"Lassen Sie Ihre Nervenströme messen!" – Was Ärzte oft zu sagen vergessen

Ein Neurologe kann mithilfe einer Stimmgabel die Nervenleitfähigkeit testen, um Nervenerkrankungen, wie zum Beispiel eine Polyneuropathie, ausschließen zu können
Ein Neurologe kann mithilfe einer Stimmgabel die Nervenleitfähigkeit testen, um Nervenerkrankungen, wie zum Beispiel eine Polyneuropathie, ausschließen zu können © Fotolia

Im Alltagstrubel der Arztpraxis bleibt der eine oder andere Rat unausgesprochen. Praxisvita hat Experten dazu befragt. Hier finden Sie wertvolle Tipps, zum Beispiel was der Neurologe zu Nervenerkrankungen sagt.

 

Hilfreiche Tipps vom...

 

... Neurologen

 

Lassen Sie Ihre Nervenströme messen!

Wenn die Füße kribbeln oder ein Druckgefühl wie ein zu enger Strumpf auftritt, kann eine Nervenerkrankung namens Polyneuropathie dahinterstecken. Besonders anfällig hierfür sind Diabetiker. Gehen Sie mit solchen Beschwerden zum Arzt! Dieser kann mit einer einfachen Stimmgabel die Nervenleitfähigkeit messen.

 

Wagen Sie immer wieder Neues!

Wer rastet, der rostet. Das gilt für den ganzen Menschen, aber auch für unsere Knochen, Muskeln und das Gehirn. Und das Gehirn fordern Sie am besten, indem Sie ihm ständig Neues bieten: Lassen Sie sich von Ihrem Enkel das Internet erklären, mopsen Sie ihm ruhig mal die Fernbedienung zur Spielkonsole, oder probieren Sie Kochrezepte exotischer Länder aus. Oder lernen Sie die Sprache Ihres Lieblings-Urlaubslandes. Ein paar Vokabeln jeden Tag genügen!

 

Erfinden Sie selbst neue Denkspiele!

Hauskauf – Kaufhaus. Suchen Sie nach Worten, deren Teile austauschbar sind. Oder kramen Sie in Ihrem Gedächtnis nach Personen, deren Anfangsbuchstaben mit denen des Nummernschildes vor Ihnen übereinstimmen.

 

... Orthopäden

 

Messen Sie Ihre Füße öfter nach!

Bei Kindern ist das normal, denn ihre Füße wachsen ja noch. Bei Erwachsenen ist das Messen aber auch nötig. Denn im Alter lasst oft die Spannkraft von Sehnen und Bändern nach. Das Fußgewölbe wird flacher, der Fuß langer und breiter. Und dann passt eben nicht mehr Größe 39. Zu kleine Schuhe fuhren jedoch zu Fehlstellungen und Hühneraugen. Fragen Sie vor dem Kauf neuer Schuhe im Schuhgeschäft nach dem Vermessungsgerat. Und kaufen Sie Schuhe lieber 1/2 Nummer zu groß als nur minimal zu klein oder zu eng!

 

Wechseln Sie Ihre Schuhe täglich!

Bestimmt haben auch Sie ein Lieblingspaar, das besonders bequem ist. Trotzdem: Tragen Sie Schuhe nie zwei Tage hintereinander. Denn jeder Schuh hat Nachteile, die zu einseitiger Belastung führen können. Also wechseln Sie! Und: Höher als drei Zentimeter sollte der Absatz nur ganz, ganz selten sein.

 

Nach 30 Minuten aufstehen!

Gerade sitzen ist gesund? Stimmt. Aber Lümmeln auch! Denn wichtig ist, dass Sie – selbst bei langem Sitzen – immer mal wieder Ihre Position wechseln. Und spätestens nach einer Stunde sollten Sie kurz aufstehen und sich strecken.

 

... Hausarzt

 

Braten statt grillen!

Grillen spart Fett, klar. Leider entstehen, wenn Fett aus dem Fleisch in die Glut tropft, krebserregende Substanzen. Die Alternative: Alufolie unterlegen – oder direkt die Pfanne bemühen. Fisch ist gedünstet am gesündesten.

 

Fester Vorsorge-Tag

Kontrollieren Sie an einem festen Tag im Jahr, ob Sie in diesem Jahr alle empfohlenen Vorsorge-Untersuchungen wahrgenommen haben. Jährlich: Zahnarzt, Frauenarzt, Augenarzt (bei Diabetikern). Alle zwei Jahre: Hautkrebs-Screening, Mammografie. Ab 55: erstmals eine Darmspiegelung (alle zehn Jahre).

 

Schaffen Sie sich ein Haustier an!

Der Blutdruck sinkt, die Atmung wird ruhig und tief, Anspannung, Traurigkeit und Einsamkeit verfliegen, und die Chancen, eine schwere Krankheit zu überwinden, vervielfachen sich. Würden Sie ein solches –nebenwirkungsfreies – Medikament nehmen? Das gibt es – auf vier Beinen: Hunde und Katzen! Voraussetzung: Sie hegen echte Zuneigung für Ihr Haustier.

 

... Sportmediziner

 

Regelmäßig neue Sportschuhe kaufen!

Gutes Schuhwerk ist wichtig, um Bänder, Knochen und Gelenke nicht zu überlasten. Leider lässt auch der beste Schuh irgendwann nach – ohne dass man es ihm ansieht. Der kritische Punkt liegt bei etwa 500 km. Laufen oder gehen Sie dreimal pro Woche drei km, macht das in der Woche etwa neun, im Jahr 478 km. Nach einem guten Jahr ist also ein neues Paar fällig. Tipp: Ein gut sitzendes, günstiges Modell ist besser als ein nicht optimales Luxusmodell!

 

Pausen müssen sein!

Muskeln, Ausdauer, Herz und Lunge verbessern sich nicht während des Trainings, sondern während der Erholung dazwischen. Deswegen: Übertreiben Sie es nicht, und drehen Sie lieber nur alle zwei Tage Ihre Walking-Runde!

 

Wer krank ist, sollte keinen Sport machen!

Bei den geringsten Symptomen einer Erkältung und erst recht bei Fieber ist Sport tabu! Packen Sie sich aufs Sofa, und kurieren Sie sich aus! Im schlimmsten Fall drohen sonst lebensgefährliche Entzündungen am Herzen! Nach drei fieberfreien Tagen kann es dann wieder losgehen – aber bitte langsam!

 

... Zahnarzt

 

Zähne erst 30 Minuten nach dem Essen putzen!

Säuren in Lebensmitten lösen den Zahnschmelz etwas an. Putzen Sie zu früh die Zähne, schrubben Sie ihn mit weg – unwiederbringlich! Besser: nach dem Essen Wasser trinken und einen zuckerfreien Kaugummi kauen. Der fördert die Produktion von Speichel, der wiederum die Säuren neutralisiert.

 

Benutzen Sie nur weiche Zahnbürsten!

Mit harter Zahnbürste ordentlich schrubben ist die falsche Strategie. Dabei entstehen Verletzungen am Zahnfleisch, Bakterien können eindringen und Entzündungen (Parodontitis) auslösen. Langfristig droht der Verlust gesunder Zähne! Und auch der Zahnschmelz mag es lieber sanft: mit weicher Bürste und Zahnpasta ohne Schmirgel-Partikel, wie sie zum Beispiel in Zahnweiß-Cremes stecken.

 

Trinken Sie täglich ein Glas Cranberrysaft

Cranberrysaft (Reformhaus) enthält einen Stoff, der verhindert, dass sich Bakterien anheften können. Das verringert das Risiko für Karies, aber auch von Blasenentzündungen und Erkältungen.

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