Lichttherapie hilft bei saisonal abhängiger Depression

Frau vor Lichtlampe
Therapie-Lampen mit großer Beleuchtungsstärke: Diese Lichttherapie kann bei Depressionen helfen © Corbis Germany

Therapielampen helfen im Herbst und Winter gegen Depressionen – die Strahlen können aber noch viel mehr bewirken. Auch Hautprobleme und Migräne können durch eine Behandlung mit Licht geheilt werden.

 

SAD-Syndrom: Saisonal abhängige Depressionen

Besonders Frauen leiden in den Herbst-und Wintermonaten unter dem sogenannten SAD-Syndrom: "Saisonal abhängige Depressionen". Der Grund: Der Körper bekommt nicht genug Tageslicht für die Produktion des Glückshormons Serotonin. Das hilft: Selbst an bewölkten Tagen gleicht ein ein- bis zweistündiger Spaziergang den Lichtmangel aus. Hochwirksam sind auch Therapie-Lampen. Sie aktivieren die lichtempfindlichen Hirnregionen und beeinflussen so die Hormonausschüttung.

Aber Licht besitzt noch weitere Heilkräfte! Bestrahlungen können so zum Beispiel Schmerzen, Gelenkbeschwerden oder Hautkrankheiten (Neurodermitis, Schuppenflechte) deutlich lindern.



 

Lichttherapie besiegt Depressionen


Bei einer Winterdepression helfen regelmäßige Bestrahlungssitzungen vor einer Therapie-Lampe. Sie sollte eine Stärke von mindestens 2 500 Lux haben – sonst hat die Therapie nicht den gewünschten Effekt. Optimal sind 10 000 Lux. Das sehr helle Kunstlicht (normale Zimmerbeleuchtung liegt zwischen 300 und 500 Lux) ist in seiner Wirkung dem Sonnenlicht sehr ähnlich: Es steigert den Spiegel des Hormons Serotonin, das unter anderem unsere Stimmung hebt.

Winterdepressive reagieren auf die Lichttherapie meist innerhalb weniger Tage, auch der Schlaf-Wach-Rhythmus wird positiv beeinflusst: Das helle Kunstlicht verhindert die Produktion des Schlafhormons Melatonin, das der Körper an trüben Tagen oft zu früh ausschüttet. Die Bestrahlung wirkt am besten morgens (zwischen 7 und 10 Uhr): täglich 40 Minuten vor die Lampe setzen, in einem Abstand von etwa 80 Zentimetern (je nach Gerät und Lichtstärke). Dabei können Sie frühstücken, lesen oder auch die Augen schließen: Das Licht ist so stark, dass es die Netzhaut auch durch geschlossene Lider hindurch erreicht. Geräte gibt es in der Apotheke (Kosten: ab etwa 100 Euro).



 

Blaue Strahlen lindern Schmerzen



Blaues Licht aus LED-Quellen geht unter die Haut und lindert Schmerzen. Denn die Strahlen regen die Bildung des körpereigenen Moleküls Stickstoff-Monoxid an. Dieses sorgt für eine bessere Durchblutung in den Muskeln und wirkt dadurch entzündungshemmend. Außerdem vermindert es die Schmerz-Weiterleitung.

Vor allem für die Behandlung von Rückenschmerzen sind sogenannte Bluetouch-Geräte (Apotheke, ab 249 Euro) geeignet: Die anschmiegsamen Leuchtkissen sind so groß wie ein Wärmepflaster und können direkt auf die schmerzende Stelle gelegt werden. Zweimal täglich 30 Minuten anwenden.



 

Laser-Akupunktur hilft bei Migräne und Gelenkschmerzen



Laser ist eine energiereiche, stark gebündelte Lichtquelle und wird in vielen Bereichen der Medizin angewandt. Bei der Laser-Akupunktur werden die aus der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) bekannten Akupunkturpunkte mit einem sogenannten Softlaser statt mit Nadeln stimuliert. Die dadurch ausgelösten Reize fördern u. a. die Neubildung von Blutgefäßen und Bindegewebe und beschleunigen so die Wundheilung. Wie die klassische Akupunktur wirkt auch die Laser-Therapie gegen Schmerzen – eingesetzt wird sie etwa bei Migräne oder Gelenkproblemen. Orthopäden behandeln Knieverletzungen (Knorpel- und Meniskusschäden) mit dem sanften Laser. Kosten: ab 30 Euro pro Sitzung, für die umfangreiche Erstuntersuchung etwa 80 bis 120 Euro. Keine Kassenleistung.



Künstliches Tageslicht hellt Stimmung auf
Studien zeigen: Die Therapie mit künstlichen Tageslicht wirkt stimmungsaufhellend. Der Grund: Die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin wird gebremst und der Serotoninspiegel steigt© Corbis Germany
 

Lichtimpfung gegen Neurodermitis



Bei schwerer Neurodermitis kann die sogenannte Lichtimpfung helfen. Dabei schaltet gepulstes Blaulicht gezielt die Zellen aus, die Auslöser der Neurodermitis-Schübe sind: Es handelt sich dabei um entzündete weiße Blutkörperchen. Die gesunden Zellen bleiben verschont. Ein weiterer Vorteil: Das Blaulicht ist völlig frei von schädlichen UV-Anteilen. Die Lichtimpfung beginnt, sobald ein akuter Neurodermitis-Schub einsetzt: In einer etwa 45-minütigen Sitzung wird der Körper mit dem blauen Licht bestrahlt. Die Behandlung wird über fünf bis sieben Tage fortgeführt. Bereits die erste Behandlungsserie lindert die Beschwerden, oft muss die Impfung nach einigen Wochen aufgefrischt werden. Der Behandlungszyklus an einer Licht-Klinik kostet etwa 900 Euro. In einigen Fällen zahlen die Kassen auf Antrag

 

Wichtig: das "Sonnenvitamin" D



Der Kontakt mit natürlichem Licht regt die Vitamin-D-Produktion an – und das bei jedem Wetter. Unser Körper braucht das Vitamin, um Kalzium zu verwerten. Ein Mangel schwächt die Knochen und erhöht das Osteoporose-Risiko. Vitamin D ist auch wichtig für Immunsystem und Nervenzellen. Tipp: Bei Spaziergängen im Herbst und Winter auf Lichtschutzfaktor verzichten, Jackenärmel hochkrempeln und Licht an die Haut lassen!



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