Lebensgefährliche Vergiftung durch Ayurveda-Kur

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Ayurveda – mit dieser Therapiemethode verbinden viele eine natürliche und schonende Behandlung – in Wirklichkeit sind die Mittel aber häufig mit Schwermetallen belastet © Fotolia

Medienberichten zufolge zog sich eine 55-jährige Hamburgerin eine lebensbedrohliche Vergiftung mit Quecksilber und Blei zu. Die Ursache war eine Behandlung mit Ayurveda-Medikamenten.

Laut einem Bericht des „Spiegel“ warnt der Chefarzt der Nephrologie der Asklepios-Klinik Barmbek in Hamburg vor der Einnahme von Ayurveda-Medikamenten – sie kann lebensgefährlich werden.

Das belegt der jüngste Fall einer Patientin in seiner Klinik: Die 55-Jährige kam dem Bericht zufolge im Juli mit schweren neurologischen Schäden in die Notaufnahme. Wie sich herausstellte, war der Grund für ihre Beschwerden eine Vergiftung mit Blei und Quecksilber. Sie hatte so hohe Mengen der Schwermetalle in ihrem Körper, dass sie die Vergiftung nur knapp überlebte.

 

Gesundheitsgefahr Ayurveda-Kur

Doch wie kamen die Schwermetalle in ihren Körper? Die Patientin hatte von einem Kuraufenthalt auf Sri Lanka im April Ayurveda-Medikamente mitgebracht, die sie seitdem regelmäßig einnahm. Diese Medikamente waren stark mit Schwermetallen belastet – ein Medikament enthielt den Angaben zufolge das 566.110-Fache des in der EU zugelassenen Höchstwertes an Quecksilber.

Über ähnliche Fälle wurde in der Vergangenheit mehrfach berichtet. Menschen, die sich wegen Übergewicht, chronischer Müdigkeit oder unerfülltem Kinderwunsch einer Ayurveda-Kur unterziehen, tragen Vergiftungen mit Blei, Quecksilber oder Cadmium davon. Dabei verspricht gerade diese alternative Behandlungsmethode eine sanfte Heilung mit natürlichen Mitteln – sie besteht hauptsächlich aus Heilkräutern. Doch viele Medikamente werden traditionell zusätzlich mit Schwermetallen behandelt, um sie wirksamer zu machen.

Bereits 2008 hatte eine in der Zeitschrift „JAMA“ veröffentlichte Studie darauf hingewiesen, dass Ayurveda-Medikamente häufig mit Schwermetallen belastet seien – damals steckten in jedem fünften getesteten Produkt hochgiftige Substanzen. Allerdings befasste sich diese Studie mit über das Internet vertriebenen Mitteln.

 

Wie kann ich mich schützen?

Wer ayurvedische Mittel kauft, sollte beim Händler nach der Herkunft des Mittels fragen. Seriöse Anbieter können belegen, dass das Produkt auf Schwermetallbelastung untersucht wurde. Am besten greifen Käufer zu Produkten, die nach dem ISO 9001-Standard hergestellt wurden – denn diese werden regelmäßig einer Qualitätskontrolle unterzogen.

Wer nach der Einnahme ayurvedischer Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel wiederholt an Symptomen wie Schwäche, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen leidet, sollte das Mittel absetzen und schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen – dahinter könnte eine Schwermetallvergiftung stecken.

Hamburg, 31. August 2015

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