Herz & Kreislauf

Kreislaufbeschwerden: Symptome und 5 Tipps für gesunde Blutgefäße

Annika Hansen Medizinredakteurin

Kreislaufbeschwerden sind unangenehm, aber in der Regel harmlos. Wichtig für ein funktionierendes Herz-Kreislauf-System sind vor allem elastische Blutgefäße – mit diesen fünf Tipps lassen sich die Blutgefäße stärken.

Kreislaufbeschwerden zeigen sich oft durch Schwindel.
Kreislaufbeschwerden zeigen sich oft durch Schwindel und ein allgemeines Schwächegefühl Foto:  iStock/Maridav
Inhalt
  1. Ursachen von Kreislaufbeschwerden: Warum sackt der Kreislauf ab?
  2. Kreislaufbeschwerden: Das sind die Symptome
  3. Hausmittel gegen Kreislaufbeschwerden: Was hilft?
  4. Gesunde Blutgefäße sind wichtig für das Herz-Kreislauf-System
  5. Blutgefäße und Kreislauf stärken mit diesen 5 Tipps

Kreislaufbeschwerden kennt wohl jede:r: Während einer intensiven Sporteinheit oder beim Aufstehen streikt der Kreislauf. Schwäche und Schwindel machen sich bemerkbar. In den meisten Fällen verschwinden Kreislaufprobleme schnell wieder.

Wichtig ist: Für einen funktionierenden Kreislauf braucht es starke und elastische Blutgefäße. Denn jeden Tag fließen etwa 10.000 Liter Blut durch unsere Arterien, Venen und Kapillaren – eine enorme Belastung für unsere Blutgefäße, die wir bei ihren täglichen Aufgaben mit einem gesunden Lebensstil unterstützen können. Denn gesunde Blutgefäße sind wichtig für ein gut arbeitendes Herz-Kreislauf-System.

 

Ursachen von Kreislaufbeschwerden: Warum sackt der Kreislauf ab?

Wenn das Gehirn nicht ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt wird, können Kreislaufbeschwerden auftreten. Es gibt zwei häufige Auslöser von Kreislaufschwäche: ein dauerhaft zu niedriger Blutdruck und ein plötzlicher Blutdruckabfall.

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  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Bei einem niedrigen Blutdruck ist der Druck in den Arterien zu gering, um die verschiedenen Körperregionen mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Zu unterscheiden sind zwei Formen der Hypotonie. Bei der primären Hypotonie ist ein eindeutiger Auslöser nicht feststellbar. Wahrscheinlich spielen erbliche Faktoren eine Rolle. Primäre Hypotonie tritt vor allem bei jungen, schlanken und ansonsten gesunden Frauen auf. Daher sprechen Mediziner:innen auch von der sogenannten konstitutionellen (den Körperbau und die körperliche Verfassung betreffenden) Hypotonie. Die sekundäre Hypotonie ist auf eine Grunderkrankung wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Herzinsuffizienz zurückzuführen. Auch Medikamente können eine sekundäre Hypotonie auslösen.
     
  • Blutdruckabfall: Bei der sogenannten orthostatischen Hypotonie bzw. Dysregulation sinkt der Blutdruck plötzlich. Im Körper läuft das Ganze so ab: Steht man aus dem Liegen oder Sitzen auf und bringt den Körper in eine aufrechte Haltung, „fällt“ das Blut zunächst in die Beine. Der Körper bemüht sich jetzt, schnell Blut nach oben zu befördern, um den Kopf ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen: Das Herz schlägt schneller, die Blutgefäße ziehen sich zusammen, der Blutdruck steigt an und das Blut wird wieder – entgegen der Schwerkraft – Richtung Kopf gepumpt. Gelingt diese „Maßnahme“ nicht sofort, ist der Blutfluss zum Gehirn für kurze Zeit verzögert beziehungsweise ungenügend.
     

Kreislaufbeschwerden bei einem plötzlichen Blutdruckabfall können durch

  • zu schnelles Aufstehen,
  • zu langes Stehen,
  • starke Schmerzen,
  • zu einen zu langen Aufenthalt in Menschenmassen,
  • üppige Mahlzeiten
  • oder durch heftige Temperatur- und Luftdruckschwankungen

entstehen. Gut zu wissen: Häufig werden Kreislaufbeschwerden und Unwohlsein mit dem Wetter beziehungsweise einem Wetterwechsel in Verbindung gebracht. Eine repräsentative Befragung des Deutschen Wetterdienstes ergab, dass sich die Hälfte aller Deutschen als wetterfühlig bezeichnet.

Kreislaufbeschwerden durch Stress

Wer ständig unter Strom steht, kann Kreislaufprobleme bekommen. Das war zu früheren Zeiten sinnvoll: Bei Gefahr geht der Körper sofort in Alarmbereitschaft, schüttet Stresshormone aus und stellt sich auf Kampf oder Flucht ein. So ist der Körper in der Lage, Höchstleistungen zu bringen. Auch wenn der Mensch heutzutage nicht mehr tagtäglich lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt ist – chronischer Stress ist dennoch verbreitet.

Laut einer von der Techniker Krankenkasse in Auftrag gegebenen Studie empfinden acht von zehn Deutschen ihren Alltag als stressig, jeder Dritte klagt über Dauerstress. Besonders Menschen, die einen niedrigen Blutdruck haben und ständig unter Stress stehen, können so häufiger Probleme mit dem Kreislauf bekommen – bis hin zum Kreislaufzusammenbruch.

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Kreislaufbeschwerden: Das sind die Symptome

Kreislaufbeschwerden beschreiben eine Reihe von Symptomen, die jede Person unterschiedlich stark empfinden kann.

Symptome von Kreislaufbeschwerden aufgrund eines zu niedrigen Blutdrucks (Hypotonie) sind zum Beispiel:

  • Müdigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • Blässe
  • Ohrensausen
  • Frieren, kalte Gliedmaßen
  • Konzentrationsschwäche

Symptome von akuten Kreislaufproblemen aufgrund eines plötzlichen Blutdruckabfalls (akute Hypotonie) sind zum Beispiel:

  • Schwindel
  • Unruhe, Nervosität
  • Kurzatmigkeit
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Übelkeit
  • Augenflimmern
  • Schwächegefühl
  • Schweißausbrüche
  • Zittern
  • Benommenheit
  • Ohnmachtsanfälle

Wenn Sie häufiger von diesen Kreislaufbeschwerden betroffen sind, ist es ratsam, die Symptome von einem Arzt abklären zu lassen. Insbesondere wenn der Blutdruck immer wieder plötzlich absackt und Sie ständig unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit und kalten Füßen und Händen leiden, sollte ärztlicher Rat hinzugezogen werden.

 

Hausmittel gegen Kreislaufbeschwerden: Was hilft?

Bei Kreislaufbeschwerden helfen diese Sofort-Maßnahmen:

  • Hinlegen: Legen Sie sich bei einem Schwächeanfall am besten kurz hin und lagern Sie die Beine hoch, bis die Symptome langsam besser werden.
  • Leichte Bewegung: Wenn der Kreislauf wieder etwas stabiler ist, kann leichte Bewegung hilfreich sein – solange sie sich im Rahmen hält (zum Beispiel ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft).
  • Trinken: Ein Glas Wasser kann das Wohlbefinden steigern, da auch ein Flüssigkeitsmangel den Blutdruck sinken lässt.
  • Bei Ohnmacht: Bringen Sie den Betroffenen in die stabile Seitenlage und rufen Sie im Notfall medizinische Hilfe.  
  • Kältereiz: Ein kalter Waschlappen, seitlich am Hals angelegt, sorgt dafür, dass die Blutgefäße sich wieder enger zusammenziehen und der Blutdruck steigt.

Um Kreislaufbeschwerden vorzubeugen, ist es sinnvoll, sein Herz-Kreislauf-System zu stärken. Neben dem Herzen spielen gesunde Blutgefäße eine entscheidende Rolle.

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Gesunde Blutgefäße sind wichtig für das Herz-Kreislauf-System

Über 100.000 Kilometer – das ist in etwa die Gesamtlänge der Blutgefäße im menschlichen Körper. Tagtäglich befördern sie etwa 10.000 Liter Blut durch den großen und kleinen Kreislauf. Deshalb sind gesunde Blutgefäße unerlässlich für ein gut funktionierendes Herz-Kreislauf-System.

Doch mit dem Alter verdicken sich die Wände der Arterien und Arteriolen (sehr feine Blutgefäße) immer mehr und die Arterien weiten sich. Die Folge: Die Elastizität und Widerstandsfähigkeit der Gefäßwände nehmen allmählich ab, der Blutstrom verlangsamt sich und der Blutdruck steigt. Die Organe werden zunehmend schlechter mit Sauerstoff versorgt. Bei älteren Menschen kann es deshalb häufig zu Schwindel oder einem Schwächegefühl kommen, wenn sie stehen, oder zu Ohnmacht beim Aufstehen.

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Blutgefäße und Kreislauf stärken mit diesen 5 Tipps

Je gesünder die Blutgefäße, desto besser für die Gesundheit und den Kreislauf. Mit diesen fünf Tipps können Sie selbst aktiv werden und Ihre Blutgefäße stärken – egal in welchem Alter:

  1. Bewegung: Wer sich regelmäßig bewegt, fördert die Gesundheit seiner Blutgefäße. Bei Bewegung erhöht sich der Puls, sodass das Blut im Körper schneller zirkulieren kann. Dadurch werden die Gefäße gedehnt und die Gefäßwände gereizt. Dies führt dazu, dass die Gefäße elastisch bleiben und der Alterungsprozess aufgehalten wird. Oftmals können sich steife Gefäße durch Sport auch wieder normalisieren. Bei Diabetiker:innen senkt regelmäßige Bewegung zusätzlich erhöhte Blutdruck- und Blutfettwerte. Ratsam ist es, dreimal die Woche für jeweils 30 Minuten Sport zu treiben wie beispielsweise Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking.
     
  2. Mit dem Rauchen aufhören: Rauchen ist ein wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zum Beispiel für Arterienverkalkung, Herzinfarkt und Schlaganfall. Der Grund: Durch die Schadstoffe in Zigaretten altern die Blutgefäße schneller und versteifen. Je höher der Zigarettenkonsum, desto höher ist das Risiko. Die gute Nachricht: Der Rauchstopp kann die Gefäßveränderungen zum Teil rückgängig machen.
     
  3. Gesunde Ernährung: Die richtige Ernährung kann Gefäßerkrankungen vorbeugen. Empfehlenswert sind Lebensmittel, die häufig im Mittelmeerraum auf dem Teller kommen: Fisch, pflanzliche Öle, Nüsse, viel Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte. Wichtig sind mehrfach gesättigte Fettsäuren in pflanzlichen Ölen, weil diese nachweislich die Blutfettwerte positiv beeinflussen und das krankmachende LDL-Cholesterin senken können. Zudem ist es ratsam, Salz und Zucker möglichst zu reduzieren.
    Grafische Darstellung des Herzens.
    Herz & Kreislauf Die 5 häufigsten Symptome bei Herzproblemen

     
  4. Pflanzliche Hilfe: Aus der Naturheilkunde gibt es viele Pflanzen, die dabei helfen können, die Blutgefäße zu stärken und Gefäßablagerungen sowie einer Arterienverkalkung entgegenzuwirken. So können Knoblauch, Zwiebeln oder Bärlauch gegen erhöhte Cholesterinwerte und Bluthochdruck unterstützend eingesetzt werden. Auch Weißdornextrakt kann helfen, die Gefäße elastischer zu machen und so eine vorschnelle Alterung zu verhindern.
     
  5. Blutdruck messen: Ein dauerhaft hoher Blutdruck kann die Gefäße angreifen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen. Betroffene merken selbst oft gar nicht, dass ihr Blutdruck erhöht ist und Handlungsbedarf besteht. Dabei kann Bluthochdruck einerseits die Gefäße angreifen und zu Arteriosklerose führen, andererseits einen bereits bestehenden Bluthochdruck weiterhin aufrechterhalten, da die Gefäße nicht mehr elastisch genug sind. Deshalb: Messen Sie am besten jeden Morgen und Abend den Blutdruck, um Veränderungen rechtzeitig entgegenzuwirken.
     

Mit diesen Tipps kann die Elastizität von Blutgefäßen gefördert werden – denn gesunde Blutgefäße schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Quellen:

Wie funktioniert der Kreislauf?, in: gesundheitsinformation.de
Auswirkungen des Älterwerdens auf Herz und Blutgefäße, in: msdmanuals.com
Was ist Cholesterin und wie entsteht Arteriosklerose?, in: gesundheitsinformation.de
Aufbau & Funktion des Blutkreislaufs: Herz & Blutgefäße, in: internisten-im-netz.de
Erkrankungen der Blutgefäße bei Diabetes mellitus, in: diabetes-deutschland.de

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