Lindenstraßen-Star Georg Uecker ist HIV-positiv

Georg Uecker
Georg Uecker fühlt sich trotz HIV-Infektion fit. © Getty Images

TV-Star Georg Uecker, vielen als sympathischer Arzt Dr. Carsten Flöter in der Lindenstraße bekannt, hat jetzt offenbart, dass er HIV-positiv ist.

Der offen homosexuell lebende Schauspieler hat sich nach eigenen Angaben bereits Mitte der 80er Jahre mit dem HI-Virus infiziert, er selbst weiß seit 25 Jahren von seiner Ansteckung. Dass Uecker gesundheitliche Probleme hat, wurde in der Öffentlichkeit schon lange vermutet. Bereits 2006 hatte der Schauspieler viel Gewicht verloren. Auf der IFA erlitt er im Jahr 2008 einen Zusammenbruch und verschwand in den darauffolgenden Jahren immer wieder für längere Zeit aus der Öffentlichkeit. Dass sein damaliger Gesundheitszustand mit einer HIV-Infektion zusammenhängen könnte, wurde schon seit längerem von der Presse und seinen Fans vermutet. Doch erst jetzt hat sich Uecker dazu entschlossen, seine Infektion zu offenbaren. Er steht damit in einer Reihe mit anderen prominenten HIV-Infizierten wie dem Schauspieler Charlie Sheen, der seine Erkrankung 2015 öffentlich gemacht hatte und  dem Basketballer „Magic“ Johnson, der bereits 1991 an die Öffentlichkeit gegangen war.

 

„Tatsache ist, dass ich HIV positiv bin“

Dank moderner Medikamente geht es Uecker heute besser, als noch vor zehn Jahren. Das erzählte er am vergangenen Donnerstag dem Magazin „Schwulissimo“: „Es gab viele Gerüchte. Tatsache ist, und daraus habe ich auch nie ein Geheimnis gemacht, dass ich HIV positiv bin. Mir geht es aber dank der Pharmaindustrie und einer in jeglicher Hinsicht positiven Lebenseinstellung sehr gut.“

Aber auch schwere Phasen seiner Erkrankung verschwieg er nicht: „Vor den ersten Kombitherapien habe ich schon geglaubt, ich hätte jetzt nicht mehr viel Zeit. Der Grund für meine „Unsichtbarkeit“: Ich war komplett überarbeitet. Da musste ich zwischenzeitlich mal einen Gang runterschalten.“

 

Moderne Therapien vereinfachen vieles – eine Heilung ist trotzdem nicht in Sicht

Die sogenannten Kombitherapien sind seit Mitte der 1990er Jahre im Einsatz. Inzwischen sind sie so wirksam, dass HIV-Patienten bei regelmäßiger Einnahme eine mit Gesunden vergleichbare Lebenserwartung haben. Die auch als hochaktive antiretrovirale Therapie (ART) bezeichnete Medikamentengabe besteht meistens aus einer Kombination aus drei antiretroviralen Wirkstoffen. Da bei einigen Patienten Resistenzen gegen Wirkstoffe oder Nebenwirkungen auftreten, ist eine ständige ärztliche Kontrolle und Anpassung der Medikamente erforderlich. Auch wenn sich die Schwere der Nebenwirkungen im Vergleich zu früheren Therapien deutlich verringert hat, treten immer noch Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Durchfall, Verstopfung, Schwindelgefühl und Schlafstörungen als Folgen der Medikamente auf.

Während Patienten vor Einführung der ART noch bis zu 20 Tabletten pro Tag einnehmen mussten, ist heute nur eine ein bis zweimal tägliche Einnahme einiger weniger Pillen nötig. Dosierung und Art der Wirkstoffe können dabei je nach Schlaf- und Essgewohnheiten und eventuellen Nebenwirkungen auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten werden. So können durch die heutigen Therapien HIV-Infizierte ein fast ganz normales Leben führen, dazu gehört auch das Zeugen von Kindern ohne Weitergabe des Virus. Die Mutter-Kind-Übertragungsrate konnte seit 1995 von bis zu 40 Prozent auf 1–2 Prozent verringert werden. Voraussetzung ist jedoch immer eine durchgehende, im Regelfall tägliche Einnahme der Medikamente und eine Geburt unter ärztlicher Aufsicht. Auch wenn die Virenzahl im Blut von Infizierten eine Ansteckung des Partners fast unmöglich macht, ist Safer Sex immer noch der wirksamste Schutz vor einer Ansteckung.

 

Prominenter „Longtime Survivor“

Georg Uecker sieht heute zuversichtlich in die Zukunft: „Heute ist alles wieder im grünen Bereich und ich bin topfit. Wahrscheinlich bin ich spätestens jetzt nach diesem Interview der prominente „Longtime Survivor“, der den Schritt nach vorne macht. Heute bin ich konstant unter der Nachweisgrenze, völlig fit und fest entschlossen, ein schriller Alter zu werden.

Hamburg, 29. Juli 2016

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