Lorbeeröl: Das beliebte Naturheilmittel des Lorbeerbaums

Redaktion PraxisVITA

Im antiken Griechenland sagte man Lorbeer nach, sogar Tote wieder zum Leben erwecken zu können. Ganz so kraftvoll sind die Blätter des Lorbeerbaums zwar nicht – genießen aber besonders in Form von Lorbeeröl im Bereich der Naturmedizin einen ausgezeichneten Ruf.

Lorbeerblätter und kleine Flasche mit Öl
Lorbeeröl kann kalt gepresst und destilliert Anwendung finden Foto:  istock/Anna ok
Inhalt
  1. Die zwei verschiedenen Arten von Lorbeeröl
  2. Lorbeeröl selber machen – geht das?
  3. Die Wirkungen von Lorbeeröl
  4. Die Inhaltsstoffe von Lorbeeröl
  5. Wie Lorbeeröl eingesetzt wird
  6. Nebenwirkungen bei der Anwendung von Lorbeeröl

Lorbeeröl wird aus den Blättern des Lorbeerbaums gewonnen. Dieser stammt ursprünglich aus Asien, ist aber längst auch fast im gesamten Mittelmeerraum beheimatet. Während Lorbeerblätter besonders zur Verfeinerung zahlreicher Gerichte beliebt sind, ist das aus dem Lorbeer gewonnene Öl ein beliebtes Naturheilmittel.

 

Die zwei verschiedenen Arten von Lorbeeröl

Es gibt zwei verschiedene Arten der Ölgewinnung – einerseits durch Kaltpressung, andererseits durch Wasserdampfdestillation. Somit erhält man entweder kaltgepresstes Lorbeeröl – oder das ätherische Lorbeeröl. Der Unterschied zwischen diesen beiden Ölen besteht vor allem in der Konsistenz: Kalt gepresst ist es sehr fest und besitzt einen tiefgrünen Farbton. Es wird vor allem für Seife verwendet. Das ätherische Öl ist hingegen weitaus dünnflüssiger.

 

Lorbeeröl selber machen – geht das?

Die eigene Herstellung eines Öls mit der Wirkung von echtem ätherischen Lorbeeröl ist nicht möglich. Jedoch können Sie ein deutlich schwächeres, aber immer noch wirkungsvolles Öl herstellen. Dazu zerkleinern Sie getrocknete Lorbeerblätter, geben diese in ein Glas und übergießen sie mit Öl. Dafür können Sie zum Beispiel Olivenöl verwendet. Wichtig ist, dass die Blätter vollständig bedeckt werden. Verschließen Sie das Glas und lagern Sie es ohne Sonneneinstrahlung bei Zimmertemperatur. Schütteln Sie es täglich durch. Nach circa vier bis sechs Wochen können Sie die Blätter herausfiltern – dabei nicht mit den Fingern in das Öl fassen – und das Produkt verwenden.

 

Die Wirkungen von Lorbeeröl

Ätherischem Lorbeeröl wird eine ganze Reihe von gesundheitlichen Vorteilen zugeschrieben. Es soll Depressionen lindern, die Konzentration fördern und für innere Ausgeglichenheit sorgen. Außerdem ist es schmerzlindernd, durchblutungsfördernd, vitalisierend und hautpflegend. Wegen seiner keimabtötenden Eigenschaften ist es in der Naturmedizin ein äußerst beliebtes Mittel. Zudem hilft Lorbeeröl bei rheumatischen Beschwerden und neutralisiert Gerüche.

Zu den Einsatzbereichen des Öls gehören unter anderem:

  • Schuppen beziehungsweise Schuppenflechte
  • Akne
  • Unreine Haut
  • Talgdrüsenüberfunktion
  • Verdauungs- oder Magenbeschwerden
  • Muskelschmerzen, Rheuma, Arthritis
  • Husten oder Bronchitis
  • Gicht
  • Krämpfe
  • Geschwollene Lymphknoten
  • Depressive Verstimmungen

Das kalt gepresste Öl wird nur für rheumatische Beschwerden verwendet.

 

Die Inhaltsstoffe von Lorbeeröl

Lorbeeröl besitzt eine Vielzahl von wertvollen Bestandteilen. 1,8-Cineol (auch bekannt als Eucalyptol) hilft bei Atemwegserkrankungen, Asthma oder Bronchitis. Es kommt neben dem Lorbeer auch im Eukalyptus vor. Seine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung erhält das Öl hingegen durch den Bestandteil Eugenol. Pinen ist wirksam bei Muskelschmerzen und Krämpfen.

Hier finden Sie einen Überblick über einige im ätherischen Lorbeeröl enthaltene Stoffe:

  • Terpinen-4-ol
  • Eucalyptol (1,8-Cineol)
  • Methyleugenol
  • Phellandren
  • a-Terpineol
  • Termineol
  • Eugenylacetat
  • Sesquiterpen
  • Terpinylacetat
  • Pinen
  • Eugenol
  • Geraniol
  • Sabinen
  • Linalool
 

Wie Lorbeeröl eingesetzt wird

Lorbeeröl können Sie auf eine Vielzahl von Arten einsetzen. Bei Husten oder Bronchitis aber auch zur Stärkung des Immunsystems mischen Sie einen Tropfen des ätherischen Öls mit 200 ml lauwarmem Wasser, fügen einen Löffel Honig hinzu und trinken es. Die orale Einnahme hilft auch bei Krämpfen, Rheuma, Gicht und ist für die Verdauung dienlich.

Sie können es als Massageöl oder als Badezusatz verwenden – letzteres soll besonders gegen Verspannungen, Schmerzen und Stress helfen. In einer Duftlampe sorgt das Öl für eine entspannte, wohltuende Stimmung – hier reichen sechs bis acht Tropfen. Geben Sie mehrere Tropfen in lauwarmes Wasser und tränken Sie damit ein Handtuch – dieses können Sie zur Hautpflege auflegen. Bei Hautausschlägen können Sie auch Kompressen auflegen – dazu kochen Sie 200 Milliliter Wasser ab, lassen es etwas abkühlen und geben maximal sieben Tropfen Lorbeeröl hinein. Dann tränken Sie die Kompressen darin und legen sie auf die betroffene Stelle auf.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Zunächst sollten Sie sichergehen, dass Sie auch die gewünschte Form des Öls kaufen – also entweder ätherisches oder kalt gepresstes. Achten Sie darauf, dass es sich beim Lorbeer um “Laurus Nobilis” handelt. Keinesfalls darf Kirschlorbeer verwendet werden – dieser ist nämlich giftig.

Wo Sie Lorbeeröl kaufen können

Lorbeeröl – sowohl in ätherischer als auch kalt gepresster Form (als Seife) können Sie in der Apotheke kaufen. Sie finden es aber auch in einigen Drogeriemärkten und Reformhäusern. Außerdem bieten zahlreiche Online-Händler derartige Produkte an.

 

Nebenwirkungen bei der Anwendung von Lorbeeröl

Ätherisches Lorbeeröl kann aufgrund seines hohen Eugenolgehalts unter Umständen Hautreizungen verursachen, auch allergische Reaktionen sind möglich. Stellen Sie Symptome bei sich fest, hören Sie umgehend mit der Einnahme auf. Falls Sie unsicher sind, sprechen Sie sich mit Ihrem Arzt ab. Auch wenn Lorbeeröl nachgesagt wird, bei depressiven Verstimmungen zu helfen: Bei Depressionen ist es unbedingt empfehlenswert, sich ärztlichen Rat zu holen und mit dem Arzt eine eventuelle Medikation abzusprechen. Prinzipiell ist es ratsam, mit der Dosierung sparsam umzugehen und sich unbedingt an die jeweiligen Empfehlungen des Herstellers zu halten.

Quellen:

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