Lockerungen nach Ostern: Diese vier Bundesländer starten Modellprojekte

Daphne Sekertzi

Bund und Länder haben auf dem Corona-Gipfel den bundesweiten Lockdown bis zum 18. April verlängert. Vier Bundesländer gehen jedoch einen Sonderweg und starten Modellprojekte. So soll es nach Ostern in einzelnen Regionen umfassende Corona-Lockerungen geben.

Inhalt
  1. Schleswig-Holstein: Lockerungen ab dem 12. April
  2. Niedersachsen: Lockerungen in Gastronomie, Einzelhandel und Kultur nach Ostern
  3. Mecklenburg-Vorpommern plant Öffnungen in der Tourismusbranche
  4. Lockerungen für den Gastronomie- und Tourismusbereich in Sachsen
  5. Stephan Weil: Modellprojekte sind wegweisend für die Zukunft

Vom 01. bis zum 05. April geht Deutschland in den radikalen Lockdown. Das haben Bund und Länder auf dem Corona-Gipfel am Montag entschieden. Zusätzlich wird der seit Dezember geltende Lockdown bis zum 18. April verlängert – aber nicht in ganz Deutschland. Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Sachsen wollen nach Ostern Modellprojekte wagen, die regionale Lockerungen in der Gastronomie, im Freizeit- und Kulturbereich sowie in der Tourismusbranche vorsehen.

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Diese Lockerungen sind nach Ostern in den drei Bundesländern geplant:

 

Schleswig-Holstein: Lockerungen ab dem 12. April

In Regionen, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz konstant unter 100 bleibt, soll die Außengastronomie wieder öffnen dürfen. In der Hauptstadt Kiel sind zudem weitere Lockerungen geplant. Unter anderem sollen dort Zuschauer bei Fußballspielen und Theateraufführungen zugelassen werden.

In der Pressekonferenz zu den auf dem Corona-Gipfel beschlossenen Maßnahmen kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) an, dass das Modellprojekt ab dem 12. April beginnen werde – begleitet von einer strikten Teststrategie. Bis spätestens nächste Woche sollen die Regionen für das Modellprojekt ausgewählt werden.

 

Niedersachsen: Lockerungen in Gastronomie, Einzelhandel und Kultur nach Ostern

In Niedersachsen wird in der Woche nach Ostern ebenfalls ein Modellprojekt in einzelnen Kommunen starten. So sollen Menschen mit einem negativen Corona-Test in Geschäften des Einzelhandels einkaufen gehen, Kulturveranstaltungen besuchen und in der Außengastronomie sitzen dürfen. In welchen Regionen die Lockerungen kommen werden, wird das Landesgesundheitsamt entscheiden. Definitiv ausgeschlossen sind Kommunen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200. Außerdem werde das Projekt bei einem Überschreiten dieses Grenzwerts abgebrochen.

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Mecklenburg-Vorpommern plant Öffnungen in der Tourismusbranche

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat regionale Öffnungsschritte in ihrem Bundesland angekündigt. Der Fokus soll hier insbesondere auf der Tourismusbranche liegen. Regionen mit niedriger Sieben-Tage-Inzidenz sollen in diesem Bereich Öffnungen vornehmen. In den nächsten Tagen werde über Einzelheiten des Modellprojekts beraten.

 

Lockerungen für den Gastronomie- und Tourismusbereich in Sachsen

Einkaufen in Geschäften des Einzelhandels, Besuche in Gaststätten und sogar Hotelübernachtungen sollen mit einer „digitalen Eintrittskarte“ möglich sein. Diese kann jeder mit einem negativen Schnelltest erhalten. Bisher sind zwei Regionen für das Modellprojekt vorgesehen: Augustusberg und Oberwiesenthal. Sachsens Sozialministerin, Petra Köpping, erklärte am Dienstag auf der Kabinettspressekonferenz, dass die Modellprojekte wissenschaftlich begleitet würden.

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Stephan Weil: Modellprojekte sind wegweisend für die Zukunft

Wie sich die Infektionszahlen in den ausgewählten Regionen entwickeln werden, könnte Einfluss auf die bundesweite Corona-Strategie nehmen. Denn mit den Modellprojekten soll die Frage beantwortet werden, welche Öffnungsschritte in der Pandemie realisiert werden können, ohne dass das Infektionsgeschehen wieder erstarkt. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sprach von einem wegweisenden Schritt für die Zukunft.

Bei gleichbleibenden oder gar weiter sinkenden Infektionszahlen könnten die Lockerungen in den vier Bundesländern möglicherweise auch bundesweit in Regionen mit niedrigen Inzidenz-Werten umgesetzt werden.  

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