Kreislaufbeschwerden: Was tun, wenn der Blutdruck fällt?

Redaktion PraxisVITA

Kreislaufbeschwerden können extrem unangenehm sein und den Alltag der Betroffenen stark belasten. Zum Glück gibt es einige Tipps, um den Kreislauf wieder in Gang zu bringen.

Eine Frau hält sich den Kopf und hat die Augen geschlossen
Häufig steckt ein niedriger Blutdruck hinter Kreislaufbeschwerden Foto:  iStock/seb_ra
Inhalt
  1. Kreislaufprobleme: Symptome
  2. Kreislaufbeschwerden wegen Wetterfühligkeit
  3. Niedriger Blutdruck: Häufiger Auslöser für Kreislaufbeschwerden
  4. Blutdruckabfall durch zu schnelles Aufstehen
  5. Was hilft bei Kreislaufproblemen?
  6. So können Sie Kreislaufbeschwerden vorbeugen

Kreislaufbeschwerden sind ein weit verbreitetes Phänomen. Viele Menschen klagen hin und wieder über Schwindel und Unwohlsein. Hinter den unangenehmen Symptomen müssen aber nicht zwingend ernsthafte organische Erkrankungen stecken. Oft handelt es sich einfach um einen niedrigen Blutdruck, dem man mit ein paar Tipps und Tricks auf die Sprünge helfen kann.

 

Kreislaufprobleme: Symptome

Kreislaufbeschwerden können sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar machen und je nach Situation und Person stärker oder schwächer ausfallen. Hier sind die häufigsten Symptome im Überblick:

  • Schwindel
  • Blässe
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Schwächegefühl
  • Konzentrationsschwäche
  • Schweißausbrüche
  • Augenflimmern
  • Zittern
  • Benommenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Ohnmacht
 

Kreislaufbeschwerden wegen Wetterfühligkeit

Häufig werden Kreislaufbeschwerden und Unwohlsein mit dem Wetter beziehungsweise einem Wetterwechsel in Verbindung gebracht. Eine repräsentative Befragung des Deutschen Wetterdienstes ergab, dass sich die Hälfte aller Deutschen als wetterfühlig bezeichnet.

 

Niedriger Blutdruck: Häufiger Auslöser für Kreislaufbeschwerden

Niedriger Blutdruck (Hypotonie) ist wahrscheinlich die häufigste Ursache für unangenehme Kreislaufbeschwerden wie Schwindel und Kopfschmerzen. Der Blutdruck sinkt zum Beispiel, wenn man zu rasch aufsteht, zu lange steht oder starke Schmerzen hat. Auch der lange Aufenthalt in Menschenmassen, üppige Mahlzeiten oder eben heftige Temperatur- und Luftdruckschwankungen können dafür sorgen, dass der Blutdruck sinkt.

Mediziner unterscheiden zwischen verschiedenen Formen der Hypotonie. Bei der primären Hypotonie ist ein eindeutiger Auslöser nicht feststellbar. Wahrscheinlich spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Primäre Hypotonie tritt vor allem bei jungen, schlanken und ansonsten gesunden Frauen auf. Daher sprechen Mediziner auch von der sogenannten konstitutionellen (den Körperbau und die körperliche Verfassung betreffenden) Hypotonie. Die sekundäre Hypotonie ist auf eine Grunderkrankung wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Herzinsuffizienz zurückzuführen. Auch Medikamente können eine sekundäre Hypotonie auslösen.

Niedriger Blutdruck, was tun? Kochsalz im Essen treibt den Blutdruck nach oben
Krankheiten & Behandlung Niedriger Blutdruck, was tun?

 

Blutdruckabfall durch zu schnelles Aufstehen

Dieses Phänomen kennt fast jeder: Beim schnellen Aufstehen wird einem plötzlich schwarz vor Augen. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet orthostatische Hypotonie oder orthostatische Dysregulation.

Im Körper läuft das Ganze so ab: Steht man aus dem Liegen oder Sitzen auf und bringt den Körper in eine aufrechte Haltung, „fällt“ das Blut zunächst in die Beine. Der Körper bemüht sich jetzt, schnell Blut nach oben zu befördern, um den Kopf ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen: Das Herz schlägt schneller, die Blutgefäße ziehen sich zusammen, der Blutdruck steigt an und das Blut wird wieder – entgegen der Schwerkraft – Richtung Kopf gepumpt.

Gelingt diese „Maßnahme“ nicht sofort, ist der Blutfluss zum Gehirn für kurze Zeit verzögert beziehungsweise ungenügend – und das führt wiederum zu den typischen Beschwerden wie Schwindel, Ohrensausen und Bewusstseinsstörungen.

 

Was hilft bei Kreislaufproblemen?

  • Hinlegen: Legen Sie sich bei einem Schwächeanfall am besten kurz hin und lagern Sie die Beine hoch, bis die Symptome langsam besser werden. Anschließend ist etwas Bewegung hilfreich, solange sie sich im Rahmen hält (z. B. ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft).
  • Trinken: Ein Glas Wasser oder Kräutertee kann das Wohlbefinden steigern, da auch ein Flüssigkeitsmangel den Blutdruck sinken lässt.
  • Kältereiz: Ein kalter Waschlappen, seitlich am Hals angelegt, sorgt dafür, dass die Blutgefäße sich wieder enger zusammenziehen und der Blutdruck steigt.
  • Naturapotheke: Pflanzliche Mittel, beispielsweise mit Weißdorn, Kampfer oder Menthol, können den Kreislauf anregen.

Wenn Kreislaufprobleme tatsächlich zu einer Ohnmacht führen, sollte die betroffene Person in die stabile Seitenlage gebracht werden. Bei Ohnmachtsanfällen oder sehr starken Symptomen ist medizinische Hilfe ratsam. Besonders wenn die Beschwerden immer wieder auftreten, sollte ein Arzt die Ursache abklären.

 

So können Sie Kreislaufbeschwerden vorbeugen

Wie die Muskeln und das Gehirn trainiert werden können, lässt sich auch der Kreislauf trainieren. Der Grund, warum er überhaupt Training braucht, könnte mangelnde körperliche Anstrengung im Alltag sein. Dadurch werden Herz und Gefäße zu wenig gefordert, weswegen sich der Kreislauf nur selten anpassen muss – der Körper erreicht also schon bei kleineren Belastungen sein persönliches Limit.

Die beste Möglichkeit, um Kreislaufbeschwerden entgegenzuwirken, ist demnach Aktivität. Ob Schwimmen, Fahrradfahren, Joggen oder längere Spaziergänge – jegliche Bewegung wirkt sich positiv auf den Kreislauf aus. An heißen Tagen können Sie dem Schwindel zuvorkommen, indem Sie Ihren Körper nicht mit schweren Mahlzeiten belasten. Stattdessen gehört viel Gemüse und Obst sowie leichte Kost auf den Speiseplan.

Tipp: Würzen Sie Ihre Gerichte mit Rosmarin. Das Kraut stimuliert die Durchblutung und hilft so, Kreislaufbeschwerden vorzubeugen.

Quellen:

Deutscher Wetterdienst (2015): Allgemeines zur Wetterfühligkeit.

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2013): Repräsentativbefragung zur Wetterfühligkeit in Deutschland.

Orthostatische Hypotonie: Pathophysiologie, Differentialdiagnose und Therapie, in: Ärzteblatt.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.