Krebsgefahr: Neue Grenzwerte für Blei und Cadmium

Ines Fedder Medizinredakteurin

Die EU hat die Grenzwerte für Blei und Cadmium in Lebensmitteln verschärft. Die Gründe dafür sind beunruhigend. Warum ausgerechnet jetzt die Kehrtwende kommt? Alle Infos hier.

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Inhalt
  1. Neuer Blei-Grenzwert bei Salz, Wein und Säuglingsnahrung
  2. Neuer Cadmium-Grenzwert ab Dienstag
  3. Neue Grenzwerte für Blei: Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen
  4. Ausschluss-Verfahren soll Krebsgefahr durch Lebensmittel verringern

Die EU hat neue Grenzwerte für Blei und Cadmium in Lebensmitteln festgesetzt.

 

Neuer Blei-Grenzwert bei Salz, Wein und Säuglingsnahrung

Für Blei-Werte in Lebensmitteln gelten die neuen Grenzwerte ab heute (Montag, 30. August). Hier ändern sich die zugelassenen Höchstwerte zum Beispiel für Säuglingsnahrung, Gewürze, Weine oder Salz. In den meisten Salzsorten gilt nun nur noch ein Blei-Höchstgehalt von 1,0 Milligramm je Kilogramm. Für Weine gilt ein Wert von 0,10 Milligramm je Kilogramm (zuvor 0,15). Allerdings erst ab der Ernte 2022.

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Neuer Cadmium-Grenzwert ab Dienstag

Auch für Cadmium ändern sich die Grenzwerte für viele Obst, Getreide- und Gemüse-Sorten. Das Schwermetall wird von vielen Pflanzen über die Wurzel aus dem Boden aufgenommen und anschließend im Gewebe gespeichert. Im menschlichen Körper lagert es sich in Organen wie Niere, Leber, Schilddrüse oder Bauspeicheldrüse ab und wird nur sehr langsam abgebaut. Im schlimmsten Fall kann es zu Störungen der Organfunktionen kommen. 

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Neue Grenzwerte für Blei: Gesundheitsgefahr nicht ausgeschlossen

Aber warum kommt es ausgerechnet jetzt zu den neuen Grenzwerten? Grund dafür sind neue Daten, die ausgewertet wurden. Es gäbe demnach keine Schwelle, unterhalb derer gesundheitliche Schädigungen für den Menschen sicher ausgeschlossen sind. Man könne also eine Gesundheitsgefahr in keinem Falle ausschließen.

Blei und auch Cadmium werden in vielen Lebensmitteln nachgewiesen. So gibt es einen vergleichsweise hohen Bleigehalt in Fischen, Algen oder Meeresfrüchten sowie Nahrungsergänzungsmitteln. Und auch beim Schwermetall Cadmium könne man den Anteil durch die neuen Grenzwerte erheblich drücken.

 

Ausschluss-Verfahren soll Krebsgefahr durch Lebensmittel verringern

"Im Rahmen des europäischen Krebsbekämpfungsplans haben wir uns verpflichtet, den Gehalt karzinogener Inhaltsstoffe weiter zu verringern", erklärt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides gegenüber der Presse. 

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Anders als zuvor jedoch entscheidet die EU nun nicht mehr nach dem Nachweis-Prinzip, das besagt, dass eine Schädigung durch Metalle wie Blei oder Cadmin muss erst nachgewiesen werden. Stattdessen wird nun das Ausschluss-Verfahren eingesetzt. Das heißt, es kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine Gesundheitsgefahr vorliegt. Dies könne richtungsweisend auch für andere potentiell gefährliche Stoffe in Lebensmitteln sein wie zum Beispiel den umstrittenen Zusatzstoff E171. 

Neben den neuen Grenzwerten sind noch etliche weitere Maßnahmen geplant, um die Krebsgefahr in der EU weiter zu verringern. Die Prognosen sehen jedoch aktuell noch düster aus. Wenn man nicht handle, werde es bis 2035 24 Prozent mehr Krebsfälle geben. Die neuen Grenzwerte für Blei und Cadmium sind ein erster Schritt, dies zu verhindern.

Quellen:

Neue Grenzwerte für Blei und Cadmium in Lebensmitteln, in: pharmazeutische-zeitung.de

Wie kommt Cadmium in die Lebensmittel?, in: lgl.bayern.de

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