Kurkumin: Was ein halber Teelöffel pro Tag bewirken kann

Glas mit Kurkuma-Pulver
Kurkumin ist der gelbe Farbstoff der Kurkuma-Knolle, der u.a. einen heilsamen Effekt auf Entzündungen hat © shutterstock

Über 4000 medizinische Studien über das aromatische Pulver gibt es inzwischen – allein in den USA laufen derzeit über 70 Untersuchungen. Doch was ist eigentlich Kurkumin?

Bei Kurkuma handelt es sich um ein tropisches Gewächs, dessen Knollen in Asien seit jeher als Kostbarkeit verehrt werden. Ihrem Geheimnis kommen die Forscher gerade auf die Spur: Es liegt in dem gelben Farbstoff, dem Kurkumin. Wer regelmäßig davon isst, kann für sich und seine Gesundheit richtig was tun.

 

Hilft gegen Entzündungen

Im Ayurveda wird Kurkuma seit jeher als Medizin bei Entzündungen und Schwellungen in Mund und Rachen eingesetzt. Forscher haben inzwischen belegt, warum: Seine Wirkstoffe blockieren bestimmte Entzündungswege im Körper und verhindern so die Verbreitung eines speziellen Proteins, das Schwellungen und Schmerzen auslöst. Ein warmer Kurkumawickel hilft bei äußerlichen Schwellungen; bei Entzündungen in Mund und Rachen 3mal täglich mit einer Kurkumaspülung (1 TL auf 100 ml Wasser) gurgeln.

 

Lindert Gelenkentzündungen

Dass Kurkuma Entzündungen heilt, wurde inzwischen in einer Reihe von Studien gezeigt. Ganz besonders effektiv ist der Wirkstoff Kurkumin des gelben Pulvers bei Arthrose-Patienten: In einer Untersuchung zeigte die Kurkumintherapie ähnlich gute Wirkungen wie Medikamente. Die Schmerzen gingen zurück, Rötungen und Schwellungen wurden gemildert ebenso wie die unangenehme Hitze in den betroffenen Gelenken. Blutuntersuchungen zeigten den Rückgang einer ganzen Reihe von Entzündungsmarkern. Damit ist Kurkuma eine Ergänzung oder sogar eine Alternative zu herkömmlichen Arthrose-Medikamenten, den sogenannten nicht-steroidalen Entzündungshemmern – und das völlig nebenwirkungsfrei.

 

Kräftigt die Gefäße

Japanische Wissenschaftler haben in einer Langzeitstudie bewiesen, dass eine chemische Substanz in der Kurkumawurzel das Herz ebenso gut vor Alterungsprozessen schützt wie moderate sportliche Betätigung. Der Grund: Kurkuma stärkt die innerste Schicht der Gefäßwände und schützt die Blutgefäße dadurch vor der sogenannten Arteriosklerose, gefährlichen Ablagerungen. Diese sind die häufigste Ursache von Herzinfarkten und Schlaganfällen.

 

Erleichtert der Leber die Arbeit

Kurkumin, der Bestandteil, der dem Pulver seine leuchtend gelbe Farbe gibt, ist der wichtigste Wirkstoff der Wurzeln. Forscher konnten inzwischen nachweisen, dass dieser ganz besonders die Leber stärkt – das zentrale Entgiftungssystem unseres Körpers. Eine wichtige Rolle spielen die Bitterstoffe des Kurkumins: Sie regen die Produktion von Gallensaft für die Fettverdauung an und entlasten dadurch die Leber. Gleichzeitig verbessern sie den Gallenfluss, dadurch können Gift- und Schadstoffe aus der Leber direkt in den Darm abtransportiert werden. Aktuelle Studien weisen daraufhin, dass Kurkumin sogar eine fortschreitende Leberentzündung aufhalten kann – bestätigt sich diese Vermutung, könnte eine Kurkumintheapie die Lösung für chronische Lebererkrankungen sein.

 

Reguliert den Blutzucker

Eine Studie mit sogenannten Prädiabetikern, Patienten, die unter einer Insulinresistenz leiden, die in Diabetes münden kann, beweist: Kurkuma schützt vor Diabetes. Nach Abschluss der Studie hatte sich in der Patientengruppe, die Kurkumin bekommen hatte, kein Diabetes entwickelt. In der Gruppe ohne Kurkumintherapie waren hingegen 16 Prozent der Probanden an Diabetes erkrankt. Die Erklärung der Forscher: Kurkumin regt die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse dazu an, Insulin zu produzieren. Dieses wiederum senkt den Blutzuckerspiegel und verhindert so langfristig die drohende Diabetes-Erkrankung.

 

Stärkt die Abwehr

Der bioaktive Wirkstoff Kurkumin unterstützt den Körper bei der Bildung spezifischer T-Zellen, die eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Krankheitserregern spielen. Zudem konnte jetzt nachgewiesen werden, dass durch Kurkumin verstärkt ein spezielles Protein, das sogenannte Cathelicidin, gebildet wird. Dieses Protein ist entscheidend an der Bekämpfung von Bakterien beteiligt und beugt somit Infektionen und chronischen Erkrankungen vor.

 

Verbessert das Gedächtnis

Ein Studie der Harvard Universität beweist: Der Wirkstoff Kurkumin ist in der Lage, die für viele Moleküle undurchlässige Blut-Hirnschranke zu passieren. Im Gehirn regt Kurkumin eine Vielzahl heilsamer Prozesse an: Es kann Oxidationsprozesse verhindern, die die empfindlichen Nervenzellen schädigen. Dazu schützt der Wirkstoff das Gehirn vor Eiweissablagerungen, den sogenannten amyloiden Plaques, die als Hauptursache für Demenzerkrankungen gelten. Sie stören die Übertragung von Nervensignalen und führen zu kognitiven Funktionseinbußen. Außerdem fördert Kurkumin die Bildung eines speziellen Hormons, des sog. Wachstumsfaktors BDNF – es stärkt das Gedächtnis, verbessert die Hirnleistungen und fördert die Neubildung von Nervenzellen.

 

Schützt vor Krebs

Lange Zeit waren die Schulmediziner skeptisch: Ein Gewürz soll die Bildung von Krebszellen verhindern? Inzwischen haben Forscher mit modernster Technik nachgewiesen, dass Kurkumin tatsächlich das Tumorwachstum hemmt. Ihre Erklärung: Der Wirkstoff beeinflusst die physikalischen Eigenschaften der Zellmembran, indem es sich in bestimmte Schichten, die Doppellipidschichten, hineinschiebt. Auf gesunde Zellen wirkt das stabilisierend – sie können sich besser gegen Angreifer wehren. Somit stärkt Kurkumin das Immunsystem. Genetisch mutierte Krebszellen hingegen werden durch diesen Vorgang beschädigt: Ihre Zellmembran wird durchlässiger. Kurkuma schützt daher nicht nur vor Krebserkrankungen, sondern unterstützt auch schulmedizinische Therapien wirksam.

 

Medizin und Genuss: Darauf sollten Sie bei Kurkuma achten

Kurkuma steckt in Curry – es färbt die Gewürzmischung leuchtend gelb. Die Dosierung ist allerdings zu gering, um Wirkung zu zeigen. Seine Heilkraft entfaltet Kurkuma ab einer Dosierung von ca. 1,5–3 g pro Tag das entspricht etwa der Menge von 0,5–1 TL. Das Gewürz ist eine köstliche Zutat in Nudelsoßen oder Salatdressings – selbst Smoothies können wir damit abschmecken. Wichtig: Das Gewürz immer mit etwas Fett kombinieren, da seine Wirkstoffe fett- und nicht wasserlöslich sind. Wer den Geschmack nicht mag, kann auf Kapseln (Apotheke) zurückgreifen. Zu therapeutischen Zwecken werden bis zu 8 g Kurkuma täglich eingenommen, solch hohe Dosierungen sollte aber immer ein Arzt anordnen.

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