Lebenserwartung in Deutschland: In diesen Regionen leben Menschen am längsten

Sarah Klas

Eine neue Studie des Max-Planck-Instituts zeigt, dass sich die Lebenserwartungen in einzelnen Kreisen in Deutschland unterscheidet. Wo die Lebenserwartung am höchsten ist und welche Gründe es gibt.

Wanderndes Paar in Bayern
In Deutschland gibt es gravierende Unterschiede, was die Lebenserwartung betrifft Foto:  iStock/Halfpoint
Inhalt
  1. Studie zur Lebenserwartung in Deutschland nach Regionen
  2. Im Süden steigt die Lebenserwartung
  3. Im Osten ist die Lebenserwartung niedrig
  4. Gründe für Lebenserwartung haben sozialen Ursprung
 

Studie zur Lebenserwartung in Deutschland nach Regionen

Frauen in Deutschland haben laut statistischem Bundesamt eine Lebenserwartung von 83,3 Jahren, Männer werden im Schnitt 78,5 Jahre alt. Das ist nicht nur interessant zu wissen, die Information dient auch dazu, Ressourcen im Gesundheitswesen anzupassen. Um das Gesundheitssystem in einzelnen Regionen Deutschlands anpassen zu können, ermittelte das Max-Planck-Institut die durchschnittliche Lebenserwartung in allen 402 Kreisen Deutschlands. Das Ergebnis ist erstaunlich: In südlichen Kreisen ist die Lebenserwartung höher. Außerdem gibt es Unterschiede zwischen Ost und West.

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Im Süden steigt die Lebenserwartung

Die Durchschnittswerte zur Lebenserwartung pendeln sich bei Männern zwischen 75,8 und 81,2 Jahren, bei Frauen zwischen 81,8 und 85,7 Jahren ein. Frauen leben im Schnitt also fünf Jahre länger. Außerdem zeigt die Studie des Max-Planck-Instituts, dass die Kreise mit der höchsten Lebenserwartung in Bayern und Baden-Württemberg liegen. In München werden beide Geschlechter am ältesten. In Bremerhaven und im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt sind die Lebenserwartungen hingegen am niedrigsten.

 

Im Osten ist die Lebenserwartung niedrig

Außerdem auffällig ist der Unterschied zwischen Ost und West. In den westlichen Bundesländern halten sich niedrigere und höhere Lebenserwartung etwa die Waage und tendieren sogar in Richtung höhere Lebenserwartung. In den neuen Bundesländern hingegen liegt die Erwartung im unteren Bereich. Besonders Sachsen-Anhalt zeigt eine auffällig niedrigere Lebenserwartung.

Zur Ermittlung der Daten hat das Institut die Sterberaten zwischen 2015 und 2017 analysiert. Alle Angaben basieren auf Schätzungen.

 

Gründe für Lebenserwartung haben sozialen Ursprung

Für die Lebenserwartung spielt unter anderem auch die Verfügbarkeit von medizinischen Leistungen eine Rolle. Doch das Max-Planck-Institut untersuchte darüber hinaus soziale Umstände, die Ursache für die Kreis-unterschiedlichen Lebenserwartungen sein könnten. Dabei kam heraus, dass weniger das Durchschnittseinkommen, die Bevölkerungsdichte oder die Ärztedichte entscheidend für das erwartete Lebensalter sind. Viel mehr sind es Arbeitslosenquote und „Hartz IV“-Beziehende, die die Lebenserwartung in einem Kreis senken. Da die soziale Schere zwischen alten und neuen Bundesländern noch immer nicht geschlossen ist, könnten die Unterschiede in der Lebenserwartung darin begründet liegen.

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Um die Lebenserwartung in den unterschiedlichen Kreisen anzugleichen, müssten Maßnahmen entwickelt werden, um Lebensstandards in ärmeren Kreisen zu verbessern.

Quelle

Lebenserwartung auf Kreisebene in Deutschland, in: Aerzteblatt.de

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