Lakritz: Lebensgefahr durch Überdosis

Lakritz
In Lakritz steckt die aus der Süßholzpflanze enthaltene Glyzerrhinsäure – zuviel davon kann starke körperliche Beschwerden auslösen © Fotolia

Mit Krampfanfällen wurde ein zehnjähriger Junge ins Krankenhaus eingeliefert. Der Grund: Er hatte zu viel Lakritz gegessen. Erfahren Sie hier, ab wann die Süßigkeit gefährlich wird.

Nachdem er einen zweiminütigen Krampfanfall erlitten hatte, wurde der Junge in ein Krankenhaus im italienischen Bologna eingeliefert – in den nächsten Stunden traten drei weitere Anfälle auf. Außerdem klagte er über starke Kopfschmerzen und die Ärzte stellten einen erhöhten Blutdruck fest.

Die Ursache der Anfälle konnten die Ärzte nicht feststellen. Doch bei einer Nachuntersuchung eine Woche später bemerkten sie, dass seine Zähne sich schwarz verfärbt hatten. So kam der Auslöser ans Licht: Der Junge hatte in den vergangenen vier Monaten täglich mindestens 20 Süßigkeiten aus Lakritz gegessen.

 

Überdosis Lakritz: Das passiert im Körper

Lakritz enthält Glyzerrhinsäure – dieser aus der Süßholzpflanze gewonnene Stoff verleiht ihr ihren charakteristischen Geschmack. Beim Verzehr großer Mengen führt Glyzerrhinsäure zum Abfall des Kaliumspiegels. Doch der Körper benötigt Kalium, um Muskel- und Nervenfunktion zu regulieren. So kam es bei dem Patienten aus Italien dazu, dass seine Muskulatur „verrückt spielte“ und der gesamte Körper verkrampfte.

Eine andere mögliche Folge der Lakritz-Überdosis ist, dass die Erregbarkeit des Herzmuskels erhöht wird und Herzrhythmusstörungen entstehen. Glyzerrhinsäure bewirkt außerdem eine erhöhte Produktion von Kortisol in der Nebenniere – dieses Hormon lässt den Blutdruck ansteigen. So kommt es zu Bluthochdruck, der wiederum das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöht.

 

Ab wann wird es gefährlich?

Bereits eine Dosis von 100 Gramm Lakritz reicht aus, um Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen auszulösen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt darum, nicht mehr als 50 Gramm Lakritz pro Tag zu verzehren – das ist etwa ein Viertel einer handelsüblichen Packung.

Hamburg, 3. März 2015

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