Löwenzahn essen: Gesundes Superfood – mit Tücken

Mit seinen gezackten Blättern und den satt gelben Blüten ist Löwenzahn an Straßen- und Wanderwegen schön anzusehen. Aber auch in der Küche macht er eine gute Figur – denn man kann Löwenzahn essen. Noch dazu ist er reich gefüllt mit Nährstoffen. Allerdings birgt Löwenzahn auch einige Gefahren.

Tee aus frischem Löwenzahn
Löwenzahn kann man essen, der Verzehr kann aber mit Nebenwirkungen einhergehen Foto: iStock_Eladstudio

Löwenzahn ist in den Gemüseregalen gut sortierter Supermärkte und Feinkostläden keine Seltenheit mehr. Das heimische Superfood eignet sich nicht nur als hübsche Verzierung auf Tellern, sondern es kann auch vielseitig verarbeitet werden. Wenn man Löwenzahn essen möchte, sollte man jedoch einige Dinge beachten.

Löwenzahn essen: Giftig ist Gewöhnlicher Löwenzahn nicht

Es gibt über 400 verschiedene Löwenzahnarten, die zur Familie der Korbblütler zählen. Hierzulande begegnet man oft dem Gewöhnlichen Löwenzahn. Dieser eignet sich für den Verzehr, da er nicht giftig ist.

Erkennen kann man ihn an folgenden Merkmalen:

  • Die Blätter sind unbehaart und glatt

  • Jeder Stiel weist nur eine Blüte auf

  • Der Stil ist ebenfalls unbehaart, darin befindet sich Milchsaft

Der im Stiel enthaltene Milchsaft ist zwar nicht giftig, aber er kann allergische Reaktionen hervorrufen. So kann es zu Rötungen und Juckreiz kommen, wenn der Saft mit der Haut in Berührung kommt. Wer eine Allergie gegen Korbblütler hat, sollte lieber ganz die Finger von Löwenzahn lassen. Denn der Verzehr kann unter anderem Schwellungen, Bläschen im Mund- und Rachenbereich und Hautreaktionen zur Folge haben.

Kann man Löwenzahn essen? Diese Wirkung hat die Pflanze

Wenn keine Allergie dagegen spricht, ist der Verzehr von Löwenzahn erstmal unbedenklich – er kann sogar eine Reihe gesundheitlicher Vorteile haben. Löwenzahn ist nämlich prall gefüllt mit Nährstoffen, vor allem Kalium (501 mg/100 g), Kalzium (163 mg/100 g) und Vitamin C (67 mg/ 100 g) sind darin reichlich vorhanden. Zum Nährstoffpaket gehören außerdem Vitamin A, D, B3 und B5 sowie Natrium und Phosphor.

Löwenzahn kann darüber hinaus mit wenig Kalorien punkten: Auf 100 Gramm kommen gerade einmal 29 Kilokalorien. In Verbindung mit den enthaltenen Bitterstoffen, die den Appetit hemmen und den Stoffwechsel ankurbeln, macht sich Löwenzahn daher gut auf Diät-Plänen.

Die Bitterstoffe fördern zudem die Verdauung, weshalb Tees aus Löwenzahl oft als Hausmittel bei Verstopfung zum Einsatz kommen. Der Ballaststoff Inulin, der unverdaut ausgeschieden wird, verstärkt den verdauungsfördernden Effekt. Hinzu kommt, dass Löwenzahn harntreibende Eigenschaften hat und so die Nieren- und Blasentätigkeit unterstützt.

Löwenzahn ist essbar – aber Nebenwirkungen sind möglich

Die gesundheitsfördernde Wirkung von Löwenzahn wird von Nebenwirkungen begleitet – das gilt insbesondere, wenn zu viel davon verzehrt wird: Die Bitterstoffe können etwa Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen und Übelkeit verursachen. Außerdem steckt in Löwenzahn Oxalsäure, die sich im Körper mit Mineralstoffen wie Kalzium und Eisen zu festen Ablagerungen bindet, was Nierenprobleme, Gicht, Arthritis und Eisenmangel fördert.

Gut zu wissen

Oxalsäure ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln in hoher Konzentration (> 50mg /100 g) enthalten, darunter in Spinat, Mangold, Mandeln, Rhabarber und Kakao. Für Menschen ohne entsprechende Erkrankungen ist das unbedenklich, da der Körper Oxalsäure zu großen Teilen ausscheidet. Hinzu kommt, dass durch Kochen bis zu zwei Drittel der Oxalsäure abgebaut werden können.

Auch wenn es einige Nebenwirkungen gibt, kann man Löwenzahn essen – vorausgesetzt, man tut es in Maßen. Die verschiedenen Teile der Pflanze können dabei auf unterschiedliche Weise verarbeitet werden.  

Kann man Löwenzahnblüten essen?

Wenn man einen Teil des Löwenzahns bedenkenlos essen kann, dann sind es die leuchtend gelben Blüten. Jede Blüte setzt sich zusammen aus Blütenblättern und bis zu 500 kleinen Einzelblüten. Geschmacklich bestechen sie mit einem süßlichen Aroma. Und als Dekoration verleihen sie jedem Teller eine ästhetische Note.  

Aus Löwenzahnblüten lässt sich zudem Gelee herstellen.

Das brauchen Sie dafür:

500 g Gelierzucker (Verhältnis 2 plus 1)

250 g Löwenzahnblüten

2 Zitronen

750 g Wasser

So geht es:

Den Löwenzahn gründlich waschen und trocknen. Danach die gelben Blütenblätter abzupfen und in einen mit dem Wasser gefüllten Topf geben. Eine Zitrone in Scheiben schneiden, entkernen und ebenfalls in den Topf geben. Das Ganze drei Minuten aufkochen und anschließend 12 Stunden ziehen lassen. In einem nächsten Schritt die Flüssigkeit durch ein sauberes Baumwolltuch in einen Topf abseihen. Die Schale der zweiten Zitrone in den Topf geben, ebenso den Gelierzucker. Nach Packungsanleitung einkochen und anschließend in Einmachgläser umfüllen.

Löwenzahnblätter essen ist nicht immer unbedenklich

Neben den Blüten lassen sich auch die Blätter des Löwenzahns kulinarisch verarbeiten. Charakteristisch ist ihr bitterer Geschmack, der im Vergleich zu den Blüten wesentlich intensiver ausfällt. Dabei gilt: Je dunkler die Blätter, desto höher ist die Bitterstoffkonzentration. Sie können sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden und eignen sich besonders gut als würzige Alternative zu Salatblättern.

Zudem können die Blätter für Tee verwendet werden. Löwenzahnblättertee kann aufgrund der appetithemmenden Wirkung der Bitterstoffe vor allem im Rahmen einer Diät einen spürbaren Effekt haben. Für den Tee entweder ein frisches Blatt oder ein bis zwei Teelöffel getrocknete Löwenzahnblätter mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und anschließend abseihen.

Allerdings gibt es einen Haken: Gerade in den Blättern ist die Oxalsäure konzentriert. Aus diesem Grund sollte man auf Löwenzahnblätter – ob frisch oder als Extrakt in Produkten verarbeitet – verzichten, wenn Erkrankungen wie Nierenschwäche, Gicht oder Arthritis bestehen.

Löwenzahnwurzeln essen oder weiterverarbeiten?

Ebenso wie die Blüten und Blätter können vom Löwenzahn auch die Wurzeln gegessen werden. Allerdings eignen sie sich nicht gut zum Kochen, da sie eine feste Konsistenz besitzen, was sich auch durch Erhitzen nicht ändert. Wegwerfen muss man sie deswegen aber noch lange nicht. Denn in getrockneter Form können sie zu Pulver gemahlen werden, das für Tee und Aufgüsse verwendet werden kann.

Löwenzahn pflücken: Das ist wichtig

Wer Löwenzahn essen möchte, muss dafür nicht in den Bio-Laden – man kann sich eifnach auf der nächstgelegenen Wiese bedienen. Beim Selberpflücken besteht jedoch die Gefahr, dass man versehentlich zu einer giftigen Pflanze greift: Löwenzahn kann auf den ersten Blick mit Kreuzkraut verwechselt werden, da beide gezackte Blätter und gelbe Blüten haben. Unterscheiden lassen sich die beiden Pflanzen an der Anzahl ihrer Blüten. Denn Löwenzahn hat nur eine Blüte pro Stil, Kreuzkraut gleich mehrere.

Wichtig ist zudem, dass man beim Pflücken keine Stellen aufsuchen sollte, an denen eine starke Verschmutzung wahrscheinlich ist, wie etwa Straßenwege. Unabhängig vom Ort sollte man nach dem Pflücken alle Teile der Pflanze gründlich waschen, ganz besonders, wenn man Löwenzahn roh essen möchte.