Langzeitschutz vor Ebola: Forscher entwickeln revolutionäres Impf-Nasenspray

Das Ebola-Nasen-Impf-Spray
Das neu entwickelte Impf-Nasenspray könnte eine weitere Ausbreitung des Ebola-Virus verhindern. Tatsächlich wirkt es zu 100 Prozent, wenn es inhaliert wird © Shutterstock

Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich immer weiter aus – bisher ohne dass die Medizin wirksame Gegenmittel hatte. Das soll sich nun ändern. Forscher entwickelten einen vielversprechenden Impfstoff, der den Durchbruch bei der Eindämmung von Ebola markieren könnte. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie der University of Texas in Austin präsentierten Mediziner Ergebnisse einer vorklinischen Zwei-Phasen-Studie, bei der erstmals ein neues Impfverfahren gegen Ebola getestet worden war.

 

Eine Ebola-Impfung durch die Nase

Bei diesem Verfahren wird das Ebola-Antigen nicht – wie bei dem für Januar 2015 angekündigten Impfstoff – durch eine Injektionsnadel, sondern durch ein Nasenspray verabreicht. Auf diese Weise könne nach Aussagen der Forscher mit einer Einmalbehandlung ein Langzeitschutz gegen Ebola erreicht werden.

 

Ebola-Impfung hält mindestens 150 Tage

Während der ersten Studien-Phase bekamen Versuchstiere eine geringe Impf-Stoffmenge über das Nasenspray in die Atemwege verabreicht. Nach 62 Tagen wurden sie mit Ebola (Zaire Stamm) infiziert. In den darauf folgenden Tagen zeigte sich bei rund zwei Drittel (67 Prozent) der so behandelten Tiere eine Immunisierung gegen das tödliche Virus.

Im zweiten Abschnitt des Tests nutzten die Forscher einen leicht veränderten Impfstoff, der ebenfalls über das Nasenspray in die Atemwege der Tiere gegeben wurde. Diesmal infizierten sie die Tiere 150 Tage nach der Impfung mit Ebola – alle Tiere überlebten die Infektion. Das Impfmittel funktionierte.

 

Neue Chance zur Eindämmung der Ebola-Epidemie

Die Studie hatte im Vorfeld gezeigt, dass der Impfstoff keine Wirkung entwickelt, wenn er intravenös mit einer Spritze verabreicht wird. Bei einer Injektion bildeten sich nachweislich keine Ebola-Antikörper aus – eine Immunisierung kam nicht zustande.

Die Forscher bezeichnen das von ihnen entwickelte Impfverfahren nicht nur als technisch bahnbrechend, sondern auch als eine echte Chance, die Ebola-Epidemie in Westafrika einzudämmen. Andere vorgestellte Impfstoffe würden keinen vergleichbaren Langzeitschutz (von mindestens 150 Tage) gegen Ebola aufweisen – schon gar nicht nach einer Einmalbehandlung.

Zudem sei eine Impfung durch ein Nasenspray für einen Einsatz in schwierigen Einsatzgebieten – wie in Westafrika – besonders geeignet. Da bei einer großangelegten Impfkampagne auf die Verwendung von Spritzen verzichtet werden könnte, würde dies die Impfbereitschaft der betroffenen Bevölkerung steigern, die Kosten senken und die Sicherheit (z.B. Schutz vor einer Zweitinfektionen) erhöhen.

Hamburg, 5. November 2014

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