Legasthenie erfordert eine sorgfältige Diagnose

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die Diagnose Legasthenie trifft normalerweise ein Kinder- und Jugendpsychiater oder ein Kinder- und Jugendpsychologe.

In vielen Fällen stellen die Eltern ihr Kind auch zunächst einem Kinderarzt vor. Der Arzt oder Therapeut befragt das Kind und seine Bezugspersonen in einem ausführlichen Gespräch nach den Symptomen. Dabei ist zum Beispiel auch wichtig, wie die Sprachentwicklung im Kleinkind- und Vorschulalter verlaufen ist und ob es Fälle von Legasthenie in der Familie gibt (v. a. bei Eltern und Geschwistern). Zudem erkundigt sich der Arzt oder Therapeut, ob es für das Kind einschneidende Erlebnisse (z. B. Verlust eines Angehörigen), schwerwiegende Vorerkrankungen und/oder längere Abwesenheiten in der Schule gegeben hat.

 

Kriterien für die Diagnose einer Legasthenie

  • in seiner Intelligenz nicht merklich vermindert ist,
  • problemlos sehen und hören kann,
  • keine neurologischen Krankheiten hat,
  • eine ausreichende Schulbildung bekommt
  • und dabei im Verhältnis deutliche Schwächen beim Lesen und/oder in der Rechtschreibung aufweist.

Um dies zu überprüfen, sind zur Diagnose der Legasthenie verschiedene Tests sinnvoll. Ein Sehtest und eine Hörprüfung können hilfreich sein, um verdeckte Probleme mit den Augen und Ohren auszuschließen. Dazu muss das Kind zum Beispiel jeweils mit einem zugedeckten Auge Symbole an einer Tafel erkennen oder über einen Kopfhörer eingespielte Geräusche anzeigen, indem es die Hand hebt. Eventuell wird es dazu zu einem Spezialisten (Augen- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt) überwiesen. Für Kinder im Vorschulalter gibt es spezielle Tests, die spielerischer ablaufen oder wenig Mitarbeit des Kindes erfordern.

Maedchen Probleme bei den Hausaufgaben Legasthenie faellt oft schon im Grundschulalter auf
Legasthenie fällt oft erstmals im Grundschulalter auf. Mit der richtigen Förderung lässt sich die Lese-Rechtschreibschwäche aber abmildern© Fotolia

Bei Verdacht auf Legasthenie ist für Ärzte und Therapeuten auch ein Intelligenztest hilfreich, um die Leistungen und Schwächen des Kindes in verschiedenen Bereichen richtig einschätzen zu können. Bestimmte Tests bestehen sowohl aus schriftsprachlichen als auch aus nonverbalen (nicht sprachlichen) Aufgabenbereichen. Typisch für Kinder mit Legasthenie ist, dass sie in den nonverbalen Bereichen deutlich besser abschneiden.

Zu den wichtigsten Instrumenten der Legasthenie-Diagnostik zählen letztlich verschiedene Lese- und Rechtschreibtests, zum Beispiel der Zürcher Lesetest, der Salzburger Lese- und Rechtschreibtest oder der Diagnostische Rechtschreibtest (DRT). Je nach Alter und Klassenstufe bestehen diese Tests aus Aufgaben zum Leseverständnis, Lückentext-Diktaten und anderen Aufgaben, die Aufschluss über die Lese- und Rechtschreibkompetenz des Kindes geben.

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