Leistenbruch

Kapitel
  1. 1. Übersicht
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Ein Leistenbruch (Leistenhernie) ist eine Erkrankung, die in jedem Alter vorkommen kann. Ob angeboren oder erworben – bei einem Leistenbruch hat sich Gewebe aus dem Bauchraum, meist Teile des Darms, durch den sogenannten Leistenkanal geschoben.

Meist ist eine solche Hernie schmerzlos. Ein Arztbesuch und eine Operation sind dennoch bei jedem Leistenbruch notwendig. Denn auch nachträglich kann der Darm einklemmen und aus einer Leistenhernie einen Notfall machen.

 

Was ist ein Leistenbruch?

Bei einem Leistenbruch hat sich Gewebe aus dem Bauchraum durch die Leiste verlagert. Zum besseren Verständnis eine kurze Erklärung zur Anatomie der Leiste: Der Bauch entspricht einer Höhle, die mit den Bauchorganen ausgefüllt ist. Die Bauchhöhle ist mit dünnen Häuten ausgekleidet (Bauchfell/Peritoneum), welche die Organe wie Magen und Darm in Position halten. An einer Stelle ist die Bauchhöhle durch „einen Kanal“ mit der Genitalregion verbunden – dem Leistenkanal.

Die Leiste beziehungsweise der Leistenkanal ist eine Verbindung, die durch Anteile der Bauchmuskeln, Sehnen(-platten) und Bänder gebildet wird. In der Leiste verlaufen Nerven und Lymphgefäße. Bei Männern ziehen zusätzlich der Samenstrang mit Samenleiter, Nerven und Gefäßen durch den Leistenkanal, bei Frauen ein Band, das die Gebärmutter befestigt (rundes Gebärmutterband). Die Leiste hat eine Öffnung zum Bauchraum hin (innerer Leistenring/Anulus inguinalis profundus) und eine zum Hodensack beziehungsweise den großen Schamlippen (äußerer Leistenring/Anulus inguinalis superficialis).

Bei einem Leistenbruch gleitet aus verschiedenen Gründen Gewebe des Bauchraums durch die Leiste. Häufig tritt dabei Darm durch den Leistenkanal. Als Ergebnis ist eine Vorwölbung oder auch Beule sicht- und spürbar. Ärzte sprechen von „Bruchinhalt“ (z. B. Dünndarm) im „Bruchsack“.  Als Sonderfall eines Leistenbruchs gilt der Hodenbruch, bei dem der Bruchsack bis in den Hoden reicht.

Männer tendieren aufgrund ihrer Anatomie häufiger zum Leistenbruch als Frauen. Aus ihrer Embryonalentwicklung bleibt öfter ein vergrößerter Leistenring bestehen, sozusagen eine „Sollbruchstelle“. Leistenhernien können bereits angeboren sein. Später führen starke Belastungen, Übergewicht und andere Ursachen zu einem (erworbenen) Leistenbruch. Im Alter sind Hernien häufig eine Folge einer Bindegewebsschwäche.

Meistens ist eine Leistenhernie schmerzlos und eher durch ein leichtes Ziehen spürbar. Durch Husten oder beim Anspannen des Bauchs tritt der Bruch besonders deutlich hervor. Ist Darm eingeklemmt, entstehen starke Schmerzen, Übelkeit und weitere Symptome. Hier handelt es sich um einen Notfall, der eine sofortige Operation notwendig macht. Zur Diagnose nimmt der Arzt eine körperliche Untersuchung vor, tastet die Leiste ab und sichert den Befund mit bildgebenden Verfahren (z. B. einer Ultraschalluntersuchung).

Ein Leistenbruch erfordert immer eine Operation – auch wenn er (noch) schmerzlos ist. Andernfalls kann sich die Hernie weiter ausbilden und eventuell Darm eingeklemmt werden. Dabei schiebt der Chirurg Bruchgewebe zurück und verstärkt oder verengt den vergrößerten Leistenkanal.

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