Lieber Fette statt Kohlenhydrate!

Carolin Banser
Kohlenhydrate
Eine neue Studie zeigt jetzt: Je höher der Konsum von Kohlenhydraten, desto höher die Gesamtsterblichkeit © istock

Widersprüchliche Ernährungsempfehlungen und ständig neue Erkenntnisse der Forschung: Manchmal weiß man einfach nicht mehr, was man mit gutem Gewissen noch essen soll. Eine neue Studie deckt jetzt eine der größten Lügen der Ernährungswissenschaft auf!

Viele von uns streben eine gesunde Ernährung an. Nur weiß eigentlich keiner so genau, was eine gesunde Ernährung wirklich ausmacht – denn was gesund ist, scheint abhängig vom Zeitgeist zu sein.

 

Fett erhöhen das Risiko für einen vorzeitigen Tod

Aktuelle Ergebnisse aus einer großangelegten, internationalen Studie besagen jetzt, dass nicht Fette unser Risiko für einen vorzeitigen Tod erhöhen, sondern dass vor allem industriell hergestellte Kohlenhydrate, wie z.B. weißer Reis, weiße Brotsorten und Backwaren sowie süße Getränke, unserem Körper schaden.

Die Forscher konnten außerdem belegen, dass Obst, rohes Gemüse und Hülsenfrüchte wie z.B. Bohnen das Risiko eines frühen Todes senken können. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Studienautoren in der Fachzeitschrift The Lancet.

 

Die Studie

Im Rahmen der Untersuchung wurden die medizinischen Daten von mehr als 135 000 Personen aus 18 Ländern im Alter zwischen 35 und 70 Jahren ausgewertet. Die Wissenschaftler – unter der Leitung des kanadischen Herzspezialisten Prof. Salim Yusuf von der McMaster University in Hamilton – setzten die Ernährungsgewohnheiten der Probanden mit deren Sterblichkeit in Beziehung.

Das Ergebnis: Je höher der Konsum von Kohlenhydraten, desto höher die Wahrscheinlichkeit, frühzeitig zu sterben. Je höher der Konsum von Fetten, desto niedriger die Wahrscheinlichkeit.

Die Forscher stellten fest, dass eine sehr niedrige Aufnahme von gesättigten Fettsäuren (unter 3 Prozent der täglichen Ernährung, z.B. enthalten in vielen Fleischsorten) mit einem frühzeitigen Sterberisiko verbunden war, verglichen mit Ernährungsformen mit bis zu 13 Prozent Fett täglich.

Außerdem stehen High-Carb-Diäten – mit durchschnittlich 77 Prozent Kohlenhydraten – in Verbindung mit einem 28 Prozent erhöhten Risiko für einen vorzeitigen Tod im Vergleich zu Low-Carb-Diäten.

Eine niedrige Zufuhr an Fett führt automatisch zu einem Anstieg des Anteils an Kohlenhydraten, erklärt Erstautorin Dr. Mahshid Dehghan von der McMaster University in Hamilton, Kanada. Dies könne erklären, warum einige Menschen, die nicht viel Fett, dafür aber viele Kohlenhydrate zu sich nehmen, höhere Sterberaten hätten als andere.

"Die Studie zeigte, dass Fette das Leben nicht verkürzen. Moderate Mengen, besonders in Kombination mit einer niedrigeren Kohlenhydrataufnahme, sind wahrscheinlich optimal", so der Autor der Studie.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass führende Gesundheitsorganisationen möglicherweise ihre Ernährungsrichtlinien überdenken müssen.

 

Muss ich Cheeseburger, Nudeln und Co. jetzt von meinem Ernährungsplan streichen?

100-150 Gramm Kohlenhydrate pro Tag sind ideal. Am besten eignen sich sogenannte komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornbrot, Sojaprodukte, Haferflocken, Obst und Gemüse. Übrigens: Wer viel Sport treibt, darf sich mehr Kohlenhydrate (bis zu 320 Gramm) gönnen als Normalverbraucher. Wie die Low-Carb-Diät am besten funktioniert, erfahren Sie in unserer Bildergalerie „Abnehmen mit der Low-Carb-Diät.“

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