Künstliche Thrombose gegen Prostataprobleme

Prostata Schema
Das Risiko einer vergrößerten Prostata steigt bei Männern mit dem Alter © iStock

Viele Männer leiden unter Beschwerden beim Wasserlassen. Häufig ist die Ursache dafür eine gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie). Sind die Beschwerden stark oder die Vergrößerung weit fortgeschritten, ist bislang eine riskante Operation nötig. Doch nun wird eine neue Methode erprobt, die mit medizinischen Kunststoffkügelchen und nur örtlicher Betäubung funktionieren soll.

 

Neue Behandlungsmethode für Menschen mit Prostataproblemen


Die bisherige Prostata-Operation führt nicht nur zu post-operativen Schmerzen, sondern auch häufig zu Impotenz sowie Inkontinenz. Doch zu diesem Eingriff könnte es bald eine gute Alternative geben. Bei einer neuen Methode, der sogenannten Prostata-Embolisation, werden winzige Popcorn-förmige Kunststoffkügelchen (doppelt so dick wie ein Haar) genutzt, um die Arterie zu blockieren, welche die Prostata mit Blut versorgt. Das führt dann wiederum dazu, dass die vergrößerte Drüse schrumpft. Dieser Eingriff wird schon seit über 20 Jahren bei Beckenblutungen eingesetzt. 2008 wurde sie nun erstmals für die BPH erprobt.

 

Wie wird die Prostata-Behandlung durchgeführt?


Nach einer örtlichen Betäubung der Leistenregion, wird ein kleines Loch in das Blutgefäß der Leiste gestochen. Dort wird ein Katheter eingeführt, der bis zu dem die Prostata versorgendem Blutgefäß reicht. Durch diesen werden dann die Embolisationspartikel in die Arterie gespritzt.

Der Eingriff kann ambulant durchgeführt werden und der Patient darf im Normalfall am selben Tag wieder nach Hause. Schwerwiegende Komplikationen sind bislang nicht beobachtet worden. Meist können die Patienten alltäglichen Aktivitäten schon nach einigen Tagen wieder nachgehen.

In Portugal wurde die Behandlung bereits an 1000 Patienten erfolgreich erprobt. Ergebnisse aus Großbritannien zu weiteren Testungen sollen dieses Jahr veröffentlicht werden. Fallen die ebenso gut aus, könnte diese Methode bald eine gute, weniger belastende Alternative zur bisherigen Prostata-Operation darstellen.

Ab dem 30. Lebensjahr fängt die Prostata bei vielen Männern an zu wachsen. Ab 50 ist jeder zweite von benigner Prostatahyperplasie (BPH) betroffen. Symptome hierfür sind vermehrter, oft plötzlich auftretenden Harndrang, sowie Probleme beim Wasserlassen.

Wodurch entstehen die Beschwerden?

Die eigentlich Kastaniengroße Drüse liegt unterhalb der Harnblase und umschließt den Anfangsteil der Harnröhre bis zum Beckenboden. Auf Grund dieser Lage, führt eine Vergrößerung der Prostata dazu, dass die Harnröhre und –blase immer weiter eingeengt werden, was zu den genannten Problemen führt.

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