit dem Arzt abgestimmt werden.

Ärzte empfehlen bei chronischen Lungenerkrankungen wie COPD, Asthma bronchiale oder Mukoviszidose expiratorische Lungentrainer. Diese werden auch PEP-Geräte genannt. PEP steht für einen positiven, also erhöhten, Ausatmungsdruck (auf Englisch: positive expiratory pressure). Sie trainieren nicht nur die Lunge, sondern lösen aufgrund des Überdrucks auch festsitzenden Schleim.

Quellen:
Lungeninformationsdienst: Bewegung und Sport, in: lungeninformationsdienst.de
Lungeninformationsdienst: Lungensport – was kann ich selbst tun, in: lungeninformationsdienst.de
Lungenärzte im Netz: Training für die Lunge - ein Muss bei COPD, in: lungenaerzte-im-netz.de
Lungenärzte im Netz: Atemtherapie und Lungensport, in: lungenaerzte-im-netz.de

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