Langzeitschäden nach Corona-Impfung: Besteht ein Risiko?

Daphne Sekertzi

Innerhalb von nur wenigen Monaten wurden die Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 entwickelt und auf den Markt gebracht. Sorgen über Langzeitschäden durch die Corona-Impfung sind nachvollziehbar. Aber sind sie vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse auch berechtigt?

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Was eigentlich zehn bis zwanzig Jahre in Anspruch nimmt, wurde in einen engen Zeitplan von nur wenigen Monaten gepresst: Im Dezember, knapp ein Jahr nach Bekanntwerden der ersten Corona-Fälle in China, kam mit Biontech der erste Impfstoff gegen SARS-CoV-2 auf den Markt. Im Januar und März folgte die Zulassung von Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson für die EU.

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Nach der ersten Euphorie stand bald die Frage nach der Verträglichkeit und Sicherheit der Vakzine im Fokus, nachdem Fälle von Hirnvenenthrombosen und Herzmuskelentzündungen bekannt wurden: Wenn es schon zu schweren unmittelbaren Komplikationen kommen kann – ist es dann auch denkbar, dass sich Jahre nach der Corona-Impfung Langzeitschäden entwickeln?

 

Verträglichkeit der Corona-Impfstoffe in Tests bestätigt

Die Schnelligkeit, mit der die Impfstoffe gegen das Coronavirus entwickelt wurden, mag den Eindruck eines schludrigen Zulassungsprozesses erweckt haben. Fakt ist jedoch, dass die bisher zugelassenen Corona-Vakzine alle Testphasen, die bei der Entwicklung eines Impfstoffes vorgesehen sind, durchlaufen haben. An mehreren Zehntausend Proband:innen wurde sowohl eine sehr hohe Wirksamkeit als auch eine gute Verträglichkeit nachgewiesen.

 

Nebenwirkungen von COVID-Vakzinen ein gutes Zeichen

Die möglichen Nebenwirkungen unterscheiden sich grundsätzlich nicht von jenen, die nach anderen Impfungen auftreten, wie etwa Abgeschlagenheit, Kopf- und Gliederschmerzen oder eine erhöhte Körpertemperatur. Solche unmittelbaren Impfreaktionen halten in der Regel nur wenige Stunden oder Tage an und sind eher positiv zu betrachten. Denn die Symptome zeigen, dass das Immunsystem arbeitet und Antikörper gegen das Coronavirus bildet.

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Nur in seltenen Fällen sind schwere Komplikationen möglich. Neben starken allergischen Reaktionen gehören auch Hirnvenenthrombosen dazu, die vor allem nach AstraZeneca-Impfungen aufgetreten sind, sowie Herzmuskelentzündungen. Diese Nebenwirkung wurde im Zusammenhang mit dem Biontech-Vakzin beobachtet.

 

Langzeitschäden durch Corona-Impfung nicht zu erwarten

Von den unmittelbaren Impfreaktionen unterschieden sind die Langzeitschäden. Damit sind gesundheitliche Folgen gemeint, die Jahre nach der erfolgten Impfung auftreten könnten. Anders als die Impfreaktionen lässt sich eigentlich noch nichts über Langzeitschäden durch die Corona-Vakzine sagen – schlichtweg, weil sie erst seit einigen Monaten verimpft werden. Jedoch verweist die Pressesprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts, Susanne Stöcker, im ZDF-Interview auf einen wichtigen Punkt: Langzeit-Nebenwirkungen, die erst nach Jahren auftreten, sind bei Impfstoffen generell nicht bekannt“.

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Für die neuartigen mRNA-Impfstoffe, wozu Biontech und Moderna zählen, würden ebenso keine Langzeitschäden erwartet. Denn: Die einzelnen Komponenten der Vakzine würden vom Körper schnell abgebaut werden, erklärt Stöcker. So sei die mRNA Ribonukleinsäure nach rund 50 Stunden nicht mehr im Blut nachweisbar. 

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Zudem kann die Ribonukleinsäure nicht ins Erbgut eingreifen – ein Mythos, der noch immer um mRNA-Impfstoffe kursiert. Das Bundesgesundheitsministerium erklärt hierzu: „Bei mRNA handelt es sich um ein Botenmolekül, das nicht in die DNA einer Zelle eingebaut werden kann […]“. Der Wirkstoff kann nicht in den Zellkern, also dort, wo sich die DNA befindet, vordringen. Langzeitschäden durch mRNA-Impfstoffe sind somit auch in diesem Punkt ausgeschlossen.

Quelle:

Zahlen, Fragen und Antworten zur COVID-19-Impfung, in: Bundesgesundheitsministerium

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