Kunstherz nach Herzmuskel-Entzündung

Ein Kunstherz wird als Ersatz verwendet wenn das richtige Herz versagt
Ein Kunstherz wird als Ersatz verwendet, wenn nach einer Herzmuskelentzündung unser wichtigstes Organ nicht mehr richtig arbeitet © imago

Praxisvita stellt einen jungen Mann vor, der nach einer Herzmuskelentzündung ein neues Herz zum Leben benötigt.

Es gibt Momente, da will Martin beinahe verzweifeln. Sicher, das Kunstherz in seiner Brust hält ihn am Leben – und doch ist es ein Fremdkörper, angeschlossen an tragbare Akkus und Batterien. Dann die Ungewissheit: Wird es bald ein Spenderherz für ihn geben? Das Warten quält. Wie gut, dass er in solchen Situationen seine Freundin Kartin hat! „Gemeinsam stehen wir das durch", macht sie ihm Mut. „Was würde ich nur ohne sie machen?", fragt Martin. „Paula gibt mir so viel Kraft!"

Die braucht er auch: Nach einer lebensgefährlichen Herzmuskelentzündung wartet er dringend auf ein Spenderorgan. Denn wie lange er noch mit seinem Kunstherz leben kann, weiß niemand ...

Dabei war Martin aus Berlin sein Leben lang kerngesund, trieb viel Sport. Daran ist heute nicht mehr zu denken. Jede übermäßige Anstrengung kann tödlich sein. Ständig trägt er einen Beutel mit lebenswichtigen Akkus bei sich, die das Kunstherz schlagen lassen: „Alle zwölf Stunden müssen die Batterien gewechselt werden. Wenn ich nachts schlafe, bin ich an eine Feststation angeschlossen, damit ich zum Wechseln nicht aufstehen muss."

Begonnen hatte das Martyrium im August 2010. Martin erzählt: „Ich wurde irgendwie immer schlapper. Beim Treppensteigen hatte ich plötzlich keine Puste mehr, nach 50 Metern Laufen musste ich die erste Pause einlegen." Zunächst schob er seine Schwäche auf die Nachwirkungen einer Grippe. Als der Arzt ihn aber zur Herzuntersuchung ins Krankenhaus schickte, kam heraus: Martin hatte sich, vermutlich infolge der Grippe, eine Herzmuskelentzündung zugezogen. Sein Vater Hans: „Der linke Herzmuskel arbeitete gar nicht mehr. Kevin stand kurz vor dem Tod, ohne dass wir etwas davon ahnten."

Da der junge Mann, der gerade erst seine Ausbildung zum Sozialassistenten begonnen hatte, mit Medikamenten allein nicht behandelt werden konnte, bekam er das Kunstherz eingepflanzt und wurde auf die Warteliste für ein Spenderorgan gesetzt.

Seitdem hofft er jeden Tag auf die Mitteilung, dass es mit der Transplantation endlich losgehen kann. Seine Paula tut alles, was sie kann, um ihn zu unterstützen. „Zum Glück wohnen wir nicht weit auseinander", sagt die 21 Jährige, „so können wir uns fast jeden Tag sehen. Ich achte darauf, dass er seine Tabletten nimmt, und mache ihm vor allem immer wieder Mut. Und ich bin sicher, dass er es schafft. Ich will ihn nicht verlieren – unsere Liebe ist doch noch so jung ..."

 

Achten Sie auf diese Warnsignale

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) wird meist durch Viren oder Bakterien ausgelöst, die auch für Grippe, Erkältung oder Magen-Darm-Erkrankungen verantwortlich sind.

Die ersten Symptome werden von Betroffenen oft gar nicht mit einer Herzerkrankung in Verbindung gebracht. Plötzliche Atemnot, schnelle Erschöpfung schon nach leichter Anstrengung und scheinbar grundloses Herzrasen gehören dazu, ebenso plötzlicher Gewichtsverlust und Gliederschmerzen.

Außerdem kann es bei einer Herzmuskelentzündung zu Wasseransammlungen in den Beinen kommen. Gehen Sie bei geschwollenen Beinen also auf jeden Fall sofort zum Arzt.

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