Kupfer: ein lebensnotwendiges Spurenelement

Alexander Scherb

Kupfer ist eines der wichtigsten Elemente unserer Zeit. Es findet sich in nahezu allen elektrischen Geräten und Kabeln. Kupfer ist so begehrt, dass die Industrie mittlerweile von einer Krise spricht, da mehr Kupfer gebraucht als gewonnen wird. Auch in unserem Körper funktioniert ohne Kupfer nichts. Es ist eines der wichtigsten Bausteine des Lebens und ein Mangel kann schwere Schäden verursachen.

Eine Frau schneidet ein Roggenbrot auf
Roggenbrot ist ein guter Kupferlieferant Foto:  iStock/Edalin
Inhalt
  1. Wofür braucht unser Körper Kupfer?
  2. Kann man Kupfer überdosieren?
  3. Was passiert bei einem Kupfermangel?
  4. Welche Lebensmittel enthalten Kupfer?
 

Wofür braucht unser Körper Kupfer?

Kupfer ist einer der wichtigsten Bestandteile vieler Enzyme in unserem Körper. Unsere Zellen benötigen Kupfer zur Energiegewinnung und es spielt eine entscheidende Rolle bei der Zellatmung. Überhaupt brauchen wir Kupfer vor allem für die Sauerstoffversorgung. Kupfer-Eiweiß-Verbindungen sorgen dafür, dass wir Sauerstoff verarbeiten können und er auch überall dorthin gelangt, wo er benötigt wird.

Je nach Alter benötigt unser Körper unterschiedlich viel Kupfer. Kleinkinder und Babys beispielsweise benötigen nur 0,6 bis 0,8 Milligramm Kupfer am Tag. Diese Menge wird problemlos über die Muttermilch aufgenommen. Bei Erwachsenen sollte die zugeführte Menge Kupfer zwischen einem und 1,5 Milligramm liegen. Schwangere und stillende Mütter benötigen deutlich mehr. Hier kann der Tagesbedarf auf bis zu drei Milligramm ansteigen. Dabei wird das Kupfer über den Darm aufgenommen und im Körper gespeichert. Von einem normalen Kupferanteil im Blut spricht man bei einem Wert zwischen 75 und 130 Mikrogramm.

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Kann man Kupfer überdosieren?

Im Normalfall kann man Kupfer nicht überdosieren, da das Spurenelement über die Leber und die Nieren mit der Gallenflüssigkeit zur Ausscheidung abgegeben wird. Allerdings kann es in seltenen Fällen zu einer Überdosierung kommen, etwa wenn man große Mengen säurehaltiger Getränke oder Lebensmittel zu sich nimmt, die in Kupferdosen gelagert werden. Eine Kupfervergiftung äußert sich dann durch Erbrechen, Durchfall und Krämpfen. Bleibende Schäden sind bei einer Kupfervergiftung aber nicht zu erwarten. Wer seinen Körper dauerhaft einer Überdosierung aussetzt, riskiert Leberschäden. Eine Aufnahme von bis zu fünf Milligramm Kupfer am Tag gilt als ungefährlich.

Bei seltenen Krankheiten, wie etwa Morbus Wilson oder dem Menkes-Syndrom kann es aber zu Problemen des Körpers bei der Verarbeitung von Kupfer kommen. Dann lagert sich zu viel Kupfer in der Leber an, was zu irreparablen Schäden führen kann.

 

Was passiert bei einem Kupfermangel?

Ein Kupfermangel kommt in der Medizin schon wesentlich häufiger vor. Dieser entsteht hauptsächlich durch eine verringerte orale Aufnahme. Bei Kupfermangel kommt es vor allem zu nervlichen und motorischen Störungen. Bekannte Mangelerscheinungen sind kribbelnde Arme und Beine, Schwächegefühle und Gangunsicherheit. Auch eine Schädigung des Sehnervs kann eintreten. Kupfermangel fördert zudem Osteoporose und kann den Blutzucker- und Cholesterinwert erhöhen. Dadurch steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nicht zuletzt wird vermutet, dass ein dauerhafter Kupfermangel das Gehirn schädigen und zu Alzheimer führen kann. Studienbelege stehen für diese Vermutung allerdings noch aus.

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Welche Lebensmittel enthalten Kupfer?

Um seinen Kupferbedarf zu decken, muss man keine Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Eine Aufnahme durch die Nahrung reicht völlig aus. Natürlich gibt es Lebensmittel mit besonders hohen Kupferwerten. Darunter fallen etwa:

  • Kakao
  • Leber und Nieren
  • Schalentiere wie Krebse und Hummer
  • Nüsse
  • Vollkorngetreide
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Linsen
  • Grünes Gemüse

Der Tagesbedarf an Kupfer von 1.000-1.500 µg/Tag kann mit diesen Lebensmitteln leicht gedeckt werden:

  • 30 Gramm Kakao
  • 100 Gramm Schweineleber
  • 200 Gramm Haferflocken
  • 100 Gramm Haselnüsse
  • 100 Gramm Linsen oder Erbsen
  • 100 Gramm Sojabohnen

In der Regel nehmen wir genügend Kupfer über die Nahrung auf – eine besondere Diät ist dafür nicht nötig. Der Körper speichert genügend Kupfer, um einzelne Tage mit einer geringen Kupferaufnahme auszugleichen. Wer sich allerdings dauerhaft einseitig und ungesund ernährt, riskiert einen Kupfermangel.

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