Lieber Steak als Toast – so klappt’s mit dem Vaterwerden

Verena Elson Medizinredakteurin
Ein Mann würzt ein Steak
Du bist, was dein Vater isst: Die Ernährung des Vaters vor der Zeugung hat Einfluss auf die Gesundheit der Nachkommen, zeigen Studien © iStock

Experten raten Frauen mit Kinderwunsch zu einer ausgewogenen Ernährung – doch auch Männer sollten sich bewusst ernähren, zeigt eine aktuelle US-Studie. Was gehört auf den Speiseplan von Männern mit Kinderwunsch?

Den Ratschlag von Wissenschaftlern der University of Cincinnati werden viele Männer wohl gerne befolgen: Viel Fleisch und Fisch, mit dem Brot sollten Sie sparsam sein.

In der Studie, die in dem Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht wurde, beobachteten die US-Forscher an Fruchtfliegen, wie sich die Ernährung des Vaters auf die Gesundheit der Nachkommen auswirkt. Medizinische Studien werden häufig mit Fruchtfliegen durchgeführt, weil diese 60 Prozent der Gene mit dem Menschen Teilen.

 

So sollten sich Männer mit Kinderwunsch ernähren

Die Wissenschaftler gaben männlichen Fruchtfliegen 17 Tage lang Futter mit unterschiedlichen Zusammensetzungen. Anschließend ließen sie die Tiere sich mit weiblichen Fruchtfliegen paaren, deren Ernährung sich nicht unterschied. Die Forscher beobachteten, dass Embryos höhere Überlebenschancen hatten, wenn der Vater eine proteinreiche und kohlehydratarme Ernährung bekommen hatte.

Für den Speiseplan von Männern mit Kinderwunsch heißt das konkret: Viel Eiweiß, beispielsweise in Form von Fisch (z.B. Forelle), Fleisch (z.B. mageres Rindfleisch), Eiern, Mandeln, Quark, Quinoa oder Kichererbsen; weniger Nudeln, Kartoffeln und Brot. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Männern bis 50 Jahren den Verzehr von 57 Gramm Proteinen, Männern zwischen 51 und 64 Jahren von 55 Gramm Proteinen und Männern ab 65 von 67 Gramm Proteinen täglich. 100 Gramm mageres Rindfleisch enthalten beispielsweise 28 Gramm Eiweiß, 100 Gramm Forelle enthalten 24 Gramm Eiweiß.

 

Warum es wichtig ist, was der Vater isst

Doch erste Hinweise darauf, dass die Ernährung des Vaters ähnlich große Auswirkungen hat wie die der Mutter, gibt es bereits seit 2013. Da fand ein Forscherteam der McGill University im kanadischen Montreal in einer Studie mit Mäusen heraus, dass ein Folsäuremangel beim Vater ebenso zu Missbildungen beim Nachwuchs führen kann wie ein entsprechender Mangel bei der Mutter. Eine Anfang des Jahres veröffentlichte australische Studie zeigte, dass Söhne von männlichen Fruchtfliegen, die sich proteinreich ernähren, eine bessere Spermienqualität haben als Nachwuchs von Vätern mit einer proteinarmen Ernährung.

Seit einiger Zeit wissen Forscher auch, dass das Verhalten von Eltern schon vor der Zeugung die Gene ihrer Kinder verändern kann und diese Veränderungen sogar an folgende Generationen weitervererbt werden können – diese Vorgänge bezeichnen Mediziner als Epigenetik. Wie weitreichend die Auswirkungen unseres Verhaltens auf das Erbgut unserer Kinder sein können, erfahren Sie hier.

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