Corona-Beschränkungen nach Weihnachten: Das fordern Experten jetzt

Angesichts der hochansteckenden Omikron-Mutation halten Expert:innen weitreichende Corona-Beschränkungen nach Weihnachten für unumgänglich, um eine Belastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Die Forderung: Kontaktbeschränkungen und ein Lockdown.

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Der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat einen Lockdown vor Weihnachten ausgeschlossen. Doch der Corona-Expertenrat der Bundesregierung plädiert dafür, so schnell wie möglich deutliche Kontaktbeschränkungen im Privaten zu erlassen. Grund ist die grassierende Omikron-Variante. Ein Lockdown nach Weihnachten wird nun immer wahrscheinlicher.

Lockdown nach Weihnachten: Expert:innen drängen auf Beschränkungen

Zwar ist Omikron in Deutschland noch nicht dominierend. Doch das wird sich schnell ändern – davon sind die Fachleute überzeugt. So sieht der von der Regierung einberufene 19-köpfige Expertenrat „bereits für die kommenden Tage“ Handlungsbedarf. „Die in Deutschland angenommene Verdopplungszeit der Omikron-Inzidenz liegt aktuell im Bereich von etwa zwei bis vier Tagen“, heißt es.

Auch Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, erklärt: „Wir werden die bei Omikron hochschießenden Inzidenzen sehr stark runterbringen müssen und das wird uns nicht jetzt wie in dieser vierten Welle mit Booster-Impfungen gelingen, sondern dann nur wieder mit Abstand und Kontaktbeschränkungen". Die Virologin Isabella Eckerle warnt sogar davor, die Omikron-Welle werde „einer Naturkatastrophe ähneln“.

Dramatische Situation: Bund und Länder beraten am Dienstag

Wegen dieser eindringlichen Warnungen ist bereits für den morgigen Dienstag eine Ministerpräsidentenkonferenz anberaumt, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Dabei wird es insbesondere um die Empfehlung des Corona-Expertenrats, aber auch um vorbereitende Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur (KRITIS) gehen.

Außerdem wird diskutiert, inwiefern weitere Kontaktreduzierungen das Gesundheitssystems vor einer drohenden Überlastung schützen können und sollen. Wie Berichte aus Großbritannien und Dänemark zeigen, fallen durch die hohen Corona-Infektionen auch viele Beschäftigte in Kliniken und Pflegeheimen krankeitsbedingt aus – es droht eine massive Überlastung.

Kontaktbeschränkungen oder Lockdown?

Gesundheitsminister Lauterbach hält einen harten Lockdown nach Weihnachten für eher unwahrscheinlich. Auch andere Politiker wollen keine komplette Schließung des öffentlichen Lebens. „Sinnvolle Kontaktbeschränkungen“ seien aber laut FDP-Fraktionschef Christian Dürr denkbar. Andere, wie Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, sind hingegen alarmiert. Und auch die Opposition dringt auf schnelle Entscheidungen, bevor man sehenden Auges in die nächste Pandemie-Welle hineinlaufe, so Linken-Chefin Janine Wissler.

Lockdown nach Weihnachten: Das könnte drohen

Es wird nun immer wahrscheinlicher, dass es um den Jahreswechsel zu Kontaktbeschränkungen kommen könnte. Denkbar ist Medienberichten zufolge, dass die Obergrenze für Veranstaltungen in Innenräumen von 50 auf 20 bis 25 Teilnehmer gesenkt wird. Zudem sollen bei Veranstaltungen unter freiem Himmel nur noch 100 statt 200 Teilnehmer erlaubt sein.

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen geht mit seinen Forderungen noch weiter und plädiert für einen „gut geplanten Lockdown Anfang Januar.“ Seiner Meinung nach sei es absehbar, dass die Omikron-Variante schnell zu einem großen Problem werde, auch Genesene und Zweifachgeimpften könnten sich noch anstecken. Ob es zu einem Lockdown nach Weihnachten kommen wird und mit welchen Maßnahmen zu rechnen ist, werden Bund und Länder morgen entscheiden.