Nach Explosion im Chempark: Gefahr für die Bevölkerung?

Redaktion PraxisVITA

Welche Gefahren drohen der Bevölkerung nach der Explosion im Leverkusener Chempark? Welche Giftstoffe befanden sich im Rauch und wie gefährlich sind sie für die Anwohner? Diese Verhaltensregeln gelten jetzt!

Großeinsatz bei Explosion in Leverkusen
In Leverkusen hat sich eine Explosion ereignet (Symbolbild) Foto:  IMAGO / Xinhua
 

+++ 29.07. Nach Explosion im Chempark: Welches Gift wurde freigesetzt? +++

Nach der verheerenden Explosion in einer Müllverbrennungslage in Leverkusen beschäftigen sich Experten nun mit der Frage, welche Schadstoffe bei dem Ereignis freigesetzt wurden und inwieweit die Bevölkerung gefährdet ist.

 

Explosion in Leverkusen: Welche Giftstoffe befanden sich in der Rauchwolke?

Derzeit geht das nordrhein-westfälische Landesumweltamt (LANUV) davon aus, dass sich PCB-, Dioxin- und Furanverbindungen in der Rauchwolke befanden. Was bedeutet das im Einzelnen?

  • Bei Dioxinen und Furanen handelt es sich um Stoffe, die bei vielen Verbrennungsprozessen unter bestimmten Bedingungen freigesetzt werden – zu diesen Bedingungen gehören zum Beispiel die Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff sowie eine bestimmte Temperatur.
  • Mit PCB (polychlorierte Biphenyle) werden spezielle Gemische bezeichnet, die bis in die 1980er Jahre etwa für Kondensatoren und Transformatoren hergestellt wurden. Inzwischen sind die Stoffe verboten – ihre umweltgerechte Entsorgung ist aber immer noch ein globales Problem.
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Wie gefährlich sind die Schadstoffe für die Bevölkerung?

In hohen Konzentrationen können diese Schadstoffe tatsächlich hormonelle oder krebsfördernde Wirkungen haben. Doch die Gefahr für die Bevölkerung schätzen Experten derzeit dennoch für gering ein. Denn: Die Stoffe befänden sich nicht (mehr) in der Atemluft, sondern klebten an den Oberflächen. Durch einfaches Waschen mit Seife lassen sie sich demnach von der Haut entfernen, ohne Schaden anzurichten.

Folgende Verhaltensregeln empfiehlt die Stadt Leverkusen ihren Bürgern:

  • Kein Obst und Gemüse aus den betroffenen Arealen verzehren
  • Keine Rußpartikel anfassen; keinen Ruß in die Wohnung tragen; Schuhe vor dem Betreten der Wohnung ausziehen
  • Gartenarbeit meiden; wenn nicht vermeidbar, bei der Arbeit Handschuhe tragen

Die Spielplätze in den Stadtteilen Bürrig und Opladen sind zurzeit gesperrt. Das Unternehmen Currenta, das den Chempark betreibt, kündigte derweil an, zeitnah Gehwege, Hauseingänge und Straßen in der Umgebung des Explosionsortes zu reinigen.

Inzwischen sind infolge der Explosion zwei Tote zu beklagen; 31 Personen wurden verletzt. Fünf Menschen werden noch vermisst – Currenta geht inzwischen vom Tod der vermissten Mitarbeiter aus.

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+++ 27.07. Explosion in Leverkusen: Behörde warnt vor diesen Gefahren! +++

Am Dienstagvormittag ereignete sich eine Explosion in Leverkusen, die von behördlicher Seite als „extreme Gefahr“ eingeschätzt wird. Was wissen wir bisher?

Wie mehrere Medien berichten, ging kurz nach 09:30 Uhr am Dienstagvormittag der Notruf bei der Polizei Leverkusen ein. Die Explosion soll sich auf dem sogenannten Chempark in Leverkusen ereignet haben, der von der Currenta GmbH & Co. OHG betrieben wird. Ob es Verletzte gibt, ist noch nicht bekannt.

 

Ereignis als „extreme Gefahr“ eingeschätzt

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ordnete das Vorkommnis laut Welt in die Warnstufe „extreme Gefahr“ ein.

Laut dem Unternehmen sind momentan Werkfeuerwehr und Luftmesswagen im Einsatz; die A 1 ist am Autobahnkreuz Leverkusen und Köln Nord gesperrt.

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Explosion in Leverkusen: Davor wird gewarnt

Wie der Leverkusener Anzeiger berichtet, zeigt die Warnapp Nina an, dass die Rauchwolke momentan Richtung Burscheid und Leichlingen zieht.

Die Polizei Leverkusen fordert Anwohner eindringlich auf, Türen und Fenster geschlossen zu halten und das Haus nicht zu verlassen. Da die Ursache für die Explosion bisher nicht geklärt ist, kann noch nicht abgeschätzt werden, welche giftigen Stoffe sich eventuell in der Rauchwolke befinden.

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