Lichtverschmutzung – Warum wir alle Rollläden brauchen

Sternenhimmel
Zwei Drittel der Europäer bekommen den Sternenhimmel kaum zu sehen © Fotolia

Wann haben Sie von Ihrem Wohnort aus das letzte Mal die Milchstraße gesehen? Noch nie? Dann sind Sie nicht allein, zwei Drittel aller Europäer bekommen unsere Galaxie und viele andere Himmelsobjekte nie zu sehen.

Schuld daran ist die sogenannte Lichtverschmutzung. Das Light Pollution Science and Technology Institute in Italien hat einen Lichtverschmutzungs-Atlas erstellt, der anzeigt, welche Teile der Welt besonders erleuchtet sind. Künstliches Licht, das auch in der Nacht den Himmel erhellt, sorgt dafür, dass die meisten Stadtbewohner kaum noch einen richtig dunklen Himmel kennen.

Dass wir die Sterne nicht mehr sehen können, ist eine Folge davon. Wesentlich bedenklicher ist es jedoch, dass unser Tag-Nacht-Rhythmus völlig aus dem Gleichgewicht gerät und unsere innere Uhr nicht mehr weiß, wann Schlafenszeit ist. Dadurch wird der Organismus zusätzlich unter Stress gesetzt. Experten gehen davon aus, dass Lichtverschmutzung zu Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Erschöpfungssymptomen beiträgt.

Am stärksten erleuchtet ist der Nachthimmel dem Lichtverschmutzungs-Atlas nach in Singapur und einigen arabischen Staaten. „Hier lebt die gesamte Bevölkerung unter einem Himmel, der so hell ist, dass die Augen erst gar nicht auf Nachtsicht umschalten“, so die Licht-Forscher.

Deutschland schneidet unter den G20-Staaten relativ gut ab. Wer einen richtig dunklen Himmel mit Sternen sehen will, sollte, dem Atlas zufolge, nach Madagaskar oder Grönland fahren.

© by WhatsBroadcast

Hamburg, 14. Juni 2016

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.