Lippen aufspritzen: Nebenwirkungen sind nicht ausgeschlossen

Redaktion PraxisVITA
Lippen aufspritzen
Wenn die Lippen zu häufig aufgespritzt werden, kann eine Platzwunde in der Lippe nicht genäht werden – das zeigt der Fall einer 30-Jährigen aus England © Fotolia

Die 30-jährige Lisa Hind aus England war acht Jahre lang süchtig nach Beautybehandlungen. Ihre Geschichte zeigt, was passieren kann, wenn der Schönheitswahn zu weit geht. Wer sich die Lippen aufspritzt, riskiert Nebenwirkungen.

Lisa Hind heiratete ihren Mann Steve nur unter einer Voraussetzung: Er musste einen Ehevertrag unterzeichnen, in dem er sich verpflichtete, monatlich 450 Pfund (rund 635 Euro) für ihre Schönheitsbehandlungen auszugeben. Er tat es – und Lisa ließ sich mit Botox behandeln, die Lippen aufspritzen, permanentes Make-up auftragen und künstliche Nägel anbringen. Im Laufe von acht Jahren kamen so rund 43.00 Pfund (60.700 Euro) zusammen.

Doch während eines Urlaubs in Spanien wurde ihr Schönheitswahn zum Verhängnis: Sie fiel hin und schlug sich die Lippe auf. Eigentlich eine harmlose Verletzung, die mit ein paar Stichen hätte genäht werden können – doch ihre Lippen waren so stark aufgespritzt, dass das nicht möglich war.

Darum musste die Fitnesstrainerin mehrere Wochen mit einem Loch in ihrer Lippe leben, bevor es operativ geschlossen werden konnte.

 

Lippen aufspritzen - welche Nebenwirkungen gibt es?

Die Unterspritzung der Lippen mit Hyaluronsäure wird eingesetzt, um die Lippen voller aussehen zu lassen. Normalerweise ist die Behandlung unproblematisch – wenn man sie nicht, wie Lisa Hind, zu häufig durchführt. Zwischen zwei Behandlungen sollten sechs bis neun Monate liegen.

Doch wie kam es überhaupt zu Lisas Sucht? „Ich hatte das Gefühl, wenn ich nicht attraktiv und künstlich aussehe, lasse ich ihn als Ehefrau im Stich“, erzählte Lisa Hind dem britischen „Mirror“. Doch stattdessen schadete ihr Schönheitswahn ihrer Beziehung, erzählt Steve. Inzwischen hat das Paar seine Schwierigkeiten überwunden – und Lisa Hind hat den Schönheitsbehandlungen abgeschworen.

Frauen, die sich wie Lisa Hind die Lippen aufspritzen, riskieren Nebenwirkungen. Zu den gängigsten gehören:

Um beim Lippen aufspritzen Nebenwirkungen zu meiden, sollten Frauen unbedingt darauf achten, zu einem Facharzt zu gehen. In Deutschland dürfen sogar Heilpraktiker Hyaluron spritzen. Das birgt allerdings die Gefahr, dass bei dem Eingriff Komplikationen auftreten.

 

Lippen aufspritzen: Nebenwirkungen durch eine gute Arztwahl verhindern

Einen guten Arzt erkennt die Patientin auch daran, dass er sich ausführlich Zeit nimmt, die Motivation der Frau zu erfahren. Macht sie den Eingriff, weil sie sich dadurch mehr Anerkennung verspricht? In diesem Fall wird der Mediziner wahrscheinlich von einer OP abraten. Zu groß wäre die Gefahr, dass die hohen Erwartungen der Frau nicht erfüllt werden können. Darüber hinaus sollte er sich genaustens danach erkundigen, welche Erkrankungen bei der Patientin vorliegen. Hat sie Diabetes oder Autoimmunerkrankungen, so liegen Gründe vor, den Eingriff nicht durchzuführen.

Die Lippen aufzuspritzen - Nebenwirkungen sind eher selten, da es sich um einen Routineeingriff handelt. Die Patientin wird lokal betäubt, der Eingriff dauert ca. 30 Minuten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht, da es sich um einen ästhetischen Eingriff handelt. Je nach Behandlungsart kostet es bis zu 1500 Euro, sich die Lippen aufspritzen zu lassen.

 
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