Leishmaniose: So schützen Sie sich

Mückenschutz und Sonnenschutz sind im Urlaub besonders wichtig
Mückenschutz ist genauso wichtig wie Sonnenschutz. Besonders in Gebieten, in denen die Sandmücke vorkommt, da sie die Infektionskrankheit Leishmaniose übertragen kann © Fotolia

Impfungen sind wichtige Schutzmaßnahmen, die bereits vor Reisebeginn aufgefrischt werden. Auf was Sie aber während des Urlaubs achten sollten, um gesund zu bleiben, das erfahren Sie hier.

 

Vor der Reise

 

Impfungen: Noch ist genug Zeit!

 

Tollwut

Streunende Hunde und Katzen, Affen und Fledermäuse können Tollwut übertragen. Wer gebissen wird, braucht rasch ein Gegenmittel, denn die Krankheit ist tödlich. Bei Reisen nach Osteuropa, Asien, Afrika oder Südamerika sollte man sich daher erkundigen, ob im Notfall die richtigen Medikamente verfügbar sind. Selbst auf Kreuzfahrten kann es passieren, dass man beim Landgang von einem Tier gebissen wird. Der beste Schutz ist eine Impfung: drei Injektionen im Abstand von vier Wochen.

 

Hepatitis A und B

Verunreinigtes Trinkwasser, verkeimtes Obst und Gemüse können Hepatitis A auslösen – eine Entzündung der Leber, die meist folgenlos ausheilt, aber sehr unangenehm ist. Etwa vier Wochen nach der Ansteckung kommt es zu schwerem Brechdurchfall und Fieber. Hepatitis B wird durch Körperflüssigkeiten (etwa Blut) übertragen und kann chronisch werden. Wer hygienische und medizinische Standards im Reiseland nicht einschätzen kann, sollte sich impfen lassen. Die schnelle Variante: drei Spritzen innerhalb von drei Wochen – gegen A und B.

 

Tetanus

Die Erreger des lebensgefährlichen Wundstarrkrampfs kommen in der Umwelt praktisch überall vor und können über kleinste Verletzungen in den Körper gelangen. Die Impfung muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Wer seinen Impfkalender verlegt hat: Über einen Bluttest lässt sich feststellen, ob der Schutz noch hoch genug ist.

 

Krank im Urlaub: Sichern Sie sich ab

Auch wenn Sie Ihre Versichertenkarte dabeihaben: Rufen Sie die Notrufzentrale Ihrer Krankenkasse an, wenn Sie im Ausland erkranken. Sie können dann gezielt abklären, wie Sie vorgehen sollen und welche Behandlungskosten die Kasse übernimmt. Für Reisen außerhalb Europas brauchen Sie fast immer eine spezielle Versicherung, das gilt besonders für die USA und Kanada, wo medizinische Behandlungen extrem teuer sind. Wer im Notfall einen Rücktransport nach Deutschland wünscht, muss auch diese Kosten gesondert absichern.

 

Hilfe, mir ist schlecht

Unser Gehirn ist schuld, wenn uns bei Autofahrten oder Schiffsreisen schlecht wird: Augen, Tast- und Gleichgewichtssinn senden widersprüchliche Signale zu Bewegung und Stillstand – das führt bei vielen Menschen zu einer Fehlermeldung im Kopf und im Magen zu Rebellion. In der Apotheke gibt es Tabletten und Kaugummi gegen Übelkeit, die allerdings meist sehr müde machen. Einen Versuch wert ist ein Akupressur-Armband (Apotheke), das sanften Druck auf einen Punkt unterhalb der Handwurzel ausübt. In wissenschaftlichen Studien hat es sich bei Übelkeit aller Art bewährt.

 

Im Urlaub

 

Vorsicht, Mücken-Gefahr!

Mückenschutz ist genauso wichtig wie Sonnenschutz: Denn gefährliche Insekten gibt es längst auch in europäischen Urlaubsländern und vereinzelt sogar bei uns. So überträgt die Asiatische Tigermücke das Denguefieber, das einer Grippe ähnelt. Sandmücken können Leishmaniose auslösen, eine Krankheit, die mit entzündeten Hautgeschwüren und geschwollenen Lymphknoten einhergeht. Der einzige Schutz: ein Mückenabwehrmittel (Apotheke).

 

Backpulver einpacken!

Egal, ob Nordsee oder Mittelmeer: Bei starker Strömung und warmen Wassertemperaturen kommen häufig die Quallen. Wer mit den Nesseltieren in Kontakt kommt, muss mit heftigen Schmerzen rechnen. Wichtig zu wissen: Die betroffene Stelle auf keinen Fall mit Süßwasser, Urin oder Alkohol abspülen, davon wird es noch schlimmer. Packen Sie ein paar Tütchen Backpulver in die Strandtasche: bei Bedarf großzügig auf die Haut streuen und dann vorsichtig abschaben – etwa mit einer Scheckkarte. Notfalls funktioniert das auch mit trockenem Sand.

 

Durchfall, Sonnenbrand & Co. – Schnelle Hilfe im Notfall

 

Magen-Darm-Grippe

Der Klassiker unter den Reisekrankheiten, meist ausgelöst von Bakterien, die über Speisen und Getränke in den Darm gelangen. Was hilft: ein schnell wirkendes Durchfallmittel und ein Krampflöser gegen Bauchweh (Apotheke). Viel trinken – am besten Kräutertee.

 

Sonnenstich

Wenn Kopf und Nacken überhitzt werden – zum Beispiel bei Cabriofahrten oder Open-Air-Veranstaltungen – kommt es zu einer Irritation der Hirnhaut. Diese löst Entzündungsreaktionen im ganzen Körper aus und geht mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Nackensteifigkeit einher. Was hilft: Kopf mit feuchtkalten Tüchern kühlen, viel trinken, Schmerztabletten.

 

Hitzschlag

Überanstrengung bei großer Hitze kann die Körpertemperatur auf lebensgefährliche 40 Grad erhöhen. Krämpfe und Bewusstseinsstörungen sind die Folge. Was hilft: Körper mit feuchten Tüchern abkühlen und sofort zum Arzt!

 

Sonnenbrand

Dass zu viel UV-Licht das Risiko für Hautkrebs erhöht, weiß jeder. Doch manchmal ist die Sonne einfach stärker als unser Schutzmittel. Was hilft: Haut mit nasskalten Tüchern oder einem Kieselsäure-Gel (Reformhaus) kühlen.

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