Kümmel ist Arzneipflanze des Jahres 2016

Kümmel
Kümmel ist Arzneipflanze des Jahres 2016 © Fotolia

Der Titel „Arzneipflanze des Jahres“ geht 2016 an den Echten Kümmel – so lautet die Entscheidung eines Expertengremiums der Universität Würzburg. Doch was macht diese Pflanze so besonders?

Jedes Jahr wählt der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ an der Universität Würzburg eine Arzneipflanze des Jahres. Für das Jahr 2016 ist die Wahl auf den „Echten Kümmel“ oder „Wiesenkümmel“ gefallen.

Das Gesundgeheimnis des Kümmels steckt in seinen Früchten: Diese enthalten ätherisches Öl, das zu mehr als 50 Prozent aus dem sogenannten Carvon besteht. Dieser Stoff ist hauptsächlich für die Heilwirkung des Kümmels verantwortlich.

Reines Kümmelöl eignet sich besonders gut als Arzneimittel – es wird durch Wasserdampfdestillation aus den getrockneten Früchten gewonnen. Das Öl besteht zu rund 60 Prozent aus Carvon. Kümmelöl ist pur oder kombiniert mit weiteren Heilpflanzenölen (z.B. Pfefferminzöl) in Kapselform erhältlich.

 

Wie wirkt Kümmel?

Kümmel hat eine krampflösende und antimikrobielle Wirkung. Außerdem wirkt er appetitanregend, fördert die Sekretion von Magensaft sowie die Durchblutung von Magen- und Darmschleimhaut und vertreibt Blähungen und Völlegefühl.

Auch bei Säuglingen und Kleinkindern kann Kümmelöl gegen Blähungen angewendet werden – allerdings ausschließlich äußerlich. Dazu wird eine zehnprozentige Lösung in Öl (z. B. Olivenöl) auf den Bauch aufgetragen und einmassiert.

 

Kümmelöl bei Reizdarmsyndrom

Durch seine krampflösende und blähungstreibende Wirkung kann Kümmelöl auch beim Reizdarmsyndrom eingesetzt werden. Die Ursache der Verdauungsbeschwerden liegt bei Patienten mit Reizdarmsyndrom häufig in einer gestörten Darmflora: Nützliche Darmbakterien sind in geringerer Anzahl vorhanden, krankhafte Darmbakterien nehmen zu. Kümmelöl wirkt selektiv auf das Wachstum krankhafter Keime, ohne nützliche Darmbakterien zu schädigen– zusätzlich wirkt es entblähend.

 

Rezept für einen Kümmeltee

Milder aber auch schwächer wirksam als reines Kümmelöl ist die Zubereitung der Kümmelfrüchte als Tee. Dazu ein bis zwei Teelöffel Kümmelfrüchte in einem kleinen Mörser kurz anstoßen, damit das in sogenannten Sekreträumen eingeschlossene ätherische Öl austreten kann. Danach mit einer Tasse heißem Wasser übergießen. Abgedeckt (damit das ätherische Öl nicht entweicht) zehn Minuten ziehen lassen.

Hamburg, 9. Oktober 2015

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