Leukämie: Heilungschancen werden immer größer

Untersuchung von Blutzellen bei Leukämie
Im Labor wird das Blut auf Krebszellen untersucht. Eine frühe Diagnose ist wichtig © Fotolia

Leukämie bedeutet übersetzt „weißes Blut", denn die Zahl der weißen Blutkörperchen ist bei dieser Krebskrankheit stark vermehrt. Es gibt die akute und die chronische Leukämie mit verschiedenen Unterformen, die unterschiedlich behandelt werden müssen.

 

Leukämie immer besser im Griff

Die Zellen in unserem Blut haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Deshalb werden sie ständig aus den Stammzellen im Rückenmark neu gebildet. Dieser Prozess ist bei einer Leukämie gestört. Die Folge: Es entwickeln sich krankhaft veränderte weiße Blutkörperchen, die die gesunden Blutzellen verdrängen und zerstören. Wird diese akute Leukämie nicht behandelt, stirbt der Patient nach kurzer Zeit. Es gibt aber auch eine chronische Leukämie, die oft erst nach Jahren Beschwerden bereitet und entsprechend spät therapiert werden kann. Zwar ist die Ursache für den Blutkrebs noch immer weitgehend ungeklärt. Aber die Heilungschancen für beide Krankheitsformen haben sich dank neuer fortschrittlicher Behandlungsmethoden verbessert. Zunächst versucht man, durch die Chemotherapie mit verschiedenartig wirkenden Zytostatika (Zellgiften) die entarteten Zellen zu bekämpfen. Sie ist erfolgreich, wenn anschließend weder im Knochenmark noch im Blut Leukämiezellen nachzuweisen sind. Bei einigen Leukämiearten reicht das jedoch nicht aus. Dann ist die Stammzellentherapie die nächste Möglichkeit. Dabei wird Rückenmark transplantiert, das gesunde Blutkörperchen her vorbringt. Das Blutbild normalisiert sich wieder. Aber es ist wichtig, den passenden Spender zu finden. Am besten eignen sich Blutsverwandte. Die Heilungsrate liegt bei 60 bis 70 Prozent.

 

Leukämie-Behandlung mit Nabelschnurblut bei Kindern

Eine neue, allerdings noch umstrittene Therapie bei Leukämie von Kindern ist die Behandlung mit Nabelschnurblut. Seit einigen Jahren können Eltern nach der Geburt ihres Kindes dieses Blut auf einer Blutbank deponieren. Hoffnung macht der Fall eines kleinen Mädchens, das in Amerika an dem Blutkrebs erkrankte. Ihm wurden Stammzellen aus seinem Nabelschnurblut gespritzt, um die bösartigen Zellen zu ersetzen. Zwei Jahre später konnten bei dem heute sechsjährigen Kind keine Leukämiezellen mehr nachgewiesen werden.

 

VIDEO: So äußert sich eine Leukämie

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