Leinsamen: Gesund oder nicht? Fakten über das Superfood

Redaktion PraxisVITA

Dass Leinsamen gesund sind, hört man immer wieder – allerdings auch, dass sie in großen Mengen gesundheitsschädlich sein sollen. Aber ab welcher Menge wird es bedenklich?

Zwei Schalen gefüllt mit Leinsamen
Damit Leinsamen sich positiv auf die Gesundheit auswirken, sollte man einige Dinge beachten Foto:  istock_panco971
Inhalt
  1. Leinsamen: Beliebte Kulturpflanze
  2. Welche Inhaltsstoffe machen Leinsamen gesund?
  3. Sind Leinsamen giftig?
  4. Darauf sollte bei der Einnahme von Leinsamen geachtet werden
  5. Wo bekommt man Leinsamen?

Mit Leinsamen gesund bleiben: Das gemeinhin als Superfood bezeichnete Lebensmittel genießt unter Ernährungsbewussten einen guten Ruf. Allerdings sorgen sich manche auch, dass die Samen trotz aller Vorzüge gesundheitsschädlich sein könnten. Was es mit diesen Bedenken auf sich hat und für wen sich Leinsamen wirklich eignen.

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Leinsamen: Beliebte Kulturpflanze

Linum usitatissimum, so die botanische Bezeichnung von Leinsamen, ist ein besonderes Gewächs, das schon seit Jahrtausenden als Kulturpflanze angebaut und unter anderem auch als Nahrungsquelle genutzt wird. Denn die öligen Samen von Flachs können zu Leinöl verarbeitet werden, während die Fasern der Pflanze unter anderem in der Textilindustrie zum Einsatz kommen. Aber auch die Schale des Samens ist wertvoll und kann im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung sinnvoll eingesetzt werden.

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Welche Inhaltsstoffe machen Leinsamen gesund?

Doch was genau steckt in den kleinen Samen, dass sie von vielen als echtes Allheilmittel angepriesen werden? Zunächst einmal enthalten Leinsamen Ballast- sowie Schleimstoffe – diese sind vor allem für den Magen-Darm-Trakt gut. Dort quellen Leinsamen stark auf und fördern so eine gesunde Verdauung. Vor allem in cremigen Smoothies, aber auch vermengt mit dem Müsli können die kleinen Samen eine Wohltat für das Verdauungssystem sein.

Dass Leinsamen als gesund gelten, liegt aber vor allem an einem Inhaltsstoff: Sie beinhalten viele Omega-3-Fettsäuren, die nachweislich eine entzündungshemmende Wirkung im Körper haben. Somit kann man mit Leinsamen das Immunsystem unterstützen. Auch bei chronischen Autoimmunerkrankungen wird oft dazu geraten, auf Omega-3-Fettsäuren zu setzen – in diesem Fall Linolensäure.

Ebenso wichtig: Leinsamen enthalten viel Eiweiß, daher werden sie oft auch als Ergänzung in der vegetarischen und veganen Küche eingesetzt. All dies qualifiziert Leinsamen als echtes Superfood, das darüber hinaus deutlich günstiger zu haben ist als zum Beispiel Chiasamen.

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Das ist außerdem in Leinsamen enthalten

Leinsamen wird zudem eine cholesterinsenkende Wirkung nachgesagt, was sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken kann. Außerdem sollen die Inhaltsstoffe den Zuckerspiegel im Blut regulieren können.

Tipp: Ein natürliches Hausmittel sind Umschläge mit Leinsamen. Sie kommen beispielsweise bei verspannten Muskelregionen oder oberflächlichen Entzündungen der Haut zum Einsatz.

 

Sind Leinsamen giftig?

Es gibt allerdings auch ein großes Aber: In Leinsamen sind sogenannte cyanogene Glykoside enthalten. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen in Blausäure umgewandelt werden, was wiederum gesundheitsschädlich sein kann. Wirklich belastbare Studien zu dem Thema gibt es bislang nicht. Die aktuelle Forschungslage tendiert dazu, dass kleine Leinsamenmengen als unbedenklich einzustufen sind, große Mengen aber vermieden werden sollten. 

Dieser Auffassung ist auch das Bundesinstitut für Risikobewertung. Daher nimmt man an, dass Leinsamen gesund und nützlich sein können, sofern die Tagesdosis nicht überschritten wird. Pro Mahlzeit wird empfohlen, nicht mehr als 15 Gramm zu sich zu nehmen. Das entspricht in etwa einem Esslöffel.

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Darauf sollte bei der Einnahme von Leinsamen geachtet werden

Damit Leinsamen gesund auf den Körper wirken können, ist es besonders wichtig, zu und nach der Einnahme viel zu trinken. Denn wie bereits erwähnt, quellen die Schleimstoffe im Darm auf. So wird das Volumen im Darm größer und die Verdauung kann – auch mithilfe der enthaltenen Öle – in Schwung kommen. Bekommt der Körper aber zu wenig Flüssigkeit, kann ein gegenteiliger Effekt eintreten und eine mögliche Verstopfung verschlechtert sich sogar noch.

Für Kinder und Schwangere wird der Verzehr von Leinsamen oft kritisch bewertet und sollte deswegen immer vorab mit dem Haus-, Kinder- oder Frauenarzt abgeklärt werden. Auch Personen, die an chronischen Entzündungen des Magen-Darm-Trakts leiden, sollten besser auf Leinsamen verzichten, ebenso wie Personen, die bereits einmal einen Darmverschluss hatten oder die aus gesundheitlichen Gründen nicht ausreichend trinken können.

Außerdem sollte man darauf achten, dass Leinsamen möglichst nicht gemeinsam mit Medikamenten eingenommen werden. Sie können unter Umständen verhindern, dass die Wirkstoffe wie vorgesehen vom Darm aufgenommen werden. In der Regel sollten drei Stunden nach der Medikamenteneinnahme vergehen, bevor Leinsamen zum Einsatz kommen.

 

Wo bekommt man Leinsamen?

Leinsamen gibt es in der Drogerie und mittlerweile auch in vielen Supermärkten. Außerdem kann man sie in den meisten Bioläden sowie im Internet kaufen. Oft hat man dabei die Wahl zwischen ganzen und geschroteten Leinsamen. Immer häufiger ist aber auch Leinsamenmehl zu finden, das gewöhnliches Mehl zu einem gewissen Anteil ersetzen kann. Effektiver sind in der Regel die aufgebrochenen Samen sowie die Mehlform, da so das enthaltene Öl sowie andere Inhaltsstoffe besser vom Körper verarbeitet werden können. Auch die Quellwirkung ist größer als bei ganzen Leinsamen. Geschrotete Leinsamen sind somit besonders gesund, vor allem für den Darm.

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Quellen:

Leinsamen: Gesund oder giftig?, in: medizin-transparent.at

Leinsamen geschrotet — Wirkung von Leinsamenmehl, in: krankenkassenzentrale.de

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