Lassa-Fieber: Ein Toter – wie groß ist die Gefahr?

In Großbritannien sind jetzt drei Fälle von Lassa-Fieber bekannt geworden. Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung. Eine:r der Betroffenen ist gestorben. Wo sich die drei Infizierten angesteckt haben und wie groß die Gefahr einer neuen Viruswelle ist: die Infos.

Ampulle mit Blut auf medizinischer Maske
Foto: iStock/SaevichMikalai

In Luton, einer ostenglischen Stadt, soll Medienberichten zufolge ein:e Patient:in an Lassa-Fieber gestorben sein. Der bzw. die Tote ist einer von drei Menschen, die sich mit dem Virus infiziert haben. Was ist geschehen?

Familie infiziert sich in Afrika mit Lassa-Fieber

Offenbar war handelt es sich bei den Infizierten um Mitglieder einer Familie, die zuvor in Westafrika Urlaub gemacht hatte. Nachdem erst zwei Fälle bekannt geworden waren, ist noch eine dritte Person am Lassa-Fieber erkrankt. Eine:r der Patient:innen ist im Luton and Dunstable Hospital an den Folgen der Infektion verstorben. Es sind die ersten Fälle von Lassa-Fieber in Großbritannien seit 1980.

Was ist Lassa-Fieber?

Die Viruserkrankung ähnelt Ebola und verläuft in etwa 1 Prozent der Fälle tödlich. Sie wird durch Tiere auf den Menschen übertragen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) tritt das Virus nur in Westafrika auf, vor allem sei die afrikanische Vielzitzenmaus als Überträger bekannt.

Die Tiere selbst erkranken nicht, können das Virus aber lebenslang an den Menschen weitergeben – meist über mit Urin oder Kot verunreinigte Nahrungsmittel, aber auch durch kleine Verletzungen oder über die Schleimhaut. Menschen können das Virus ebenfalls auf andere Menschen übertragen, sogar noch nach dem Tod.

Lassa-Fieber: die Symptome

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben rund 80 Prozent der Infizierten gar keine Symptome. Bei den restlichen 20 Prozent können unter anderem folgende Krankheitsanzeichen auftreten:

  • Fieber

  • Kopfschmerzen

  • Halsschmerzen

  • Husten

  • Erbrechen

  • Schleimhaut-Blutungen

  • Krampfanfälle

Schlimmstenfalls kann der bzw. die Betroffene ins Koma fallen und sterben. In jedem Fall sollte beim Verdacht auf eine Lassa-Virusinfektion ärztlicher Rat eingeholt werden.

Krankenhaus-Mitarbeitende in Isolation

Den Berichten zufolge befinden sich alle Klinik-Beschäftigten, die direkt mit den Infizierten in Kontakt gekommen waren, in Isolation. Andere Mitarbeitende müssen sich möglicherweise Tests unterziehen oder öfter als sonst eine Schutzausrüstung tragen. Dies sei ein Standardverfahren und eine Vorsichtsmaßnahme, erklärt Dr. Susan Hopkins, leitende medizinische Beraterin der britischen Gesundheitsbehörde UKHSA.

Gefahr für Öffentlichkeit gering

Laut Dr. Hopkins sei die Wahrscheinlichkeit, am Lassa-Fieber zu erkranken, nicht hoch: „Fälle von Lassa-Fieber sind im Vereinigten Königreich selten und es verbreitet sich nicht leicht zwischen Menschen. Das Gesamtrisiko für die Öffentlichkeit ist sehr gering.“ 

Dem britischen Berater für Infektionskrankheiten, Dr. Sir Michael Jacobs, zufolge sind vor allem Menschen gefährdet, die „in endemischen Gebieten Westafrikas mit hohen Nagetierpopulationen leben.“ Importierte Fälle kämen anderswo auf der Welt selten vor. Die Gefahr eine neuen Viruswelle nach Corona durchs Lassa-Fieber ist demnach minimal.