Lauterbach mit radikaler Forderung: Privatwohnungen sollen kontrolliert werden

Daphne Sekertzi

Inmitten der Diskussionen um härtete Corona-Maßnahmen stellt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbauch eine radikale Forderung: Um die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen zu überprüfen, sollen Kontrollen in Privatwohnungen durchgeführt werden. 

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Inhalt
  1. Lauterbach: Privatwohnungen sollen kontrolliert werden
  2. Private Haushalte sind die größten Infektionsherde
  3. Lauterbach für „Wellenbrecher-Shutdown“
 

Lauterbach: Privatwohnungen sollen kontrolliert werden

Der Gesundheitsexperte der SPD, Karl Lauterbach, bringt kurz vor den heutigen Corona-Beratungen zwischen Bund und Ländern eine extreme Maßnahme ins Gespräch: Die Einhaltung von Kontaktbeschränkungen soll auch in Privatwohnungen kontrolliert werden. In vielen Regionen Deutschlands gelten aufgrund hoher Infektionszahlen seit kurzer Zeit verschärfte Corona-Regeln – dazu gehört neben Sperrstunden, einer Maskenpflicht im Freien und Alkoholverkaufsverboten auch eine Kontaktbeschränkung im Privaten auf 10 Personen. 

Graphische Darstellung der Infektionskette
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Gegenüber der rheinischen Post machte Lauterbach klar, dass der Schutz der Privatsphäre in der aktuellen Lage zweitrangig ist: „Wir befinden uns in einer nationalen Notlage, die schlimmer als im Frühjahr werden kann. Die Unverletzbarkeit der Wohnung darf kein Argument mehr für ausbleibende Kontrollen sein“. Wenn die öffentliche Gesundheit durch private Feiern gefährdet sei, müssen Behören eingreifen können, so Lauterbach. 

 

Private Haushalte sind die größten Infektionsherde

Inzwischen ist klar, dass private Zusammenkünfte einer der Hauptmotoren des aktuellen Pandemie-Geschehens sind. Regelmäßig entwickeln sie sich zu Superspreader-Events. Darauf weisen seit Längerem auch die Situationsberichte des Robert Koch-Instituts (RKI) hin. Der private Haushalt ist mit Abstand der größte Infektionsherd. Danach folgen Alten- und Pflegeheime und der Arbeitsplatz. Während in öffentlichen Räumen die Einhaltung der Corona-Regeln überprüft werden kann, entzieht sich der private Raum jeglicher Kontrolle.

Eine Menschenmenge aus der Vogelperspektive
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Lauterbach für „Wellenbrecher-Shutdown“

Die Kontrolle von Privatwohnungen ist allerdings nicht das einzige, was Lauterbach fordert. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie soll ein „Wellenbrecher-Shutdown“ durchgeführt werden. Demnach sollen bundesweit für zwei Wochen nur Schulen, Kitas und „essenzielle Geschäfte“ geöffnet bleiben. Restaurants, Bars sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssten schließen, da dort die meisten Kontakte stattfinden würden und die Übertragung über Aerosole unvermeidbar sei. Damit widerspricht der SPD-Politiker der Einschätzung des RKI, dass die Gastronomie nicht zu den Infektionsherden zählt.

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Ein „Brechen des exponentiellen Wachstums“, wie Lauterbach auf Twitter schrieb, könne mit diesem Modell erreicht werden. Merkels Entwurf der Beschlussvorlage für die Konferenz mit den Ministerpräsidenten käme diesem Modell nahe. Welche weiteren Corona-Maßnahmen heute beschlossen werden und ob in Zukunft Lauterbachs Forderung nach Kontrollen von Privatwohnungen umgesetzt wird, bleibt abzusehen.

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