Kribbeln im Kopf: Was bedeutet das?

Redaktion PraxisVITA

Es fühlt sich an, als würden Tausende Ameisen im Schädel ihr Unwesen treiben. Dieses ziemlich unangenehme und lästige Kribbeln im Kopf kann den Betroffenen wahnsinnig machen. Und ratlos: Was kann es also bedeuten, wenn es im Kopf kribbelt?

Inhalt
  1. Was ist das Kribbeln im Kopf?
  2. Welche Ursachen kann das Kribbeln haben?
  3. Wie macht sich das Kribbeln bemerkbar?
  4. So wird Kribbeln im Kopf behandelt
 

Was ist das Kribbeln im Kopf?

Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang von einer sogenannten Parästhesie. Eine P­­arästhesie kann auftreten, wenn ein Nerv mehr als sonst unter Druck steht. Sie kann sich akut, kurzfristig und chronisch äußern. Die Beschwerde äußert sich nicht bei jedem Betroffenen auf dieselbe Art und Weise.

Bei dem einen handelt es sich vielleicht eher um ein Jucken, bei dem anderen um ein Kribbeln oder Brennen. Unangenehm sind natürlich all diese Symptome. Sie können im Prinzip am ganzen Körper auftreten – und auch im Bereich des Kopfes. Beispielsweise auf der Kopfhaut, am Vorder- oder Hinterkopf, an der Stirn oder auch im Gesicht.

 

Welche Ursachen kann das Kribbeln haben?

So unterschiedlich wie die Symptome fallen auch die Ursachen für das unangenehme Kribbeln im Kopf aus. Ein möglicher Auslöser ist Stress. Extreme Belastung und hoher Leistungsdruck können zu Muskel- oder Nervenverspannungen führen und auf diese Weise Nervenprobleme ebenso wie Durchblutungsstörungen verursachen.

Ein weiterer Grund für das Kribbeln im Kopf kann ein Nährstoffmangel durch einseitige Ernährung sein. Fehlt es dem Körper an wichtigen Nährstoffen wie z.B. Eisen, Folsäure oder Vitamin B, sendet er Signale – unter anderem in Form von lästigem Jucken oder Brennen der Kopfhaut.

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Auch Kälte kann ein Taubheitsgefühl am gesamten Körper hervorrufen. Häufig wird von “eingeschlafenen” Körperteilen gesprochen, was nichts anderes beschreibt, als nicht ausreichend durchblutete Gliedmaßen. Außerdem können Nebenwirkungen von Medikamenten zur Behandlung einer Infektion Auslöser für das lästige Kribbeln am Kopf sein.

Neben diesen eher als harmlos eingestuften Ursachen kann das schmerzhafte Kribbeln auch durch einen Unfall hervorgerufen werden. Folgen eines harten Aufpralls können beispielsweise ein eingeklemmter Nerv oder auch eine Gehirnerschütterung sein. Eine schwere Gehirnerschütterung begünstigt Kopfschmerzen, Schwindel und starkes Kribbeln.

Auch neurologische Erkrankungen wie Parkinson, Epilepsie oder Multiple Sklerose sind als Ursprung akuter, kurzfristiger und chronischer Parästhesie aufzuführen. Wie Tumore und hormonellen Störungen zählen diese aber zu den seltenen Ursachen.

 

Wie macht sich das Kribbeln bemerkbar?

Tausend Stecknadeln, wie in Watte gehüllt, ein dumpfer Schmerz – so beschreiben Betroffene einer Parästhesie ihre Symptome. Unterschiedlicher könnten die Erfahrungsberichte gar nicht sein. Der eine verspürt ganz viele kleine, punktuelle Stiche, der andere einen Juckreiz über die gesamte Kopfhaut und der nächste nimmt alles nur noch verschwommen und wie in Trance war.

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Doch ein Grundsatz gilt für alle Symptome: Hält das Kribbeln im Kopf über einen längeren Zeitraum an, ebbt nicht ab, sondern wird sogar noch stärker, dann sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen. Auf diese verschiedenen Arten kann sich eine Parästhesie bemerkbar machen:

  • Kribbeln im Kopf, Gesicht und am Nacken
  • Taubheitsgefühl
  • Wahrnehmungsstörungen
  • Missempfindungen
  • Schmerzen
  • Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Hautreaktionen
  • Gestörtes Wärmeempfinden
 

So wird Kribbeln im Kopf behandelt

Das Kribbeln im Kopf treibt Sie in den Wahnsinn? Stressbedingte Kopfschmerzen lassen sich bereits mit ausreichend Entspannung behandeln. Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst, probieren Sie es mit Yoga oder Meditation. So kann sich der Stress und die damit verbundene Anspannung lösen.

Auch bei akutem Nährstoffmangel sollten Sie auf sich achten und Ihrem Körper die Stoffe zuführen, an denen es ihm mangelt – und zwar täglich. Denn eine ausgewogene Ernährung bildet die Basis für einen gesunden Organismus und ein starkes Immunsystem.

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Ist eine Infektion die Ursache des lästigen Kribbelns, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, der Ihnen nach einer gründlichen Untersuchung Antibiotika gegen den Infekt und die Schmerzen verschreibt. Präventiv sollten Sie im Winter außerdem immer Schal und Mütze tragen, um das Risiko einer Unterkühlung am Kopf zu minimieren.

Im Falle eines Unfalls und einer daraus resultierenden Kopfverletzung ist Ruhe das Mittel der ersten Wahl. Gerade bei einer Gehirnerschütterung helfen Schlaf und viel Flüssigkeit. Allgemein gilt erneut: Hört das Kribbeln im Kopf nicht auf, suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Quellen:

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