Nach Tod durch verseuchte Gurken: Lebensmittelskandal zieht weite Kreise

Nachdem in Hessen ein Mann durch verseuchte Gurken verstorben ist, muss sich nun die Landesregierung vor dem Umweltausschuss verantworten. Seit wann wusste sie von den Hygienemängeln im betroffenen Gemüsebetrieb?

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Ein Lebensmittelskandal in Hessen nimmt dramatische Ausmaße an. Grund dafür ist der Tod eines Mannes, der an den Folgen des Verzehrs von verseuchten Gurken verstorben ist. Nun musste sich die hessische Landesregierung zu dem Fall äußern.

Nach Gurken-Tod in Hessen: Umweltministerin spricht vor Ausschuss

Am heutigen Mittwoch (27.04.) muss sich Hessens Umweltministerin Priska Hinz dem Umweltausschuss des Landtags stellen. Im Vordergrund die Frage: Ab wann wusste die Landesregierung von den Hygiene-Mängeln, die in einem Gemüsebetrieb in Südhessen als Ursache für mehrere Listerien-Erkrankungen gelten? Der Vorwurf der Opposition: Mangelhafte Lebensmittelüberwachungen.

Aber wie kam es überhaupt zu dem Skandal, der auf tragische Weise einem Mann das Leben kostete?

Lebensmittelskandal in Hessen: Listeriose – Mann stirbt an verseuchten Gurken

Wie eine Sprecherin des hessischen Verbraucherschutzministeriums bereits vor einigen Tagen mitteilte, sind in Hessen zwischen Oktober 2021 und Januar 2022 vier Menschen an Listeriose erkrankt, einer davon starb. Quelle der Erkrankungen waren mit Listerien versuchte Gurken, die auch in Krankenhäusern unter anderem in Salaten verarbeitet wurden. Sie stammten aus einem Obst- und Gemüsebetrieb.

Wie gefährlich ist eine Listeriose?

Normalerweise verläuft eine Infektion mit Listerien bei gesunden Menschen unauffällig, es können Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen oder Erbrechen und Durchfall auftreten. Bei Menschen mit einer schwachen Immunabwehr kann sich die Infektion jedoch zu einer gefährlichen Listeriose entwickeln.

Lebensmittelskandal: Widerliche Zustände in hessischer Obst- und Gemüsefirma

Die Ermittler haben in Keimen aus dem betroffenen Betrieb und den bei den Infizierten entdeckten Listerien Übereinstimmungen gefunden. Die Untersuchungen deckten außerdem extrem unhygienische Zustände auf: So gab es offenbar Schimmel in der Produktion, Pfützen und Rattenkot, zudem fehlten Reinigungspläne und Hygieneschleusen, die Wasserabflüsse waren unzureichend.

Lebensmittelskandal in Hessen: Mangelnde Kontrollen in Betrieb

Den Berichten nach ist der Betrieb zwei Jahre lang nicht kontrolliert worden – obwohl ein bis zwei Betriebsprüfungen jährlich vorgeschrieben sind. Die zuständigen Behörden gaben die Corona-Pandemie als Grund an. Lebensmittelkontrolleure und eine Amtstierärztin seien unter anderem für die Kontaktnachverfolgung eingesetzt worden.

Der Obst- und Gemüsebetrieb ist seit Februar geschlossen und auch die Infektionskette sei den Behörden zufolge mittlerweile unterbrochen. Dennoch wird der Lebensmittelskandal in Hessen weitere Folgen haben, das behördliche Versagen wird noch untersucht.