"Lockdown Light": Setzt Merkel härtere Corona-Maßnahmen durch?

Mona Eichler Health-Redakteurin

Kein kompletter Lockdown, aber deutlich verschärfte Corona-Maßnahmen: Laut Medienberichten will Bundeskanzlerin Merkel bei den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch einen "Lockdown Light" diskutieren. Dabei könnten Schulen und Kindergärten geöffnet bleiben, Bars und Restaurants müssten hingegen schließen. 

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Inhalt
  1. "Lockdown Light" als Antwort auf steigende Corona-Neuinfektionen?
  2. Befristeter Lockdown: Eine harte, aber bessere Lösung gegen Corona? 
  3. Corona-Pandemie in Deutschland: Die Wirtschaft darf nicht zu Boden gehen
 

"Lockdown Light" als Antwort auf steigende Corona-Neuinfektionen?

Am Mittwoch (28.10.2020) beraten Bund und Länder darüber, mit welchen Maßnahmen man den stetig wachsenden Corona-Zahlen in Deutschland entgegentreten könnte. Seit Tagen liegen die gemeldeten Neuinfektionen binnen 24 Stunden über der kritischen Marke von 10.000 – am Tag vor den Bund-Länder-Beratungen beispielsweise wurden dem Robert Koch-Institut 11.409 neue COVID-Fälle innerhalb eines Tages gemeldet. 

Laut Medienberichten strebt Bundeskanzlerin Angela Merkel deswegen einen "Lockdown Light" an. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, handelt es sich dabei nicht um einen kompletten Lockdown, wie ihn Deutschland zu Beginn der Corona-Pandemie bereits erlebt hat. Vielmehr sollen Schulen und Kindergärten geöffnet bleiben, sofern deren jeweilige Regionen nicht gegen extrem hohe Infektionszahlen kämpfen. Auch Läden sollen nach Möglichkeit Kunden empfangen dürfen. Bars und Restaurants hingegen könnten von punktuellen Schließungen betroffen sein, ebenso wie Veranstaltungen. 

Regierungssprecher Steffen Seibert wollte die Berichte über einen "Lockdown Light" nicht kommentieren. 

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Befristeter Lockdown: Eine harte, aber bessere Lösung gegen Corona? 

Der "Lockdown Light" ist nicht die einzige Lockdown-Variante, die derzeit diskutiert wird. Es gibt Stimmen, die ein komplettes, aber befristetes Herunterfahren des öffentlichen Lebens als die beste Maßnahme gegen die steigenden Infektionszahlen in Deutschland sehen. 

Der Ökonom Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung beispielsweise sagte gegenüber dem "SWR": "Aus der Perspektive der Wirtschaft wäre ein kurzer, scharfer Lockdown wahrscheinlich die beste Option." Nach 14 Tagen Stillstand könne Deutschland "schnell wieder zur Normalität zurückkehren". 

Auch der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Thomas Strobl hält einen kompletten Lockdown für effektiver als einen "Lockdown Light". Dabei wäre allerdings eine Woche Stillstand ausreichend. Dem Nachrichtenportal "ThePioneer" sagte der baden-württembergische Innenminister: "Wenn die Zahlen sich weiter so entwickeln, dann müssen wir Maßnahmen in den Blick nehmen, etwa, dass wir auch einmal für eine Woche alles dicht machen, dass von Freitag bis Sonntag die Woche drauf gar nichts mehr geht."

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Corona-Pandemie in Deutschland: Die Wirtschaft darf nicht zu Boden gehen

Die Diskussion um "Lockdown Light" oder einen kompletten Lockdown wird hart geführt. Es scheint zwar eindeutig, dass angesichts der steigenden Neuinfektionen in Deutschland etwas unternommen werden müsse. Ob und vor allem in welchem Umfang Lokale, Geschäfte sowie Bildungs- und Betreuungseinrichtungen geschlossen werden sollen, ist jedoch keine eindeutige Entscheidung. Wie "tagesschau.de" berichtet, sprach sich unter anderem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer für ausbalancierte Corona-Maßnahmen aus: Kontakte müssten zwar reduziert werden – jedoch "ohne, dass Kitas und Schulen schließen müssen und die Wirtschaft zu Boden geht", betonte die SPD-Politikerin demnach während einer Videokonferenz des Corona-Bündnisses Rheinland-Pfalz. 

Ähnliches scheint Bundeskanzlerin Merkel mit dem "Lockdown Light" anzustreben. 

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Quellen:
Vor Bund-Länder-Beratungen: Kommen härtere Maßnahmen?, in: tagesschau.de
Strobl: Bei Corona-Verschärfung eine Woche "dicht machen", in: sueddeutsche.de
DIW-Präsident Fratzscher: "Kurzer, scharfer Lockdown" wäre machbar, in: swr.de
Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard, in: experience.arcgis.com

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