Heilpflanzenlexikon

Lein - die Heilpflanze des Jahres 2005

Lein ist eine unglaublich vielfältige Pflanze. Aus seinen Fasern werden Leinenstoffe hergestellt und seine Samen lindern viele Erkrankungen.

Fakten zur Verdauung. Leinsamen helfen gegen Verstopfung
Die Schleimstoffe von Leinsamen quellen im Darm auf und binden Wasser. Dadurch vergrößert sich das Volumen und die Nerven in der Darmschleimhaut werden stimuliert. Das regt die Darmtätigkeit an© Fotolia
 

Lein: Anwendung und Heilwirkung

Definition Lein

Bezeichnung: Linum usitatissimum   Familie: Leingewächse (Linaceae)    Gattung: Lein (Linum)

Leinsamen haben eine positive Empfehlung der Kommission E (BGA/BfArM). Ihre Einsatzgebiete sind bei innerlicher Anwendung Gastritis und Enteritis, Verstopfung, Reizdarm sowie Divertikulitis (Entzündung des Dickdarms). Äußerlich kann Leinsamen bei lokalen Entzündungen helfen.

Die Wirkstoffe in den Leinsamen haben eine mild abführende Wirkung, was am hohen Anteil von Schleimstoffen liegt. Diese haben eine wasserbindende Eigenschaft und quellen dadurch stark. Die daraus resultierende Volumenzunahme im Darm regt die Darmperistaltik an.

Die Samen werden entweder zu einem Mehl verarbeitet oder unverarbeitet gegessen, dabei sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitseinnahme geachtet werden.

Das Leinöl kann zum Einreiben oder für Umschläge benutzt werden. Aber auch als Speiseöl.

 

Im Lein enthaltene Wirkstoffe

Fettes Öl, Proteine, unverdauliche Ballaststoffe; in der Samenschale finden sich vor allem Schleimstoffe und geringe Mengen cyanogener Glykoside, Phosphatide, Sterole sowie Triterpene

 

Verbreitung

Die ursprüngliche Heimat der Leinpflanze ist wahrscheinlich der Mittelmeerraum.

 

Botanik

Lein blüht im Juli und August blau
Lein blüht im Juli und August blau© Fotolia

Die Frucht des Leins besteht aus einer rundlichen Kapsel von 1 Zentimeter Durchmesser, in der sich mehrere braun-glänzende Samen befinden. Die fünfzähligen Blüten sind himmelblau, die Blätter sind schmal, länglich, laufen oben spitz zu und sind wechselständig. Der Stängel ist im oberen Teil verzweigt. Der Lein wird 20 bis 100 Zentimeter hoch.

 

Andere Namen für Lein

Dreschlein, Flachs, Flachslinsen, Flas, Glix, Hornsamen, Klengel, Leinsamen, Saatlein, Leinwanzen

Wissenswertes über Lein

Schon um 5.000 v. Chr. wurde Lein angebaut. Es ist damit eine der ältesten Kulturpflanzen weltweit.  Seinen Namen kann man sowohl auf das lateinische »linum«, als auch auf das keltische »lin« zurückführen. Beides bedeutet »Faden«.

Der Artname »usitatissimum« kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie »äußerst nützlich«. Er verweist auf die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Pflanze. Der im Volksmund verbreitete Name Flachs kommt von flechten. Denn aus der Rinde der Stängel werden nach wie vor Fasern für Textilen gewonnen. Aus solchen Leinenstoffen bestehen auch heute noch Haushaltsstoffe (»Leintuch«) oder Kleidungsstücke.

Im Jahr 2005 war Lein Deutschland Heilpflanze des Jahres (NHV Theophrastus).

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