Leben Sie besser! So werden Sie gesund alt

Gesund alt werden
Gesund alt werden ist keine Kunst. Sie sollten nur ein paar Grundregeln befolgen © Fotolia

Alt werden will jeder, alt sein aber nicht, heißt es im Volksmund. Jeder wünscht sich, so lange wie möglich gesund zu bleiben, niemand möchte gebrechlich, vergesslich, hilflos werden. Doch wir haben riesiges Glück, die Chancen dafür stehen derzeit so gut wie nie.

Wissenschaftliche Studien zeigen: Menschen werden langsamer alt. Wir erreichen mehr Lebensjahre bei relativ guter Fitness. Das hat mehrere Gründe. Zum einen macht die moderne Medizin enorme Fortschritte. Kassenbezahlte Vorsorgeuntersuchungen und immer bessere Diagnose-Möglichkeiten erkennen Krankheiten häufig schon im Frühstadium. Die früher meist tödlichen Krankheiten wie Krebs, Schlaganfall und Herzinfarkt haben ihren Schrecken verloren, es gibt hochwirksame Therapien, die sogar zu vollständiger Heilung führen können.

 

Unsere Zellen könnten 120 Jahre alt werden

Ein weiterer entscheidender Grund sind unsere idealen Lebensumstände. Wir können zum Beispiel auswählen, wie gesund wir essen möchten – das Angebot ist im Gegensatz zu früheren Zeiten riesig. Wir haben den Luxus von viel Freizeit – und nutzen sie zunehmend, um etwa Sport zu treiben oder ein entspannendes Hobby zu pflegen. Auch die Hygiene war nie besser. All das führt in Europa zu einer steigenden Lebenserwartung: Die Zahl der 100-Jährigen nimmt stetig zu.

Und medizinisch ist durchaus noch mehr drin! Wissenschaftler sind sich einig: Unsere Zellen könnten 120 Jahre durchhalten. Erst danach hören sie endgültig auf, sich zu teilen. Fest steht auch: Wie alt wir werden und wie lange wir gesund bleiben, haben wir zu einem Großteil selbst in der Hand. Zwar spielt das Erbgut eine wichtige Rolle, doch unser alltägliches Verhalten bestimmt zu etwa 50 Prozent unsere Lebenserwartung. Das heißt: Jeder kann selbst die Teilungsfähigkeit seiner Zellen – und damit sein Leben – noch ein gutes Stück verlängern. Wir haben die wichtigsten Tipps für Sie zusammengestellt.

 

Bewegung ist die beste Medizin

Forscher vom Krebs-Institut der Harvard-Universität in den USA fanden heraus: Wer täglich 30 Minuten spazieren geht, gewinnt gegenüber absoluten Bewegungsmuffeln im Schnitt 3,4 Lebensjahre hinzu. 7,5 Stunden Bewegung pro Woche bringen sogar 4,5 Jahre. Wichtig ist, dass man viel an die frische Luft geht – zum Beispiel in der Mittagspause oder für eine Runde um den Block am Abend.

Ideale Ergänzung: Lassen Sie Ihre Muskeln spielen. Wer pro Woche rund 30 Minuten Hanteltraining, Kniebeugen, Liegestütze oder Übungen mit dem Thera-Band macht, ist nach drei Monaten biologisch jünger als vorher.

 

Ausreichend schlafen

Nachts werden Zellen repariert, neue wachsen, das Immunsystem läuft auf Hochtouren. Wer gut schläft, reduziert sein Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Ideal sind sieben bis acht Stunden pro Nacht. So schlafen Sie gesund: Abends leicht essen – das entlastet Magen und Darm. Wenn das Verdauungssystem zur Ruhe kommt, kann sich der Körper optimal regenerieren.

Feste Zeiten einhalten: Der Körper braucht Rhythmus, um sich zu erholen. Gehen Sie stets zur gleichen Uhrzeit ins Bett. Das Schlafzimmer sollte kühl (15 - 18 Grad) und dunkel sein.

 

Gelassenheit hält jung

Der tägliche Stress in Beruf und Familie lässt sich meist nicht so einfach reduzieren. Doch man kann lernen, besser mit den Anforderungen umzugehen. Rituale – Denken Sie auch mal an sich, nehmen Sie sich jeden Tag eine Auszeit. Dabei tun Sie, was Ihnen am besten gefällt, zum Beispiel ein Vollbad nehmen oder über Kopfhörer die Lieblingsmusik hören.

Übungen – Machen Sie Entspannung zu Ihrem Gesund-Hobby. Studien zeigen: Tai-Chi, Qigong und Yoga beruhigen die Seele, aktivieren innere Heilkräfte. Anleitungen gibt es in Büchern und DVDs.

 

Je mehr Gemüse, desto gesünder

Ausgewogene Ernährung ist neben Bewegung die wichtigste Vorbeugung gegen Krankheiten wie Krebs, Diabetes und Herzinfarkt. Die Faustregeln: Nehmen Sie täglich fünf Portionen (eine Handvoll) Gemüse und Obst zu sich, ideal ist ein Verhältnis von 4:1. Die gesündesten Gemüse: Kohl, Zwiebeln, Möhren, Fenchel, Soja. Bei Obst auf den Zuckergehalt achten – Äpfel enthalten besonders viele Vitalstoffe.

Fertiggerichte, Limonade, gehärtete Fette, Fleisch und Süßigkeiten sollten eher selten auf dem Speisezettel stehen. Salzen Sie sparsam.

Essen Sie einmal pro Woche fetten Fisch (Lachs, Makrele, Hering), und verwenden Sie in der Küche Raps-, Lein- oder Olivenöl. Knabbern Sie jeden Tag ein paar Nüsse, ideal sind Walnüsse.

 

Was sonst noch zählt

Freundschaften pflegen – Einzelgänger haben eine niedrigere Lebenserwartung als gesellige Menschen, haben US-Forscher festgestellt. Gute Freunde stärken das Immunsystem und verringern das Risiko für Herzinfarkt und Demenz.

Glück in der Liebe – Partnerschaft ist eine wichtige Voraussetzung für hohes Alter, allerdings nur, wenn das Paar glücklich miteinander ist. Studien zeigen, dass eine lieblose Beziehung sogar die Lebenserwartung verkürzt.

Eine Prise Pessimismus – Optimisten neigen dazu, unvorsichtig zu sein. Sie trinken zu viel, treiben häufig risikoreichen Sport und vergessen schon mal eine Vorsorgeuntersuchung. Wer mit Pannen rechnet, lebt länger.

Bloß keine Langeweile – Zu wenige oder anspruchslose Aufgaben können krank machen und verkürzen das Leben. Wer im Job keine Erfüllung findet, sollte in der Freizeit aktiv werden.

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