Künstliche Beatmung: Wann wird ein Beatmungsgerät eingesetzt?

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Eine künstliche Beatmung ist immer dann notwendig, wenn die Lunge den Körper nicht mehr selbstständig mit ausreichend Sauerstoff versorgen kann. Die Gründe dafür können vielfältig sein und reichen von Krebserkrankungen über Lungenentzündungen bis hin zu akuten Verletzungen.

Personen bedienen ein künstliches Beatmungsgerät
Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, künstlich beatmet zu werden Foto:  istock/sudok1
Inhalt
  1. Künstliche Beatmung: Wann wird ein Beatmungsgerät eingesetzt?
  2. Welche Gründe gibt es für eine künstliche Beatmung?
  3. Wie funktioniert die künstliche Beatmung?
  4. Welche Nebenwirkungen kann eine künstliche Beatmung verursachen?

Wann erfolgt eine künstliche Beatmung und welche Möglichkeiten gibt es? Das fragen sich viele Patienten und Angehörige vor allen Dingen dann, wenn die Notwendigkeit nicht mehr unvorstellbar scheint. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten der künstlichen Beatmung.

 

Künstliche Beatmung: Wann wird ein Beatmungsgerät eingesetzt?

Eine künstliche Beatmung ist immer dann notwendig, wenn die Lunge den Körper nicht mehr selbstständig mit ausreichend Sauerstoff versorgen kann. Die Gründe dafür können vielfältig sein und reichen von Krebserkrankungen über Lungenentzündungen bis hin zu akuten Verletzungen.

 

Welche Gründe gibt es für eine künstliche Beatmung?

Die künstliche Beatmung stellt im Notfall die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff sicher. Das ist normalerweise die Aufgabe der natürlichen Atmung. Setzt diese aus, fehlt der Sauerstoff, die Organe versagen, und nach wenigen Minuten tritt der Tod ein. Atmen ist ein Reflex, den man normalerweise nicht wahrnimmt. Ein Versagen der Atmung kann sich schleichend entwickeln oder aber in einem Notfall akut auftreten.

Die künstliche Beatmung über eine Beatmungsmaschine hilft dabei, die Organe mit Sauerstoff zu versorgen, bis Betroffene wieder selbstständig atmen können. Ursachen für eine künstliche Beatmung können Lungenerkrankungen sein wie die Chronische obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Beeinträchtigungen durch einen Tumor in der Lunge oder eine schwere Lungenentzündung (Pneumonie), unter anderem als Folge einer Viruserkrankung. Auch Schäden am Gehirn, etwa nach einem Unfall oder Schlaganfall, können Störungen der Atemregulation verursachen und eine künstliche Beatmung notwendig machen. 

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Wie funktioniert die künstliche Beatmung?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Menschen künstlich zu beatmen. Das beginnt mit der Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung in einem akuten Notfall und geht über die Beatmung mit Maske (nicht-invasiv) bis hin zur invasiven Beatmung mittels Beatmungsgerät und Beatmungsschlauch. Bei chronischen Erkrankungen wie der COPD ist eine Beatmung über ein Sauerstoffgerät auch zu Hause möglich. Der Sauerstoff wird dann mithilfe von Schläuchen direkt über die Nase zugeführt.

In Krankenhäusern kommen Beatmungsmaschinen zum Einsatz. Diese sind heutzutage so komplex, dass sie individuell auf die benötigte Beatmung eingestellt werden können. Erfolgt die Beatmung über eine dicht schließende Maske, spricht man von nicht-invasiver Beatmung. Patienten, die man über einen Beatmungsschlauch (Tubus) künstlich beatmen muss, erhalten eine sogenannte invasive Beatmung. Diese Form der künstlichen Beatmung erfolgt immer unter Vollnarkose oder im künstlichen Koma, da sie bei vollem Bewusstsein für den Patienten zu unangenehm ist.

 

Welche Nebenwirkungen kann eine künstliche Beatmung verursachen?

Wie jeder äußere Eingriff in den Körper kann auch die künstliche Beatmung Nebenwirkungen mit sich bringen. So können bei der Mund-zu-Mund- oder Mund-zu-Nase-Beatmung Erkrankungen wie Herpes weitergegeben werden. Bei der nicht-invasiven Beatmung mittels Maske können deren Ränder Druckstellen verursachen. Auch besteht die Gefahr, dass die Schleimhäute zu stark austrocknen.

Die stärksten potenziellen Nebenwirkungen birgt die invasive künstliche Beatmung. Über den Beatmungsschlauch des Gerätes können Viren und Bakterien in die Lunge eindringen. Deshalb bekommen die Patienten häufig Lungenentzündungen. Beim Einführen des Tubus kann es darüber hinaus durch die künstliche Beatmung zu Verletzungen an der Luftröhre oder der Lunge kommen.

Quellen:

Empfehlung zur Behandlung respiratorischer Komplikationen bei einer Viruspandemie, Deutsche Gesellschaft für Pneumologie, in: Robert-Koch-Institut

Köhler, Dieter et al. (2014): Pneumologie: Ein Leitfaden für rationales Handeln in Klinik und Praxis, Stuttgart: Thieme Verlag.

Iberl, Gabriele & Schellenberg, Mavi (2017): Pflegewissen Pneumologie (Fachwissen Pflege), Heidelberg: Springer.

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