Leitungswasser oder Mineralwasser: Was ist wirklich gesünder?

Katharina Flick

Ob man Leitungswasser oder Mineralwasser lieber trinkt, ist oft eine Geschmacksfrage. Aber ist eine Variante wirklich gesünder?

Eine Person füllt Leitungswasser in ein Glas
Foto:  istock_imago images_Petra Schneider
Inhalt
  1. Mineralwasser oder Leitungswasser: Was ist der Unterschied?
  2. Welche wichtigen Mineralstoffe sind im Mineralwasser und Leitungswasser enthalten?
  3. Kann Leitungswasser den täglichen Bedarf  an Mineralstoffen abdecken?
 

Mineralwasser oder Leitungswasser: Was ist der Unterschied?

Mineralwasser

Mineralwasser unterliegt in Deutschland strengen Bestimmungen und Kontrollen, die in der Mineral- und Tafelwasserverordnung festgehalten sind. Amtlich anerkannte Mineralwassersorten werden immer mit dem Namen der Quelle und dem Herkunftsort angeboten.

Es werden zudem strenge mikrobiologische Vorgaben gemacht. Die Zusammensetzung des Mineralwassers darf nicht verändert werden oder die Werte schwanken. Einen Mindestgehalt an Mineralstoffen muss allerdings nicht nachgewiesen werden, dies legt eine EU-Reform aus dem Jahr 1980 fest. Insgesamt gibt es daher sehr große Schwankungen, was den Nährstoffgehalt bei Mineralwassern angeht.

Ein Test der Stiftung Warentest zeigt sogar auf, dass 15 der 31 getesteten Mineralwassersorten nur einen geringen Mineralstoffgehalt von weniger als 500 Milligramm pro Liter aufwiesen.

Je nach Konzentration der Mineralien muss das Mineralwasser entsprechend gekennzeichnet werden. Wenn beispielsweise der Natriumgehalt unter 20 mg/l Wasser liegt, darf das Wasser als "für natriumarme Ernährung geeignetes Mineralwasser" bezeichnet werden.

Weitere spezielle Mineralwassersorten sind

  • entschwefeltes Mineralwasser,
  • enteisentes Mineralwasser,
  • kalziumhaltiges Mineralwasser,
  • magnesiumhaltiges Mineralwasser,
  • fluoridhaltiges Mineralwasser und
  • für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignetes Mineralwasser.

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Leitungswasser

In Deutschland wird das Leitungswasser hauptsächlich aus dem Grundwasser gewonnen. Bevor es ins Grundwasser gelangt, reichert sich das vom Boden aufgenommene Regenwasser mit verschiedenen Mineralstoffen aus den verschiedenen Bodenschichten an. Da sich die Zusammensetzung des Bodens je nach Region in Deutschland unterscheidet, gibt es starke regionale Unterschiede, wie hoch der Anteil an Mineralien und Spurenelementen im Leitungswasser ist.

Das Leitungswasser in Leipzig enthält beispielsweise pro Liter 72,2 Milligramm Calcium, 27,2 Milligramm Natrium, 14,5 Milligramm Magnesium und 5,3 Milligramm Kalium. 

In Deutschland werden für das Leitungswasser sehr strenge Qualitätsparameter angelegt. Für mehr als 40 verschiedene Stoffe gibt es strikte Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Zu den überprüften Stoffen gehören unter anderem die Konzentration von Nitrat, aber auch von Schwermetalle, wie Arsen oder Blei. Das Wasser wird zudem auf Bakterien untersucht.

 

Welche wichtigen Mineralstoffe sind im Mineralwasser und Leitungswasser enthalten?

Im Leitungswasser als auch im Mineralwasser befinden sich eine ganze Reihe wichtiger Mineralien.

Magnesium

Magnesium benötigt der Körper zur Aktivierung der Muskeln, für die Bildung von Proteinen und die Übertragung von Nervensignalen. Der Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt zwischen 300 und 400 Milligramm. Ab 50 Milligramm pro Liter wird ein Wasser generell als magnesiumreich angesehen. Gerolsteiner ist mit 108 Milligramm pro Liter die bekannteste Wassermarke.

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Kalzium

Kalzium ist der Hauptbestandteil des menschlichen Skeletts und damit wichtig für den Knochenaufbau, spielt aber auch eine wichtige Rolle bei der Muskel und Nervenaktivierung. Im Durchschnitt braucht ein Erwachsener zwischen 1000 und 1200 Milligramm Kalzium pro Tag . Ab 100 Milligramm pro Liter wird ein Wasser generell als kalziumreich angesehen. Naturalis und Gerolsteiner Sprudel gehören zu den bekanntesten Kalziumreichen Wassermarken.


Natrium

Natrium hilft dem Körper, den Wasserhaushalt zu regulieren. Es ist ein Hauptbestandteil des menschlichen Schweißes und daher besonders wichtig für Menschen, die viel Sport treiben oder körperlich anspruchsvoll arbeiten.

Die empfohlene Tagesdosis für einen Erwachsenen liegt bei 1500 Milligramm. Bei Bluthochdruck sollte dagegen auf eine natriumarme Variante eines Mineralwassers zurückgegriffen werden. Hier sollte auf eine Konzentration unter 200 Milligramm geachtet werden, was bei den meisten herkömmlichen Marken der Fall ist.

Außerdem befinden sich noch Eisen, Kalium und Sulfate im Leitungswasser. Diese sind jedoch von den Mengen geringer als die oben genannten.

 

Kann Leitungswasser den täglichen Bedarf  an Mineralstoffen abdecken?

Für eine gesunde Ernährung ist es wichtig, viel Wasser zu trinken, um den Körper ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen. Um den täglichen Nährstoffbedarf abzudecken, reicht Wasser trinken allein jedoch nicht aus. Im Leitungswasser sind laut Stiftung Warentest zwar genau so viele, bei einigen Sorten Mineralwasser sogar mehr Mineralstoffe enthalten, diese decken den Tagesbedarf eines Menschen jedoch nicht ab.

Frau, die ein Glas Wasser trinkt
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Quellen:

Mineralwasser, in: test.de

Mineralstoffe in Leitungswasser – wird der Körper durch Wasser aus dem Hahn ausreichend versorgt?, in: wassertest-online.de

Wasser, in: dge.de (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

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