„Kupferspirale“ für den Mann?

Verena Elson
US-Forscher haben ein neues Verhütungsmittel für Männer entwickelt
US-Forscher haben ein neues Verhütungsmittel für Männer entwickelt © iStock/AleksandarNakic

US-Forscher haben ein neues Verhütungsmittel für Männer entwickelt – sein Wirkungsprinzip ähnelt dem der Kupferspirale für Frauen.

Die Wirkung der Kupferspirale beruht auf zwei Mechanismen: Der um die Spirale gewickelte Kupferdraht gibt Ionen ab, die die Gebärmutterschleimhaut verändern, sodass sich keine befruchtete Eizelle einnisten kann. Zusätzlich wirken sie wie eine „Spermienbremse“: Sie schränken die Beweglichkeit der Spermien ein und hindern sie so daran, den Eileiter zu erreichen.

Als „Spermienbremse“ fungiert auch der Wirkstoff namens EP055, den US-Wissenschaftler entwickelt haben. „Einfach gesagt schaltet das Präparat die Schwimmfähigkeit der Spermien aus“ erklärt Studienleiter Michael O’Rand, emeritierter Professor für Zellbiologie der University of North Carolina. Das tut EP055, indem es sich an ein Protein namens EPPIN auf der Oberfläche der Spermien bindet und sie so „lähmt“.

 

Gesucht: neues Verhütungsmittel für den Mann

Das Ziel der Forscher: Männern eine Alternative zu Kondomen und Vasektomie zu bieten. Zwar befinden sich bereits Verhütungsmittel für Männer in der Entwicklung, die wie die Antibabypille hormonell wirken und die Spermienproduktion hemmen – doch O’Rand und sein Team suchten gezielt nach einem Wirkstoff, der nicht in den Hormonhaushalt eingreift.

Die Forscher testeten EP055 an männlichen Rhesusaffen und stellten fest: Eine Infusion mit dem Wirkstoff drosselte die Spermienbeweglichkeit innerhalb von 30 Stunden auf etwa 20 Prozent des vorherigen Niveaus. 18 Tage nach der Infusion konnte keine Beeinträchtigung der Spermienbeweglichkeit mehr festgestellt werden – der Wirkstoff macht Männer also nicht dauerhaft unfruchtbar.

Momentan entwickeln die Forscher eine Pille mit dem Wirkstoff EP055 – doch bis diese auf den Markt kommt, werden wohl noch einige Jahre vergehen. Studienleiter O’Rand hat eigens für ihre Entwicklung und Vermarktung eine Firma gegründet – „EppinPharma“ ist nach dem Protein benannt, an das sich der Wirkstoff haftet.

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