Kreuzbeinmassage: in der Schwangerschaft und während der Geburt

Redaktion PraxisVITA

Mit einer Kreuzbeinmassage kann der Mann die Frau mit wenigen Handgriffen verwöhnen. Was eine Kreuzbeinmassage in der Schwangerschaft bewirkt und mehr.

Das Kreuzbein einer Frau wird von jemandem mit den Händen massiert
Eine Kreuzbeinmassage kann in der Schwangerschaft sehr wohltuend sein Foto:  istock_Photology1971
Inhalt
  1. Was ist eine Kreuzbeinmassage?
  2. Kreuzbeinmassage: Anleitung zum Massieren
  3. Anleitung: So funktioniert eine Kreuzbeinmassage
  4. Kreuzbein-Massageöl: Schwangerschaft und Aromatherapie
  5. Wirkung: Wobei kann die Kreuzbeinmassage in der Schwangerschaft helfen?
  6. Kreuzbeinmassage während der Geburt
  7. Kreuzbeinmassage (Schwangerschaft): Wann sollte darauf verzichtet werden?

In der Schwangerschaft ist das Kreuzbein starken Belastungen ausgesetzt, weil es direkt mit der Gebärmutter verbunden ist. Viele Hebammen empfehlen daher eine wohltuende Kreuzbeinmassage. Sie wirkt sich äußerst entspannend auf den gesamten Beckenraum aus – und kann auch ganz leicht selbst angewandt werden. Auch während der Geburt, um die Schmerzen der Wehen zu lindern.

 

Was ist eine Kreuzbeinmassage?

Bei der Kreuzbeinmassage handelt es sich um eine Massagetechnik, die sich auf den unteren Rückenbereich bezieht und gezielt Schmerzen lindern kann. Vor allem in der Schwangerschaft und während der Geburt kann eine Kreuzbeinmassage eine gute Möglichkeit bieten, den gesamten Beckenraum zu entspannen. “Eine Kreuzbeinmassage wärmt und lockert den Kreuzbeinbereich. Das empfinden schwangere Frauen meist als sehr wohltuend. Die Massage kann mit der Hand oder zum Beispiel einem Igelball ausgeführt werden”, sagt Manuela Rauer-Sell, beratende Hebamme beim Deutschen Hebammenverband.

 

Kreuzbeinmassage: Anleitung zum Massieren

Für den Partner ist es meist schön, der Schwangeren etwas helfen zu können – ob während der Schwangerschaft oder der Geburt. Das Gute: Schwer zu erlernen ist eine Kreuzbeinmassage nicht. Eigentlich bedarf es nur einiger weniger Handgriffe an den richtigen Stellen. Und das richtige Druckverhältnis. Der Effekt ist dafür meist umso größer.

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Anleitung: So funktioniert eine Kreuzbeinmassage

  • Position: Am besten geht die Schwangere für die Kreuzbeinmassage auf die Knie und stützt sich auf einem Gymnastikball oder Stuhl ab. Auch die Seitenlage ist denkbar.
  • Technik: Die Kreuzbeinregion wird vom Steißbein bis zu den Beckenkämmen mit festen kreisenden Bewegungen massiert.
  • Hilfsmittel: Der Partner kann die Massage entweder mit der ganzen Handfläche, dem Handballen oder nur mit dem Daumen ausführen. Auch ein Igelball kann dabei helfen.
  • Intensität: Es sollte darauf geachtet werden, ob der ausgeübte Druck angenehm oder vielleicht zu stark für die schwangere Frau ist. Das Wohlgefühl sollte stimmen.
 

Kreuzbein-Massageöl: Schwangerschaft und Aromatherapie

Entspannung fürs Kreuzbein: Massageöle können in der Schwangerschaft wohltuend wirken – auch während der Geburt können sie die Frau ungemein entspannen. Doch hier ist besondere Vorsicht geboten. Die Auswahl der ätherischen Öle sollte nicht ohne Einwilligung und Beratung durch eine Hebamme oder einen Arzt erfolgen.

Warum? Ätherischen Öle enthalten überaus wirkungsvolle Inhaltsstoffe, die sich unter anderem leider negativ auf den Verlauf der Wehen auswirken können. Als unbedenklich gelten milde Basisöle wie Traubenkernöl, Olivenöl oder Mandelöl (Vorsicht bei einer Nuss- oder Mandelallergie). Auch Lavendel-Massageöle sind aufgrund ihrer entspannenden Wirkung sehr beliebt.

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Besser nicht: Stark anregende und durchblutungsfördernde ätherische Öle sollte man in der Schwangerschaft auf jeden Fall vermeiden. Sie können vorzeitige Wehen auslösen. Diese Inhaltsstoffe in Massageölen sollten vermieden werden:

  • Anis
  • Fenchel
  • Zimt
  • Gewürznelke
  • Rosmarin (Ct. Kampfer)
  • Thymian (Ct. Thymol)
  • Oreganum
  • Salbei
  • Eisenkraut (Zitronenverbene)
  • Thuja
  • Basilikum
  • Kardamom
 

Wirkung: Wobei kann die Kreuzbeinmassage in der Schwangerschaft helfen?

“Eine Kreuzbeinmassage kann beispielsweise bei Verspannungen im Kreuzbeinbereich, bei Dehnungsschmerzen im Beckengürtel sowie zur Lockerung und Entspannung während der Geburtswehen helfen”, erklärt Hebamme Manuela Rauer-Sell.

Eine Kreuzbeinmassage ist dazu in der Lage, verschiedenste Schwangerschaftsbeschwerden zu lindern. Diese Massagetechnik ist sinnvoll, um…

  • Verspannungen im unteren Rücken zu lösen und zu lindern,
  • beanspruchte Gelenke zu entlasten,
  • Stress und Anspannung zu reduzieren,
  • die Körperwahrnehmung und Körperhaltung zu verbessern,
  • die Körperhaltung zu unterstützen sowie
  • den Kreislauf und die Durchblutung zu verbessern.

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Kreuzbeinmassage während der Geburt

Viele Frauen fühlen die Wehen vor allem als Schmerz im unteren Rückenbereich. Das kann bei ihnen den Eindruck erwecken, dass die Wehen überhaupt nicht nachlassen. Eine Kreuzbeinmassage kann Frauen auch zwischen den Wehen unglaublich guttun. Diese sanfte Massagetechnik lindert Schmerzen und beruhigt die Nervenbahnen. Schwangere können ihren Partner oder ihre Hebamme also darum bitten, mit dem Handballen in großen kreisförmigen Bewegungen gegen das Kreuzbein zu drücken.

 

Kreuzbeinmassage (Schwangerschaft): Wann sollte darauf verzichtet werden?

Es ist jedoch nicht immer sinnvoll, eine Kreuzbeinmassage schwanger anzuwenden. “Zum Beispiel bei vorzeitigen Wehen, da die Massage auch wehenanregend wirken kann”, sagt die Expertin. “Außerdem bei bekannten Erkrankungen der Wirbelsäule und des Beckens. Hier sollte zunächst ärztlicher Rat eingeholt werden.”

Falls sich bei der Frau Unsicherheiten bezüglich der Eignung einer Massage ergeben, sollte sie ihr Vorhaben einer Massage besser vorher mit ihrem Frauenarzt besprechen.

Wichtig: Sollte die Massage bei der Schwangeren Unwohlsein oder Beschwerden auslösen, so muss sie sofort beendet werden. Der massierende sollte diese Hinweise zur Kenntnis nehmen und die Kreuzbeinmassage (oder andere Massagetechnik) abbrechen.

 

Quellen:

Experteninterview mit Manuela Rauer-Sell

Höfer, Silvia; Szász, Nora (2012): Hebammen-Gesundheitswissen: Für Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach, München: Gräfe und Unzer Verlag

Dr. Deans, Anne (2009): Die Schwangerschafts Bibel – das umfassende Buch zur Schwangerschaft und für die erste Zeit mit dem Baby, München: Südwest Verlag

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