Kropf in der Schwangerschaft – Das sollten werdende Mütter wissen

Redaktion PraxisVITA
Seelachsfilet
Schwangere und Stillende sollten zweimal pro Woche Seefisch verzehren und im Haushalt ausschließlich Jodsalz, am besten mit Fluorid verwenden, um einem Kropf vorzubeugen © Fotolia

Längerfristig bildet sich bei einer Schilddrüsenüberfunktion ein sogenannter Kropf – eine Vorwölbung unterhalb des Kehlkopfs. Neusten Untersuchungen zufolge hat schon jede vierte Schwangere einen Kropf. Dieses homöopathische Mittel hilft bei Problemen mit der Schilddrüse.

 

Die häufigste Ursache für einen Kropf ist Jodmangel

Während der Schwangerschaft braucht der Körper der werdenden Mutter ein Vielfaches an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Und vor allem an Jod! Doch diesen Faktor lassen viele Frauen außer Acht.

Dieser Jodmangel hat schwerwiegende Folgen. Zum einen leidet das Baby darunter – schon jedes zehnte kommt ebenfalls mit einem Kropf zur Welt. Zum anderen kann ein Jodmangel, der nicht erkannt und deshalb auch nicht behandelt wird, zu Früh- und Fehlgeburten führen.

 

Jodmangel in der Schwangerschaft

Ab der zwölften Schwangerschaftswoche holt sich der Fötus jeden Tag etwa 50 Mikrogramm Jod aus der mütterlichen Schilddrüse für den eigenen Hormonhaushalt. Von den 250 Mikrogramm, die die werdende Mutter benötigt, bleiben also nur noch 200 übrig. Ein Mangel ist programmiert – und steigt auch die Wahrscheinlichkeit für einen Kropf. Um dem vorzubeugen, empfehlen Experten allen Schwangeren eine tägliche Jod-Aufnahme von 200 Mikrogramm in Tablettenform oder einmal wöchentlich eine Aufnahme von 1500 Mikrogramm. Diese Menge gilt auch später für die Stillzeit. Besprechen Sie eine zusätzliche Jodeinnahme, egal ob schwanger oder nicht, aber immer mit Ihrem Arzt.

Kropf
In Deutschland entsteht ein Kropf am häufigsten durch Jodmangel. Als Folge vermehren sich die Zellen der Schilddrüse. Außerdem schüttet die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) bei Jodmangel mehr Schilddrüsen-stimulierendes Hormon (TSH) aus© Fotolia

Zwar können Schwangere (und natürlich auch andere) rein theoretisch Jod über die Nahrungsmittel aufnehmen. Doch die Erfahrung der letzten Jahrzehnte hat gelehrt, dass das nicht funktioniert. Im Durchschnitt nehmen wir täglich nämlich nur 70 Mikrogramm Jod mit unserer Nahrung auf. Das ist nicht nur für Schwangere, sondern auch für Jugendliche und Erwachsene (Tagesbedarf 200 Mikrogramm) zu wenig.

 

Jodbedarf decken, Kropf vorbeugen

Um den Jodbedarf zu decken und einem Kropf vorzubeugen, müssten Schwangere vor allem viel Seefisch essen – täglich beispielsweise Schellfisch (100 Gramm enthalten 240 Mikrogramm) oder 100 Gramm Scholle (190 Mikrogramm) und 100 Gramm Miesmuschelfleisch (130 Mikrogramm). In 100 Milliliter Vollmilch (3,5 Prozent Fett) sind 11 Mikrogramm Jod enthalten, in 100 Gramm Broccoli 13 Mikrogramm, in 100 Gramm Schnittkäse (45 Prozent Fett) 40 Mikrogramm. Doch in dieser Form ernährt sich kaum jemand, zumal man sich auch nicht ständig Gedanken um seinen Jodhaushalt macht. Das Resultat ist eine permanente Jod-Unterversorgung.

Ein guter Jodlieferant ist übrigens jodiertes Speisesalz, das in jedem Haushalt verwendet werden sollte. Kaufen Sie nach Möglichkeit auch darüber hinaus Nahrungsmittel, die mit Jodsalz hergestellt wurden, wie zum Beispiel Brot, Wurst und andere gesalzene Produkte. Entsprechende Vermerke auf den Produkten geben Auskunft.

 

Kropf – Welches homöopathische Mittel hilft?

Bereits im 14. Jahrhundert nutzten Küstenbewohner die Heilkraft des Meerschwamms, um einen Kropf zu heilen. Heute kommen die Inhaltsstoffe des im Mittelmeer, im Atlantik und im Indischen Ozean lebenden Tieres im homöopathischen Mittel Spongia zum Einsatz.

Kropf
Früher wurden Meerschwämme zur Heilung von einem Kropf genutzt© iStock/Kerrick

Es hilft bei kruppartigem Husten, nächtlichen Hustenanfällen und Kehlkopfentzündung mit Heiserkeit. Es wird aber auch bei Schilddrüsenüberfunktion, entzündeten Lymphknoten sowie Hoden- und Nebenhodenentzündungen empfohlen. Besonders gut wirkt es bei Menschen, die über Kurzatmigkeit klagen, deren Puls beschleunigt ist und die schon bei leichter Anstrengung zu Hustenanfällen neigen. Typische Symptome sind außerdem ein Kloßgefühl im Hals sowie Kropfbildung. Am häufigsten verschreiben Homöopathen die Potenzen D2 und D6. Bei Schilddrüsenüberfunktionen raten sie meist zu D12. Vorsicht: Wer unter einer Jodüberempfindlichkeit leidet, darf es nicht nehmen.

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