Künstliche Befruchtung – Gentest sagt Erfolg voraus

Paar betrachtet Schwangerschaftstest
Europäische Forscher haben einen Gentest entwickelt, der den Erfolg einer künstlichen Befruchtung voraussagt © alamy

Wenn die künstliche Befruchtung zum wiederholten Mal nicht zum Erfolg führt, kann ein neuer Gentest vorhersagen, ob sich weitere Versuche lohnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie britischer und niederländischer Forscher.

Viele Paare mit unerfülltem Kinderwunsch setzen ihre Hoffnungen in die sogenannte In-vitro-Fertilisation. Der Begriff stammt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „Befruchtung im Glas“. Dabei werden Eizellen der Frau mit Spermien des Mannes in einer Glasschale zusammengefügt. Werden die Eizellen befruchtet und entwickeln sich weiter, werden anschließend ein bis drei Embryonen in die Gebärmutter eingesetzt.

Eine Erfolgsgarantie gibt es dabei nicht. Viele Paare nehmen die kostspielige Prozedur immer wieder auf sich und erleben jedes Mal Enttäuschungen. Obwohl gesunde Ebryonen eingesetzt werden, schaffen diese es nicht, sich in der Gebärmutterschleimhaut einzunisten – warum das so ist, bleibt oft ein Rätsel. Die Frage danach, welcher Versuch der letzte sein sollte, ist für betroffene Paare häufig quälend.

 

Test sagt Misserfolge voraus

Wissenschaftler der University of Southampton (Großbritannien) und der Universität Utrecht in den Niederlanden haben jetzt eine Erkenntnis gewonnen, die solchen Paaren weiterhelfen könnte: Eine bestimmte Genkombination in der Gebärmutterschleimhaut ist ein Indikator dafür, dass die Einnistung eines Embryos grundsätzlich scheitert.

Für ihre Studie analysierten die Forscher Gebärmutterschleimhaut-Proben von 43 Frauen mit wiederholten Misserfolgen bei der In-vitro-Fertilisation und 72 Frauen, bei denen sie erfolgreich verlaufen war.

Die genetische Analyse der Proben ergab: 80 Prozent der Frauen, bei denen die Behandlung bisher immer missglückt war, hatten einen spezifischen „Gen-Fingerabdruck“, der bei keiner der anderen Probandinnen festgestellt wurde.

Die Studienleiter vermuten, dass die Genmutation in der Gebärmutterschleimhaut Zellwachstum und Zellteilung verhindert. Frauen mit dieser Genvariante haben ihrer Ansicht nach eine sehr geringe Chance, schwanger zu werden. Betroffenen könnte diese Information einen langen Leidensweg ersparen. Frauen, bei denen der Test aber nach mehrmaligen gescheiterten Versuchen negativ ausfällt, haben weiterhin Aussichten auf Erfolg, so die Wissenschaftler.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher ihre neue Entwicklung an einer größeren Probandengruppe testen.

Hamburg, 25. Januar 2016

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