Lässt sich der Mittelohrentzündung vorbeugen?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Es ist kaum möglich, einer Mittelohrentzündung gezielt vorzubeugen. Mit einer Impfung gegen Pneumokokken und Haemophilus influenzae können Sie sich oder Ihr Kind zwar gegen zwei sehr häufige Erreger der Mittelohrentzündung schützen, es existiert jedoch noch eine Vielzahl anderer Erreger, die eine Mittelohrentzündung auslösen können.

Allerdings gibt es einige einfache Maßnahmen, mit denen Sie bei einer Mittelohrentzündung Ihres Kindes die Beschwerden lindern und die Heilung günstig beeinflussen können.

Mittelohrentzündung vorbeugen mit gesunder Ernährung
Sie können unter Umständen einer Mittelohrentzündung vorbeugen, indem Sie auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung achten © istock
 

Maßnahmen, die Beschwerden bei Mittelohrentzündung lindern

  • Beim Verdacht auf eine Mittelohrentzündung sollten Sie immer einen Arzt zu Rate ziehen, um schweren Verläufen der Mittelohrentzündung vorzubeugen und eine angemessene Behandlung sicherzustellen.
  • Eine antibiotische Behandlung ist bei einer Mittelohrentzündung nicht immer notwendig. Medikamente, welche die Nasenschleimhaut abschwellen, das Fieber senken oder die Schmerzen lindern, sind aber durchaus sinnvoll, um die Heilung zu fördern.
  • Ohrentropfen helfen in den seltensten Fällen gut, da sie von außen verabreicht werden und das Mittelohr gar nicht erreichen.
  • Wenn Sie oder Ihr Kind an einer Mittelohrentzündung leiden, sollten Sie dafür sorgen, dass beim Duschen oder Baden kein Wasser in die Ohren gerät. Das ist besonders wichtig, wenn das Trommelfell gerissen ist oder der Arzt das Trommelfell operativ öffnen musste.
  • Wenn Ihr Kind immer wieder unter einer Mittelohrentzündung leidet, sollte der Arzt überprüfen, ob die Mandeln des Kindes vergrößert sind oder ob sich Polypen, also harmlose Wucherungen an den Mandeln, gebildet haben. Diese kann ein Chirurg bei Bedarf operativ entfernen, um das Risiko weiterer Mittelohrentzündungen zu senken.
  • Die häufigste Ursache für eine Mittelohrentzündung sind bakterielle oder virale Infekte der Atemwege. Es ist völlig normal, dass Kinder besonders häufig an solchen Infekten leiden. Dennoch können Sie das Immunsystem Ihres Kindes stärken und unter Umständen einer Mittelohrentzündung vorbeugen, indem Sie auf eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung achten und dem Kind regelmäßig Obst und Gemüse anbieten. Auch Bewegung an der frischen Luft stärkt das Immunsystem.
Mittelohrentzündung vorbeugen mit Nasenspray
Mit einem Nasenspray wird die Belüftung der Nasennebenhöhlen bzw. des Mittelohres verbessert und so eine Entzündung verhindert© istock
 

Einer Mittelohrentzündung vorbeugen mit Nasentropfen?

Bis zu ihrem dritten Geburtstag durchleiden rund 90 Prozent aller Kinder mindestens eine Mittelohrentzündung – etwa die Hälfte bekommt sie sogar mehrfach. Die Ursache ist oft eine Erkältung. Denn zwischen Nase und Ohr besteht eine Verbindung, die sogenannte Eustachische Röhre. Sie sorgt für die Belüftung des Innenohres. Ist allerdings die Nase verstopft, begünstigt das eine Entzündung im Ohr – es entsteht die klassische Mittelohrentzündung.

Weil diese Verbindung bei Kindern kürzer ist, wandern die Erreger deutlich schneller bis ins Innenohr hoch. Außerdem wird die Eustachische Röhre von der gleichen Schleimhaut ausgekleidet wie die Nase – ist sie durch eine Erkältung geschwollen, verstopfen auch die Ohren. Weil Ärzte von diesem Zusammenhang wissen, verschreiben sie bei Kindern, die zu Nasennebenhöhlen- oder Mittelohrentzündungen neigen, abschwellende Nasentropfen. Damit wird die Belüftung der Nasennebenhöhlen bzw. des Mittelohres verbessert und so eine Entzündung verhindert.

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